Stricker sensationell, Woods schwach
Atlanta, Georgia: Steve Stricker heißt der Mann, den es nach der ersten Runde der 93. PGA Championship zu schlagen gilt. Der Amerikaner egalisiert mit einer 63 den Rekord für den niedrigsten Score bei einem der vier Majors. Martin Kaymer kommt nicht über 72 Zähler hinaus.
"Ich kam ohne große Erwartungen auf den Platz", sagte ein grinsender Steve Stricker nach seiner 63. "In den drei Proberunden habe ich nicht allzu viele Birdies verwandelt. Ich gebe zwar nicht soviel darauf, aber ich fühlte mich nicht so richtig gut auf dem Platz. Aber dann gelang es mir, die ersten der Löcher mit Birdie abzuschließen. Das war mein Momentum – und es hielt die ganze Runde lang an." Das tat es wirklich: Stricker notierte auf dem engen Highlands Course des Atlanta Athletic Club sieben Birdies und elf Pars. Zahlreiche seiner Approach-Shots landeten wenige Meter neben den Fahnen und ermöglichten dem 44-Jährigen sieben Birdies.
Zwar verpasste der Profi aus Wisconsin vom Tee einige Male die Fairways, doch auch aus dem kurzgeschnittenen Rough schaffte er es, den Ball auf den flinken Grüns zum stoppen zu bringen.
Stricker, der noch keinen Major-Titel gewonnen hat, jedoch bereits elf Titel auf der US PGA Tour eingespielt hat, führt das Feld vor Jerry Kelly (65), Shaun Micheel (66) und Scott Verplank (67) mit sieben unter Par klar an.
Erstklassig lief es auch für den jungen Matteo Manassero. Der 18 Jahre junge Italiener aus Verona, der schon zwei Siege auf der European Tour feiern konnte, unterzeichnete wie auch Davis Love III eine 68 und geht von Platz fünf in den zweiten Tag. Adam Scott, der Sieger der Vorwoche, kam wie Spaniens Miguel Angel Jiménez auf 69 Zähler (Platz 13).
PGA Championship 2011 - Runde eins
McIlroy mit Handgelenksverletzung
Rory McIlroy, der als amtierender US Open Champion mit die meisten Zuschauer anzog, verletzte sich während seiner Auftaktrunde am rechten Handgelenk. Auf der dritten Bahn schlug der 22 Jahre junge Nordire im Rough auf eine Wurzel und zog sich so die Verletzung zu. Im Laufe seiner Runde ließ sich der "Celtic Tiger" mit einem Tapeverband das Handgelenk verstärken.
Doch trotz der teilweise starken Schmerzen spielte McIlroy weiter und brachte letztlich eine 70er Par-Runde ins Clubhaus. Unter anderem teilt der Nordire mit Englands Luke Donald, dem Weltranglistenersten, den 23. Platz. "Obwohl ich teilweise fast nur mit einer Hand geschwungen habe, sind mir einige gute Schhläge gelungen", freute sich McIlroy über vier Birdies bei vier Bogeys.
Martin Kaymer platzierte sich mit einer 72er Runde bei zwei über Par im Mittelfeld in den Top 60. Mehr zur Runde des Deutschen lesen Sie hier.
Woods nach 77er Runde abgeschlagen
Tiger Woods legte mit drei Birdies auf seinen ersten fünf Löchern einen Blitzstart hin und führte damit sogar für kurze Zeit die 93. PGA Championship an. Doch der Einbruch ließ nicht lange auf sich warten. Auf der rund 230 Meter langen 15 – das längste Par 3 des Atanta Athletic Clubs – kassierte die ehemalige Nummer eins nach einem Wasserball sein erstes Doppelbogey. Es sollten zwei weitere folgen. Trotz seiner insgesamt vier Birdies kam der auf Rang 30 der Weltrangliste abgerutschte Superstar nicht über eine 77 (+7) hinaus, die ihn schon jetzt um den Cut nach 36 Löchern bangen lässt. Sollte Woods am Cut scheitern wäre er übrigens nicht für die Playoffs des FedEx-Cup qualifiziert.
Woods beantwortete nach dem Unterschreiben der Scorkarte mit verbissenem Gesichtsausdruck die wenigen Fragen der Journalisten. "Ich bin nicht niedergeschlagen”, sagte der 35-Jährige. "Aber ich bin richtig sauer."
Japans Vorzeigetalent Ryo Ishikawa erwischte es noch schlimmer. Der 19-Jährige, der in der vergangenen Woche Vierter beim WGC wurde, kassierte eine 85 – 15 Schläge über Par! Auf den letzten vier Löchern, die als besonders anspruchsvoll gelten, spielte Ishikawa ein Triple-Bogey, zwei Doubles und ein Bogey.
tsz
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