Prost – auch auf dem Platz
Auf dem Platz vergisst man schnell eins: genügend zu trinken. Darüber hinaus ist aber auch wichtig zu wissen, welche Getränke auf einer Golfrunde leistungstechnisch sinnvoll sind. Ernährungsexpertin Sylvia Gartner klärt auf.
Der Körper besteht circa zu 60 Prozent aus Wasser. Wasser übernimmt im Körper Aufgaben wie den Nährstofftransport, die Wärmeregulation und die Sauerstoffversorgung von Muskel- und Gehirnzellen. Bereits kleine Verluste von 1 bis 2 Prozent machen sich bei Leistungssportlern durch Leistungseinbußen von bis zu 10 Prozent bemerkbar. Aber nicht nur Leistungssportler bemerken ein Zuwenig an Flüssigkeit an Ihrer Leistungsfähigkeit.
Vor allem bei heißen Temperaturen und somit einem erhöhtem Wasser- und Nährstoffverlust ist eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit unerlässlich, wenn Sie verhindern möchten, dass sich der Kreislauf und die Konzentration bereits nach den ersten Löchern verabschieden!
Daher ist eine ausreichende Menge an Flüssigkeit neben den Schlägern das wichtigste an was Sie beim Packen des Bags denken sollten, bevor es auf die Runde geht! Nehmen Sie sich jedoch nicht einfach vor "viel" zu trinken, sondern konkretisieren Sie Ihren Trinkplan! Trinken Sie kontinuierlich immer wieder kleine Mengen, damit Sie während der gesamten Runde mit Flüssigkeit versorgt sind. Setzen Sie sich zum Ziel vor jedem Abschlag eine Menge von etwa 100 bis 200ml zu trinken. Aber auch eine halbe Stunde vor dem ersten Abschlag gehört eine Trinkmenge von mindestens einem halben Liter zum Pflichtprogramm. Wenn Sie an Loch 18 vom Grün marschieren, sollten Sie mindestens 2 Liter getrunken haben, je heißer die Temperaturen, um so mehr sollte es sein, vor allem wenn man viel schwitzt, können 3 bis 4 Liter nötig sein.
Viel trinken… Aber was?
Die getrunkene Flüssigkeit sollte dem Körper möglichst rasch zur Verfügung stehen und nicht lange im Magen verweilen. Daher sind leicht gekühlte hypotone bzw. isotonische Getränke am besten geeignet. Hierzu zählen beispielsweise magnesium- und natriumreiches Mineralwasser oder Saftschorlen. Diejenigen, die auf der Runde schnell mal das snacken vergessen, können die fehlende Energie zusätzlich mit Saftschorlen etwas ausgleichen. Wählen Sie kohlensäurearme Getränke und mixen Sie sich Ihre Schorle am besten selber mit zuckerfreien Säften, wie Apfel- oder Orangensaft.
Achten Sie darauf, dass der Anteil Wasser höher bzw. mindestens gleich hoch ist als der Anteil an Saft. Ein gutes Mischverhältnis ist 2/3 Wasser und 1/3 Saft. Wenn Sie sich sowohl mit Wasser als auch mit Saftschorlen für die Runde ausstatten, sind Sie gut gerüstet. Auch nach der Runde stellt beispielsweise der altbekannte Golfer durchaus seine Berechtigung dar, um seine Energiereserven wieder etwas aufzufüllen. Zu den isotonischen Getränken zählt im Übrigen auch Bier. Alkoholfreies Bier, vor allem nach dem Sport, liefert für den Sportler wichtige Nährstoffe wie Magnesium, Kalium, Natrium und B-Vitamine. Isotonische Sportlergetränke die im Handel erhältlich sind, besitzen einen sehr hohen Mineralgehalt und sind für eine Golfrunde nicht notwendig.
Sogenannte hypertone Getränke wie pure Fruchtsäfte, Limonaden, Cola oder Energydrinks mit einem hohen Zucker- und demnach Kohlenhydratanteil können zwar schnell Energie liefern und den Blutzuckerspiegel rasch nach oben jagen, sind jedoch als schnelle Flüssigkeitslieferanten weniger geeignet, da die Magenentleerung deutlich verlangsamt ist. Stark zuckerhaltige Getränke müssen im Magen verdünnt werden und entziehen dem Körper somit zusätzlich Wasser. Diese Getränke können zum Einsatz kommen, wenn es darum geht sich an den letzten Löchern nochmal mit schneller Energie zu "pushen". Koffein aus den entsprechenden Getränken, kann auf den letzten Löchern für eine erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.
Text: Sylvia Gartner
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