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Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
6-8 Spielunterbrechung; Wiederaufnahme des Spiels
a) Erlaubt
Der Spieler darf das Spiel nicht unterbrechen, es sei denn
(I) die Spielleitung hat das Spiel ausgesetzt;
(II) er sieht Blitzgefahr als gegeben an;
(III) er benötigt eine Entscheidung der Spielleitung über eine zweifelhafte oder strittige Einzelheit (siehe Regeln 2-5 und 34-3); oder
(IV) aus anderem triftigen Grund wie plötzlichem Unwohlsein.

Schlechtes Wetter als solches ist kein triftiger Grund für Spielunterbrechung.

Unterbricht der Spieler das Spiel ohne ausdrückliche Genehmigung der Spielleitung, muss er dies der Spielleitung so bald wie durchführbar melden. Hält er sich daran, und erachtet die Spielleitung den Grund als hinlänglich, verfällt er keiner Strafe, anderenfalls ist er disqualifiziert.

Ausnahme im Lochspiel: Spieler, die ein Lochspiel in gegenseitiger Übereinkunft unterbrechen, verfallen nicht der Disqualifikation, sofern sie dadurch nicht das Wettspiel verzögern.


Es gilt nicht als Unterbrechung, z. B. im Vorbeigehen (also ohne das Spiel zu verzögern) im Clubhaus oder Halfwayhaus etwas zu essen oder zu trinken mitzunehmen oder auch weitere Kleidung aus dem Auto zu holen (wenn das Auto schnell erreichbar ist).
Die Spielunterbrechung wegen eines medizinischen Notfalls ist wie in Ziffer (IV) beschrieben auch zulässig, jedoch wird hier üblicherweise maximal eine Zeit von 15 Minuten zugestanden, innerhalb der der Spieler sich entscheiden muss, ob er das Spiel fortsetzen kann.

Im Fall von Blitzgefahr gilt die Unterbrechung als gerechtfertigt, wenn die Spielleitung im Anschluss an die eigenmächtige Unterbrechung durch die Spieler das komplette Wettspiel unterbricht.
Unterbricht die Spielleitung das Spiel nicht, sieht sie offenbar keinen hinreichenden Grund und die Spieler sind disqualifiziert. Dennoch ist der Spieler allein dafür verantwortlich, für seine Sicherheit zu sorgen. Würde diese Verantwortung auf die Spielleitung übertragen, so fänden sich kaum noch Personen, die die rechtlichen Konsequenzen im Fall eines Schadens tragen wollten.
Fazit: Man darf aufhören, weil es einem zu gefährlich ist, aber es kann zur Disqualifikation führen.
Anmerkung: Verlassen des Platzes ist als solches keine Spielunterbrechung. Selbst wenn z. B. das Clubhaus oder der Parkplatz im „Aus" (Regel 27) liegen, gilt es nicht als Spielunterbrechung, wenn ein Spieler dort kurz etwas erledigt. Wichtig ist nur, dass das Spiel dabei nicht unangemessen verzögert wird.  
b) Verfahren bei Aussetzung des Spiels durch Spielleitung
Hat die Spielleitung das Spiel ausgesetzt, so dürfen die Spieler eines Lochspiels bzw. einer Spielergruppe, die sich zwischen dem Spielen von zwei Löchern befinden, das Spiel nicht wieder aufnehmen, bevor die Spielleitung eine Wiederaufnahme angeordnet hat.

Befinden sie sich beim Spielen eines Lochs, so dürfen sie das Spiel unverzüglich unterbrechen oder das Spiel des Lochs fortsetzen, sofern dies ohne Verzögerung geschieht. Entscheiden sie sich für die Fortsetzung des Spiels an dem Loch, so dürfen sie das Spiel vor Beendigung des Lochs unterbrechen. In jedem Fall muss das Spiel nach Beendigung des Lochs unterbrochen werden.

Die Spieler müssen das Spiel wieder aufnehmen, wenn die Spielleitung eine Wiederaufnahme des Spiels angeordnet hat.

STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 6-8b:
Disqualifikation
Um hier ein einwandfreies Verfahren anzuwenden, sind Signale erforderlich, die auf dem ganzen Platz deutlich zu hören sind.














