Die "heiligen" Löcher im Überblick
"Sollte es jemals im Himmel einen Golfplatz geben, sollte es der von Augusta sein", meint Südafrikas Golflegende Gary Player. Der himmlische, 1932 eingeweihte Platz des Augusta National Golf Club verfügt zumindest über das einzigartige Privileg, jedes Jahr der Austragungsort eines Majors zu sein. Nach vielen Umgestaltungen spielt er sich heute mit einer Gesamtlänge von 6.796 Metern (7.435 Yards) bei Par 72.
Loch 1: Das 407 Meter (445 Yards) lange Par 4 trägt den Namen Tea Olive und ist das fünftschwerste Loch auf der Scorekarte. Auf der linken Seite des Fairways wurden in der Vergangenheit einige Bäume gepflanzt. Die Drive-Zone ist rechter Hand durch einen Bunker verteidigt. Wer drüber will, muss 320 Yards abschlagen. Für Bighitter wie Alvaro Quiros verlockend, doch für die meisten im Feld ist gleich das erste Loch ein gutes Beispiel, wie wichtig Geduld in Augusta ist. Nicht immer gilt es, den direkten Weg zum Loch zu suchen. Hier kann man von Taktikern wie Bernhard Langer lernen.
Loch 2: Das mit 526 Metern (575 Yards) längste Loch auf dem Magnolia Course folgt dem Credo von Bobby Jones, dass alle Par-5-Löcher auf dem Masters-Kurs mit zwei guten Schlägen zu erreichen sein müssen. Daher wird das Pink Dogwood von den Profis auch als eines der wenigen Pflicht-Birdies beim Masters angesehen. Auch hier liegt ein Bunker knapp 300 Meter vom Tee entfernt am rechten Rand des Fairways – jedoch nicht so herausfordernd wie am Loch zuvor.
Loch 3: 320 Meter (350 Yards) geht es auf dem Flowering Peach geradewegs zur Fahne. Das Grün des eher leichten Lochs (Par 4) hängt von rechts nach links. Auch der Wind spielt bei der Annäherung immer wieder eine wichtige Rolle. Keine andere Bahn wurde über die Jahre so oft verändert wie diese. Angel Cabrera gelangen bei seinem Sieg 2009 drei Birdies an diesem Loch.
Loch 4: Der Abschlag des 219 Meter (240 Yards) langen Flowering Crab Apple wurde vor der Austragung im Jahr 2006 um knapp 30 Meter zurückversetzt. Damit spielt sich das Loch wieder als langes Par 3, so wie es die Platzarchitekten auch ursprünglich geplant hatten. Eine schwierige Fahnenposition ist auf dem hinteren Teil des Grüns, da es nach vorne abfällt. Jeff Sluman gelang dort 1992 ein Ass.
Masters Tournament 2012 - Der Augusta National GC
Loch 5: Nach der Verlängerung der Fairwaybunker und des Abschlags im Jahr 2003, versuchen selbst die Longhitter kaum noch, auf dem Magnolia (455 Yards) abzukürzen. In den vergangenen Jahren wählten die Spieler die linke Fairwayseite und damit einen längeren zweiten Schlag in das schwierige, leicht nach links abfallende Grün. Wer die Annäherung nicht optimal platziert, kann sein blaues Wunder erleben.
Loch 6: Das 163 Meter (180 Yards) lange Par 3 Juniper zeichnet sich durch sein Plateau-Grün aus, das es dem Spieler, einmal auf der falschen Ebene liegend, nahezu unmöglich macht, die Vorgabe zu unterspielen. Tiger Woods schaffte es einmal, den Ball beim Abschlag 60 Zentimeter neben das Loch zu legen. Doch er rollte zurück und blieb schließlich neun Meter entfernt von der Pin im Vorgrün liegen. Dort lag er auch noch einen Schlag später, da der Chip wiederum den Weg zurück fand. 1991 spielte José Maria Olazábal dort eine Sieben – und verlor das Turnier um einen Schlag am Ende gegen Ian Woosnam.
Loch 7: Das Loch 7 (Pampas) wurde im Jahr 2006 um gut 35 Meter verlängert. Auf der Scorekarte stehen 411 Meter (450 Yards) und die Baumpflanzungen beidseitig des Fairways fordern von den Spielern viel Präzision vom Tee. Einige Stimmen, darunter Arnold Palmer, kritisierten die Verlängerung. Sie sagen, der ursprüngliche Charakter des Loches sei komplett verloren gegangen. Eines der Bahnen, bei dem das mittlere Eisen ins Grün meist von Gebeten des Caddies begleitet wird. Der Grund: Ein Landespot von rund vier Metern und viel Wind.
Loch 8: Yellow Jasmine ist wie Loch Nr. 2 ein Par 5 (521 Meter, 570 Yards), das von den Longhittern in zwei Schlägen erreicht werden kann. Einzig leichte Slices werden von einem großen Fairway-Bunker in der Drive-Landezone bestraft. Auch hier herrscht für die Green-Jacket Kandidaten Birdie-Pflicht – trotz mitunter sehr schwierigen Fahnenpositionen. 1967 schaffte Bruce Devlin einen Albatross.
Loch 9: Ein starkes Gefälle des Grüns und die zwei Bunker, die es auf der linken Seite verteidigen, sind die Hauptschwierigkeiten des 421 Meter (460 Yards) langen Doglegs. Einige gut platzierte Bäume hindern auch lang schlagende Spieler auf der Carolina Cherry am Abkürzen. Longhitter können es über eine Erhebung des Fairways bei etwa 300 Metern schaffen. Die positive Folge: ein windgeschützter Wedge-Schlag. Das Grün fällt nach vorne ab. Unter Umständen landen ungenaue Annäherungen wieder 50 Meter vor dem Grü




