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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
6-7 Unangemessene Verzögerung; langsames Spiel
Der Spieler muss ohne unangemessene Verzögerung und in Übereinstimmung mit jeder von der Spielleitung für das Spieltempo ggf. erlassenen Richtlinie spielen. Zwischen der Beendigung eines Lochs und dem Abspielen am nächsten Abschlag darf der Spieler das Spiel nicht unangemessen verzögern.

STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 6-7:
Lochspiel — Lochverlust
Zählspiel — Zwei Schläge

Wettspiele gegen Par
— siehe Anmerkung 2 zu Regel 32-1a
Wettspiele nach Stableford
— siehe Anmerkung 2 zu Regel 32-1b

Bei anschließendem Verstoß — Disqualifikation.



In vielen Sportarten gibt es Richtzeiten, in denen die Teilnehmer ihre jeweiligen Leistungen erbringen müssen. Dies dient überall der reibungslosen Organisation des Wettkampfs und verhindert, dass sich einzelne Teilnehmer auf Kosten anderer Mitbewerber zuviel Zeit nehmen. Es handelt sich hier also um eine Regel zur Aufrechterhaltung des Spielflusses im Interesse aller anderen Spieler auf dem Platz. Sie ist damit eine Regel gegen Rücksichtslosigkeit und Egoismus.

Beispiele für eine unangemessene Verzögerung sind z. B.
- Bälle suchen im Aus
- Länger als fünf Minuten einen Ball suchen
- Mehr als ein Loch vor sich frei haben und die wartende Gruppe hinter sich nicht durchspielen lassen
- Wiederholt nicht spielbereit sein, wenn man an der Reihe ist (nicht am Ball stehen, Handschuh noch nicht angezogen, Schläger noch nicht gewählt)

Es ist Sache einer engagierten Spielleitung, diese Regel zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass eine Runde in einem Wettspiel keine sechs Stunden dauern muss.

Die Spielleitung sollte daher langsame Spieler nicht nur pauschal ermahnen, sondern im Wiederholungsfall die Strafe aus Regel 6-7 oder einer von ihr aufgestellten Wettspielbedingung aussprechen.
Anmerkung 1: Verzögert der Spieler unangemessen das Spiel zwischen den Löchern, verzögert er das Spiel des nächsten Lochs und zieht sich, außer bei Wettspielen gegen Par oder nach Stableford (siehe Regel 32), für jenes Loch die Strafe zu.
   
Anmerkung 2: Zur Verhinderung langsamen Spiels darf die Spielleitung in der Ausschreibung eines Wettspiels (Regel 33-1) Richtlinien für das Spieltempo erlassen, einschließlich zulässiger Höchstzeiten zur Vollendung einer festgesetzten Runde, eines Lochs oder eines Schlags.

Im Lochspiel darf die Spielleitung in einer solchen Bedingung die Strafe für einen Verstoß gegen diese Regel wie folgt abändern:

Erster Verstoß — Lochverlust
Zweiter Verstoß — Lochverlust
Bei anschließendem Verstoß — Disqualifikation

Im Zählspiel darf die Spielleitung in einer solchen Bedingung die Strafe für Verstoß gegen diese Regel wie folgt abändern:

Erster Verstoß — Ein Schlag
Zweiter Verstoß — Zwei Schläge
Bei anschließendem Verstoß — Disqualifikation
Anm. 2: Diese Regelung ist in Clubwettspielen kaum durchführbar. Sie verlangt mehrere Platzrichter auf dem Platz, die nicht nur regelkundig sein müssen, sondern auch Erfahrung in der Zeitnahme von Spieler haben. Sie ist jedoch am wirkungsvollsten, da die Strafe nicht als eine späte Reaktion auf eine nicht mehr zu korrigierende Langsamkeit angewandt wird, sondern bereits auf der Runde zu einem schnelleren Spiel animiert. Lässt eine Spielergruppe durchspielen, bekommt sie damit die Zeit der nachfolgenden Gruppe. Sie gewinnt damit zehn Minuten (Startzeitenintervall) obwohl sie den Ball nur fünf Minuten suchen durfte.