Anmerkung: Die Spielleitung darf in den Wettspielbedingungen eines Wettspiels (Regel 33-1) festlegen, dass bei drohender Gefahr nach Aussetzung des Spiels durch die Spielleitung das Spiel unverzüglich unterbrochen werden muss. Unterlässt es ein Spieler, das Spiel unverzüglich zu unterbrechen, ist er disqualifiziert, sofern nicht die Aufhebung dieser Strafe nach Regel 33-7 gerechtfertigt ist.
Das Spiel muss von allen Spielern sofort unterbrochen werden, wenn die Spielleitung es wegen gefährlicher Situation unterbricht.  
c) Ball aufnehmen bei Spielunterbrechung
Ein Spieler, der beim Spielen eines Lochs das Spiel nach Regel 6-8a unterbricht, darf straflos seinen Ball nur dann aufnehmen, wenn die Spielleitung das Spiel ausgesetzt hat oder wenn das Aufnehmen aus triftigem Grund erfolgt. Vor dem Aufnehmen des Balls muss dessen Lage vom Spieler gekennzeichnet werden.

Unterbricht der Spieler das Spiel und nimmt er seinen Ball ohne ausdrückliche Genehmigung der Spielleitung auf, muss er bei der Meldung an die Spielleitung (Regel 6-8a) gleichzeitig das Aufnehmen des Balls melden. Nimmt der Spieler den Ball ohne einen triftigen Grund auf, versäumt er, die Lage des Balls vor dem Aufnehmen zu kennzeichnen, oder versäumt er, das Aufnehmen des Balls zu melden, zieht er sich einen Strafschlag zu.
Befindet sich der Spieler zum Zeitpunkt der Unterbrechung gerade bei seinem Ball, wird er diesen sicher aufnehmen. Hat er dagegen gerade abgeschlagen und der Weg zur nächsten Schutzhütte führt nicht an seinem Ball vorbei, empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, den Ball liegen zu lassen.

Zum Aufnehmen des Ball s. Regel 20-1.
 
d) Verfahren bei Wiederaufnahme des Spiels
Das Spiel muss dort wieder aufgenommen werden, wo es unterbrochen wurde, auch an einem späteren Tag. Der Spieler muss
entweder vor oder bei Wiederaufnahme des Spiels folgendermaßen
verfahren

(I) wurde der Ball vom Spieler aufgenommen, muss er, vorausgesetzt, er war nach Regel 6-8c zum Aufnehmen des Balls berechtigt, den ursprünglichen Ball oder einen neu eingesetzten Ball an die Stelle hinlegen, von der der ursprüngliche Ball aufgenommen worden war. Anderenfalls muss der ursprüngliche Ball zurückgelegt werden;

(II) hatte der Spieler seinen Ball nicht aufgenommen, darf er, vorausgesetzt, er war nach Regel 6-8c zum Aufnehmen des Balls berechtigt, den Ball aufnehmen, reinigen und zurücklegen oder durch einen anderen Ball an der Stelle, von der der ursprüngliche Ball aufgenommen worden war, ersetzen. Bevor der Ball aufgenommen wird, muss der Spieler dessen Lage kennzeichnen, oder

(III) wurde während der Spielunterbrechung der Ball oder
der Ballmarker des Spielers bewegt (auch durch Einwirkung von Wind oder Wasser), muss ein Ball oder Ballmarker an die Stelle, von der der ursprüngliche Ball oder Ballmarker fortbewegt wurde, hingelegt werden.

Anmerkung: Kann die Stelle, an die der Ball hinzulegen ist, nicht bestimmt werden, muss diese Stelle geschätzt werden und der Ball muss an die geschätzte Stelle hingelegt werden. Die Verfahrensweisen der Regel 20-3c finden hier keine Anwendung.

* STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 6-8d:
Lochspiel – Lochverlust; Zählspiel – Zwei Schläge
* Hat sich ein Spieler die Grundstrafe für einen Verstoß gegen Regel 6-8d zugezogen, fällt keine weitere Strafe nach Regel 6-8c an.