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Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
34 ENTSCHEIDUNG IN STRITTIGEN FÄLLEN
34-1 Beanstandungen und Strafen
a) Lochspiel
Ist eine Beanstandung nach Regel 2-5 bei der Spielleitung anhängig geworden, so sollte eine Entscheidung so bald wie möglich gefällt werden, damit der Spielstand des Lochspiels, falls erforderlich, berichtigt werden kann. Wurde eine Beanstandung nicht in Übereinstimmung mit Regel 2-5 erhoben, so darf sie von der Spielleitung nicht berücksichtigt werden.

Die Verhängung der Strafe der Disqualifikation wegen Verstoßes gegen Regel 1-3 unterliegt keiner zeitlichen Beschränkung.
   
b) Zählspiel
Im Zählspiel darf keine Strafe aufgehoben, abgeändert oder verhängt werden, nachdem das Wettspiel beendet ist. Ein Wettspiel ist beendet, wenn das Ergebnis offiziell bekannt gegeben worden war oder bei Zählspielqualifikation mit nachfolgenden Lochspielen, wenn der Spieler in seinem ersten Lochspiel abgeschlagen hat.

Ausnahmen: Die Strafe der Disqualifikation muss auch nach Beendigung des Wettspiels verhängt werden, wenn ein Bewerber

(I) gegen Regel 1-3 (Übereinkunft über Nichtanwendung von Regeln) verstoßen hat; oder

(II) eine Zählkarte einreichte, auf der er eine Vorgabe eingetragen hatte, von der er vor Beendigung des Wettspiels wusste, dass sie höher war als die ihm zustehende, und sich dies auf die Anzahl der erhaltenen Vorgabeschläge ausgewirkt hat (Regel 6-2b); oder

(III) für irgendein Loch aus irgendeinem Grund eine niedrigere als die tatsächlich benötigte Schlagzahl einreichte (Regel 6-6d), es sei denn, es war eine Strafe nicht mitgerechnet, der er sich vor Beendigung des Wettspiels nicht bewusst war; oder

(IV) vor Beendigung des Wettspiels wusste, dass er gegen irgendeine andere Regel verstoßen hatte, die mit Disqualifikation geahndet wird.
Eine „offizielle Bekanntgabe" des Ergebnisses erfolgt entweder durch die Siegerehrung oder durch den Aushang der Ergebnisliste, je nach dem, was zuerst geschieht.
In den Punkten I) bis IV) werden die Ausnahmen genannt, die auch nach Beendigung eines Wettspiels zwingend noch zu einer Disqualifikation führen. Die Spielleitung hat in den genannten Fällen keine andere Wahl, als den Regeln auf diese Art und Weise Geltung zu verschaffen. Der Satz „Die Strafe der Disqualifikation muss..." drückt dies klar aus. Wer sich dieser Entscheidung nicht stellen kann, hat in einer Spielleitung nichts zu suchen.
Für alle anderen weniger gravierenden Fälle gibt es nach Beendigung des Wettspiels eine „Amnestie". Dies entspricht dem im Sport weit verbreiteten Grundsatz, dass Wettkämpfe mit ihrem Ende entschieden sein sollen und nicht regelmäßig später „am grünen Tisch".