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Was tun nach einem schlechten Loch?

 
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Postshot-Routine: Mit zwei Superschlägen auf einem Par 4 am Grün - Birdiechance - und dann ein Drei-Putt zum Bogey. Wie konnte das nur passieren? Mit Wut im Bauch geht es zum nächsten Abschlag. Die Gedanken kreisen aber immer noch um die vertane Chance zuvor, der Drive geht prompt ins Aus. Was kann man tun, damit das nicht passiert?

Eine systematische Möglichkeit einen schlechten Schlag abzuhaken, um sich danach voll auf den nächsten Schlag einstellen zu können, bietet die Postshot-Routine. Alle Tour Pros nutzen Postshot-Routinen. Zum Teil muss man genau hinschauen, um diese zu erkennen. Ein Schlag mit dem Eisen an den Schuh nach dem Schlag könnte aus Frustration über einen schlechten Schlag erfolgen, oder auch dazu dienen, Erde vom Schlägerkopf abzuschlagen.

In vielen Fällen markiert er jedoch das Ende der Post-Shot Routine. Wenn letzteres der Fall ist, wird der betreffende Spieler nach jedem Schlag mit dem Schläger an seinen Fuß schlagen. Kennzeichen der Routine ist, dass sie immer durchgeführt wird und idealerweise immer gleich ist, jedoch den situativen Umständen angepasst werden kann. Nick Faldo soll einmal gesagt haben: "Wenn Du nicht die Ergebnisse hattest, die Du gerne gehabt hättest, musst Du daraus lernen, neu aufbauen und Dich neu orientieren". Dabei kann uns die Postshot-Routine helfen.

Die KABA-Postshot-Routine: Ich habe vier Elemente gefunden, die sich bewährt haben. KABA steht für die Anfangsbuchstaben der vier Elemente einer Postshot-Routine: Körperposition, Analyse, Bewegung und Abschluss. Wenn man beginnt eine Postshot-Routine aufzubauen, sollte man alle vier Elemente berücksichtigen. Kontrolle der Körperposition und Abschluss bleiben auch nach viel Erfahrung unverzichtbar. Zunächst sollte zum Beispiel die Bewegung auch nach den guten Schlägen realisiert werden, um diese "mitzunehmen" und Selbstbewusstsein aufzubauen. Mit mehr Erfahrung und stabilem Selbstbewusstsein, wird man dann Schwünge in der Postshot-Routine vielleicht nur noch nach schlechten Schlägen machen.

Körperposition: Die Kontrolle der Körperposition ist im Golf etwas sehr Wichtiges. Sie ist nicht nur die Voraussetzung dafür einen Schlag technisch sauber ausführen zu können. Sie kommuniziert auch etwas über den Spieler nach Außen und nach Innen. Die stolz geschwellte Brust, auch nach einer Serie von schlechten Schlägen, kann z.B. den Gegner im Lochspiel zermürben. Eine tief gebeugte Verliererhaltung baut ihn hingegen auf. Aber auch nach Innen zeigt die Körperhaltung Wirkung. Es fühlt sich ganz anders an, wenn man, selbst nach einem schlechten Schlag, aufrecht im Finish stehen bleibt als den Schläger fallen zu lassen und in sich zusammen zu sinken. Erstes Element der Postshot-Routine ist demnach, nach jedem Schlag die Körperposition so zu kontrollieren, dass dadurch nach Außen wie nach Innen Selbstbewusstsein kommuniziert wird.

Analyse: Oft hört man, wenn es schlecht läuft, die verzweifelte Aussage: "Ich weiß auch nicht, was los ist." Dann ist natürlich das Selbstvertrauen dahin und man könnte eigentlich aufhören. Ziel sollte es hingegen sein zu analysieren, was schief gelaufen ist und wie man es besser machen kann. Dies Beispielsweise realisiert man in der Analyse, dass man nicht auf das vordere Bein gekommen. Die Schlussfolgerung ist: "Achte bei den nächsten Schlägen darauf, auf das vordere Bein zu kommen!" Es könnte auch sein, dass man in seiner Schlagvorbereitung gestört wurde, diese aber nicht konsequent abgebrochen hat um von Vorne zu beginnen. Dadurch wurde die Konzentration beeinträchtigt. Da jede Analyse mit einer konkreten Vornahme fürs Bessermachen enden sollte, hieße dies hier: "Breche in Zukunft deine Schlagvorbereitung konsequent ab, wenn du dich gestört fühlst und beginn von Neuem."

DISKUSSION:

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Bewegung dient dazu den Schlag auch körperlich abzuschließen. Gerade, wenn ich mich über einen misslungenen Schlag geärgert habe, muss ich Adrenalin abbauen. Fluchen oder Schlägerschmeißen verstärkt aber die Ärgeraktivierung im Gehirn eher. Eine nochmals ausgeführte Schwungbewegung ist hingegen eher zielführend. Im Bedarfsfall können bei starkem Ärger auch mehrere Schwungbewegungen ausgeführt werden, gegebenenfalls mit der energischen Aussage, "Ich kann’s doch!" Hier lohnt es sich zum Beispiel Ernie Els nach schlechten Schlägen dabei zu beobachten, wie er genau dies konsequent macht. Die Bewegung dient zusätzlich der Korrektur missratenen Schlages. Sie lässt mich erleben, dass und wie ich es besser kann. Damit kann ich dann beruhigt zum nächsten Schlag gehen.

Abschluss: Wenn ich meinen Schlag so nachbereitet habe kann ich zum zweiten A, dem Abschluss kommen. Hier ist es einfach nur wichtig, einen Punkt hinter das Ganze zu setzen. Dies ist natürlich ein unverzichtbares Element jeder Postshot-Routine. Man muss für sich selbst herausfinden, was hier das deutlichste und wirksamste Signal ist. Mit dem Schläger an den Schuh schlagen kann ein solches Signal sein, ebenso das Aufmachen des Handschuhs oder auch das deutlich vernehmbare Signal; wenn man den Schläger wieder in das Bag steckt. Das Signal muss nur, für den Spieler selbst, deutlich sein und klar aussagen: Punkt, Ende, bereit für den nächsten Schlag. Und damit hat die Postshot-Routine ihren Sinn erfüllt.

Mehr zum Thema im Buch von Jürgen Beckmann und Anne-Marie Elbe unter dem Titel "Praxis der Sportpsychologie im Wettkampf und Leistungssport", erschienen im Spitta-Verlag 2008.

Text: Jürgen Beckmann



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