Steele stiehlt die Show
Atlanta, Georgia: Rookie Brendan Steele und Jason Dufner führen die 93. PGA Championship nach dem Moving Day mit sieben unter Par an. Luke Donald, Lee Westwood, Phil Mickelson und Jim Furyk verspielen auf den schweren Schlusslöchern bessere Ausgangspositionen für den Finaltag.
Die vier Schlusslöcher sind das Markenzeichen des Atlanta Athletic Club – und das dieser PGA Championship. Die zwei Par 3 und zwei Par 4-Löcher sind lang, eng und wasserreich. Wer diese Bahnen ohne großen Schaden übersteht, hat gute Chancen, einen niedrigen Score auf die Karte zu setzen. "Ich habe diese vier Bahnen heute mit eins unter überstanden und glaube, jedes Mal, wenn man das auf diesem Golfplatz schafft, hat man es richtig gut gemacht", kommentierte Masters-Champion Charl Schwartzel die Herauforderungen des Highland Course im Atlanta Athletic Club.
Ohne große Probleme überstand die strammen Schlusslöcher auch Brendan Steele. Der 28-Jährige aus Kalifornien schrieb drei Pars sowie eine 5 an der 18 auf seine Scorekarte und setzte seinen Namen unter eine 66. Steele ist übrigens ein Neuling auf der US PGA Tour, gewann in diesem Jahr jedoch gleich ein Turnier. Mit seinem Sieg bei der Valero Texas Open in Houston qualifizierte er sich letztlich auch für die Teilnahme an der PGA Championship. Und: Es ist seine erste Major-Teilnahme.
Jason Dufner machte es sogar noch besser: Zwei Birdies in Folge auf den Löchern 15 und 16 sowie sichere Pars auf den Bahnen 17 und 18 brachten ihn auf 68 Zähler. Die Karriere von Dufner, 34, sieht ähnlich der von Steele aus: Der Pro, der auf der University Auburn studierte, konnte noch nicht auf der US-Tour gewinnen, wurde in diesem Jahr aber schon einmal Zweiter und weinmal Dritter.
Dass die beiden Underdogs die 93. PGA Championship anführen, überrascht die Experten. Beide haben keine großen Major-Erfahrungen, nicht einmal auf der Tour spielen sie regelmäßig um die Titel mit. Doch bislang putten sie auf den raschen Grüns stark und machen vergleichsweise wenig Fehler. Die Frage bleibt jedoch, ob das No-Name-Duo am Finaltag ähnlich abgezockt auftreten kann.
Dicht dahinter positionierte sich Keegan Bradley (71+64+69), ein weiterer Rookie. Platz vier hält der Veteran Scott Verplank bei fünf unter vor Steve Stricker, der eine 69 ins Clubhaus brachte.
Scott gibt sich nicht auf
Adam Scott ist weiterhin in Lauerstellung. Der Australier aus Adelaide kam zwar nicht über eine 70 hinaus, ist mit minus zwei auf dem Leaderboard jedoch auf Rang acht zu finden. Ärgerlich war sein Drei-Putt auf der Neun, der zu einem von zwei Bogeys führte. Nach einem perfekten Eisenschlag hatte Scott noch zwei Meter bergauf zum Birdie. Doch Scott schob den Ball einen Meter über das Loch und war nicht in der Lage, den Rück-Putt zu verwandeln. "Ich glaube, dass ich immer noch eine Chance habe", erklärte der 31-Jährige WGC-Champion im Anschluss. "Man kann auf den letzten vier Löchern sechs Schläge abgeben."
David Toms glückte mit einer 65 die beste Runde des dritten Tages. Der zukünftige Ryder Cup-Kapitän teilt ebenfalls Platz acht.
PGA Championship 2011 - Runde drei
Bislang dominieren die Amerikaner
Bester Europäer bleibt Dänemarks Anders Hansen. Der 40-Jährige, der seinen Wohnsitz in Zürich hat, erzielte nach 68 und 69 Schlägen eine 70er Par-Runde und geht von Rang sechs in den Finaltag der 93. PGA Championship.
Lee Westwood, die Nummer zwei der Welt, startete nach Runden von 71 und 68 mit einer soliden Ausgangslage in den Moving Day. Mit Birdies auf den Löchern fünf und zehn war der Brite präzise bis zur 14. Bahn unterwegs. Dann unterlief ihm jedoch aus drei Metern ein Drei-Putt, der zu einem ärgerlichen Doppel-Bogey führte. Mit einer 70er Runde blieb der Engländer bei eins unter Par. "Ich habe gerade Mal zwei Birdies gemacht, und die aus unter zwei Metern. Vier oder fünf Mal habe ich jedoch aus unter vier Metern verpasst. Das darf auf diesen Grüns einfach nicht passieren, zumal wenn alle anderen diese Dinger machen", ärgerte sich Westy nach der Runde.
Ähnlich verlief der Tag für den Weltranglistenersten Luke Donald: Auch er spielte bis zum 15. Loch blendend und hatte bis zu diesem Zeitpunkt sechs Birdies bei nur einem Bogey auf der Scorekartete. Doch nach einem Bogey auf der 16 erwischte es den sonst so konstanten Engländer auf der 18. Spielbahn. Nachdem er sein Holz 3 in den Bunker verzogen hatte, legte er mit dem zweiten vor dem Wasser ab. Doch der Annäherungsschlag aus rund 125 Metern blieb im Wind etwas zu kurz und stützte ins Wasser ab. Donald machte aus 80 Metern zwar ein Up-and-down – doch es wurde eine Doppel-Bogey. Mit 70, 71 und 68 Zählern gehen die aktuell zwei besten Spieler der Weltrangliste mit -1 von Rang 13 in den Finalsonntag.
Einen Schlag besser platziert ist Robert Karlsson. Mit einer starken 67 ging es für den mittlerweile in den USA lebenden Schweden bis auf Platz zehn nach vorne. Einen Sprung machte auch Francesco Molinari. Der Jüngere der beiden Brüder aus Turin unterzeichnete trotz zwei Bogeys auf den Schlussbahnen eine ausgezeichnete 67 und verbesserte sich auf even Par. Mit diesem Ergebnis teilt der Italiener unter anderem mit Sergio Garcia, Phil Mickelson und Hunter Mahan die Position.
Rory McIlroy spielte erneut mit einem Tape-Verband am Handgelenk und kam auf 74 Schläge. Mit sechs über Par hat der amtierenden US Open-Champion nichts mehr mit dem Ausgang des Majors zu tun. "Das war ein weiterer frustrierender Tag. Ich konnte mich heute nicht auf die Geschwindigkeit der Grüns einstellen", resümierte der 22-jährige Nordire.
tsz





