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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
32 WETTSPIELE GEGEN PAR UND NACH STABLEFORD
32-1 Spielbedingungen
Wettspiele gegen Par und nach Stableford sind Zählspielarten, bei denen gegen ein festgesetztes Ergebnis (gegen das Par bzw. Netto-Par) jedes Lochs gespielt wird. Es gelten die Regeln des Zählspiels, soweit sie nicht mit nachstehenden Sonderregeln in Widerspruch stehen.

In Vorgabe-Wettspielen gegen Par und nach Stableford hat der Bewerber mit dem niedrigsten Nettoergebnis an einem Loch die Ehre auf dem nächsten Abschlag.

Diese beiden Spiele (Gegen Par, Stableford) haben beide die Eigenart, dass der Spieler den Ball nicht einlochen muss, obwohl es sich um eine Art des Zählspiels handelt. Als Konsequenz davon entfallen nur mögliche Punkte auf dem betreffenden Loch.



a) Wettspiele gegen Par
Im Wettspiel gegen Par wird wie im Lochspiel gerechnet. Ein Loch, an dem ein Bewerber kein Ergebnis erzielt, gilt als verlorenes Loch. Gewinner ist der Bewerber mit dem besten Gesamtergebnis der Löcher.

Der Zähler ist nur für das Aufschreiben der Brutto-Schlagzahlen für jedes Loch verantwortlich, an dem der Bewerber eine Schlagzahl (bzw. eine Netto-Schlagzahl) gleich oder unter Par erzielt.
a) „Gegen Par" ist ein Lochspiel gegen den Platz, jedoch ist das Spiel nicht etwa beendet, wenn der Spieler z. B. nach dem 15. Loch „-4" liegt, denn die Wertung geht im Gegensatz zum eigentlichen Lochspiel nicht nur um Sieg oder Niederlage, sondern es wird auch die Höhe des Ergebnisses betrachtet. Mit „-4" nach 15 Löchern kann der Spieler noch drei Löcher gewinnen und hat dann nach 18 Löchern ein Endergebnis „-1", wenn er aber nach der 15 aufhört, verliert er damit automatisch die nächsten drei Löcher und sein Ergebnis lautet „-7".
Auch wenn die Zählweise sich wie ein Lochspiel auswirkt und anhört, so ist das Spiel Gegen Par ein Zählspiel. Es dürfen deshalb keine Schläge geschenkt werden! (Von wem auch: Es gibt keine Gegner, sondern nur Mitbewerber).
 
Anmerkung 1: Das Ergebnis des Bewerbers wird durch den Abzug von einem oder mehrerer Löcher nach der anwendbaren Regel angepasst, wenn eine andere Strafe als die der Disqualifikation für Nachfolgendes anfällt:
-- Regel 4 Schläger
-- Regel 6-4 Caddie
-- Jegliche Platzregel oder Wettspielbedingung, für die es eine höchstzulässige Strafe für die Runde gibt.

Der Bewerber ist dafür verantwortlich, den Sachverhalt des betreffenden Verstoßes der Spielleitung zu melden, bevor er seine Zählkarte einreicht, so dass die Spielleitung die Strafe auferlegen kann. Versäumt der Bewerber, seinen Verstoß der Spielleitung zu melden, so ist er disqualifiziert.

Anmerkung 2: Verstößt der Bewerber gegen Regel 6-3a (Abspielzeit), trifft aber spielbereit innerhalb von fünf Minuten nach seiner Abspielzeit am Ort seines Starts ein, oder verstößt er gegen Regel 6-7 (Unangemessene Verzögerung, langsames Spiel), wird die Spielleitung ein Loch vom Gesamtergebnis der Löcher abziehen. Für einen wiederholten Verstoß gegen Regel 6-7, siehe Regel 32-2a.

Anmerkung 3: Zieht sich der Bewerber die in der Ausnahme zu Regel 6-6d vorgesehene zusätzliche Strafe von zwei Schlägen zu, wird diese zusätzliche Strafe durch Abzug eines Lochs, von der erzielten Gesamtsumme der Löcher für die Runde, angewandt. Die Strafe, die sich der Spieler nicht notiert hatte, wird dem Loch hinzugefügt, an dem der Verstoß vorkam. Es fällt jedoch keine der Strafen an, wenn der Verstoß gegen Regel 6-6d das Ergebnis des Lochs nicht beeinflusst.

Bei entsprechenden Regelverstößen hat der Spieler also nicht nur das Loch verloren, auf dem er gerade spielt (denn das könnte ja in diesem Moment schon geschehen sein), sondern ein oder mehrere weitere Löcher werden von seinem Ergebnis abgezogen.  
b) Wettspiele nach Stableford
Im Stableford-Wettspiel wird nach Punkten gerechnet, die im Verhältnis zu einem festgesetzten Ergebnis (zum Par bzw. Netto-Par) an jedem Loch vergeben werden, und zwar folgendermaßen:
Ergebnis (Loch gespielt mit)                  Punkte
Mehr als eins über dem festgesetzten
Ergebnis (Par) oder kein Ergebnis                     0
Eins über dem festgesetzten Ergebnis (Par)   1
Festgesetztes Ergebnis (Par)                               2
Eins unter dem festgesetzten Ergebnis (Par)    3
Zwei unter dem festgesetzten Ergebnis (Par)   4
Drei unter dem festgesetzten Ergebnis (Par)    5
Vier unter dem festgesetzten Ergebnis (Par)     6
usw.
Gewinner ist der Bewerber mit den meisten Punkten.
Der Zähler ist nur für das Aufschreiben der Brutto-Schlagzahlen für jedes Loch verantwortlich, an dem der Bewerber einen oder mehrere Punkte (bzw. Netto-Punkte) erzielt.
Was in der Aufstellung links beschrieben wird, ist die Bruttowertung des Stableford. Beispiel: Spielt ein Spieler auf einem Par 4 eine 5, so erhält er einen Punkt. Im Netto wird von der Schlagzahl des Spielers an dem jeweiligen Loch der (oder auch mehrere) Vorgabenschläge abgezogen und mit diesem Nettoergebnis dann die Netto-Stablefordpunkte ermittelt.

Löcher ohne eine auf der Zählkarte vermerkte Schlagzahl (oder statt dessen ein Strich oder ein „X") führen zur Disqualifikation allein für das Loch, so dass kein Ergebnis bzw. keine Punkte für das betreffende Loch gewertet werden.

Auch wenn der Spieler nicht an jedem Loch einlochen muss, folgt aus der Regel nicht, dass der Ball aufgehoben werden muss, wenn keine Punkte mehr erzielt werden können. Ein Spieler hat im Stableford (und auch im Spiel Gegen Par) das Recht, stets ein Loch zu beenden. Im Lochspiel ist dies ebenso der Fall, wenn er das Loch bereits verloren hat. Wird in den Wettspielbedingungen eines Wettspiels gebeten, den Ball aufzuheben, falls kein Punkt mehr erzielt werden kann, so sollte diesem Wunsch entsprochen werden, falls anderenfalls das Spiel verzögert würde.
 
Anmerkung 1: Verstößt ein Bewerber gegen eine Regel, für die es eine höchstzulässige Strafe für die Runde gibt, so muss er den Sachverhalt der Spielleitung melden, bevor er seine Zählkarte einreicht. Versäumt er dies, ist er disqualifiziert. Die Spielleitung wird von der erzielten Gesamtpunktzahl dieser Runde zwei Punkte für jedes Loch abziehen, an dem ein Verstoß erfolgte, höchstens jedoch vier Punkte pro Runde für jede Regel, gegen die verstoßen wurde.

Anmerkung 2: Verstößt der Bewerber gegen Regel 6-3a (Abspielzeit), trifft aber spielbereit innerhalb von fünf Minuten nach seiner Abspielzeit am Ort seines Starts ein, oder verstößt er gegen Regel 6-7 (Unangemessene Verzögerung, langsames Spiel), wird die Spielleitung zwei Punkte von der erzielten Gesamtpunktzahl der Runde abziehen. Für einen wiederholten Verstoß gegen Regel 6-7, siehe Regel 32-2a.

Anmerkung 3: Zieht sich der Bewerber die in der Ausnahme zu Regel 6-6d vorgesehene zusätzliche Strafe von zwei Schlägen zu, wird diese zusätzliche Strafe durch Abzug von zwei Punkten, von der erzielten Gesamtpunktzahl für die Runde, angewandt. Die Strafe, die sich der Spieler nicht notiert hatte, wird dem Loch hinzugefügt, an dem der Verstoß vorkam. Es fällt jedoch keine der Strafen an, wenn der Verstoß gegen Regel 6-6d die an dem Loch erzielte Punktzahl nicht beeinflusst.

Anmerkung 4: Um langsamen Spiel vorzubeugen, darf die Spielleitung in den Wettspielbedingungen (Regel 33-1) Richtlinien für das Spieltempo erlassen, einschließlich zulässiger Höchstzeiten zur Vollendung einer festgesetzten Runde, eines Lochs oder eines Schlag.

Die Spielleitung darf in einer solchen Wettspielbedingung die Strafe für einen Verstoß gegen diese Regel wie folgt abändern:

Erster Verstoß: Abzug von einem Punkt von der erzielten Gesamtpunktzahl der Runde;

Zweiter Verstoß: Abzug von weiteren zwei Punkten von der erzielten Gesamtpunktzahl der Runde;

Bei anschließendem Verstoß: Disqualifikation.

Es würde sinnlos sein, eine Strafe (z. B. für das Mitführen von mehr als 14 Schlägern) auf einem Loch aufzuschreiben, auf dem der Spieler ggf. schon keine Punkte mehr bekommt. Deshalb werden derartige Strafen auf die Gesamtpunktzahl angerechnet.