Rules4you
Rules4you Regeln
Rules4you Etikette
Rules4you Handicap
Rules4you Spielformen
Rules4you Amateurstatut
Rules4you Für Kids
Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
< vorheriger Regelabschnitt nächster Regelabschnitt >
Offizieller Regeltext Erläuterung  
3-3 Zweifel über Spielweise
a) Verfahren für Bewerber
Nur im Zählspiel darf ein Bewerber, der beim Spielen eines Lochs im Zweifel ist, welches seine Rechte sind oder wie das korrekte Verfahren ist, straflos das Loch mit zwei Bällen beenden. Um nach dieser Regel zu verfahren, muss der Spieler, nachdem die zweifelhafte Lage entstanden ist und bevor er weiter handelt (z. B. einen Schlag nach dem ursprünglichen Ball macht), sich entscheiden, zwei Bälle zu spielen.

Der Bewerber sollte seinem Zähler oder einem Mitbewerber ankündigen:

-- dass er beabsichtigt, zwei Bälle zu spielen; und
-- welcher Ball zählen soll, sofern die Regeln die für den Ball angewandte Vorgehensweise gestatten.

Der Bewerber muss, bevor er seine Zählkarte einreicht, den Sachverhalt der Spielleitung melden. Versäumt er dies, ist er disqualifiziert.

Handelt der Bewerber, bevor er sich entscheidet, zwei Bälle zu spielen, ist er nicht nach Regel 3-3 vorgegangen und das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball zählt. Der Bewerber zieht sich keine Strafe für das Spielen des zweiten Balls zu.
Nach Regel 6-1 ist der Spieler zwar dafür verantwortlich, die Regeln zu kennen, aber Regel 3-3 gesteht ihm zu, im Fall eines Zweifels einen zweiten Ball zu spielen.
Dies muss er unbedingt vorher ankündigen, da sonst der Eindruck entstehen kann, er würde einen neuen Ball spielen, der den ersten Ball ersetzt und nicht einen „parallelen" Ball, von dem er nicht weiß, ob dieser oder der andere zählt.
Es ist ebenfalls nötig, dass der Spieler vorher sagt, welcher Ball nach Beendigung des Lochs zählen soll. Die Gefahr wäre sonst zu groß, sich hinterher den besseren von beiden zu wünschen. Die Regel soll aber nicht den besseren, sondern den richtigen von zwei Bällen ermitteln helfen.
Dass auch bei gleichen Ergebnissen die Spielleitung informiert werden muss, liegt daran, dass u. U. der eine Ball nicht zählbar ist, aber zu dem anderen noch eine Strafe hinzukommt, von der der Spieler noch nichts wusste. Er war sich ja immerhin unsicher über die Anwendung der Regeln, also kann man nicht einfach durch zwei gleiche Ergebnisse annehmen, nun sei alles richtig gemacht worden.
 
b) Bestimmung der Schlagzahl für das Loch durch die
Spielleitung


Ist der Bewerber nach dieser Regel vorgegangen, wird die Spielleitung sein Ergebnis wie folgt bestimmen:

(I) Hat der Bewerber, bevor er weitere Handlungen unternahm, angekündigt, welcher Ball zählen soll und vorausgesetzt, das Verfahren mit dem ausgewählten Ball war nach den Regeln zulässig, gilt die Schlagzahl mit diesem Ball. Falls die Regeln das Verfahren mit dem ausgewählten Ball nicht erlauben, zählt der andere Ball, vorausgesetzt, das Verfahren mit diesem Ball war nach den Regeln zulässig.

(II) Hat der Bewerber, bevor er weitere Handlungen unternahm, versäumt anzukündigen, welcher Ball zählen soll, gilt die Schlagzahl mit dem ursprünglichen Ball, vorausgesetzt, das Verfahren mit diesem Ball war nach den Regeln zulässig. Anderenfalls gilt die Schlagzahl mit dem anderen Ball, wenn die Regeln das mit dem anderen Ball gewählte Verfahren erlauben.

(III) Erlauben die Regeln keines der Verfahren, die für beide Bälle angewandt wurden, zählt das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball, es sei denn, der Bewerber hat einen schwerwiegenden Verstoß mit diesem Ball begangen, indem er vom falschen Ort gespielt hat. Begeht der Bewerber beim Spielen mit einem der beiden Bälle einen
schwerwiegenden Verstoß, zählt das Ergebnis mit dem anderen Ball, auch wenn die Regeln das für diesen Ball angewandte Verfahren nicht erlauben. Begeht der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß mit beiden Bällen, ist er disqualifiziert.
(I) Das hört sich erst einmal recht spielerfreundlich an. Dem Wunsch des Spielers wird nach Möglichkeit stattgegeben. Es muss jedoch Allen vorher klar sein, dass dies dann auch die höhere von zwei Schlagzahlen bedeuten kann oder dass zu der Schlagzahl noch eine vorher nicht bekannte Strafe hinzukommen könnte.

Wem dies nun wenig spielerfreundlich vorkommt, der muss sich hier in der Regel 3 nun das erste Mal damit befassen, dass die Regeln für das Zählspiel zwar immer den betroffenen Spieler, aber gleichzeitig die Interessen aller anderen Wettspielteilnehmer berücksichtigen, die nicht in der jeweiligen Regelsituation waren.
 
Anmerkung 1: „Die Regeln erlauben das für den Ball gewählte Verfahren“ bedeutet, dass nach der Ankündigung, Regel 3-3 anzuwenden entweder:

a) der ursprüngliche Ball von dort gespielt wird, wo er zu Ruhe kam und das Spiel von diesem Ort erlaubt ist, oder

b) die Regeln das mit dem Ball angewandte Verfahren erlauben und der Ball ordnungsgemäß am richtigen Ort und entsprechend den Regeln ins Spiel gebracht wurde.

Anmerkung 2: Sofern die Schlagzahl mit dem ursprünglichen Ball zu zählen ist, jedoch der ursprüngliche Ball keiner der gespielten Bälle ist, gilt der erste ins Spiel gebrachte Ball als ursprünglicher Ball.

Anmerkung 3: Nachdem diese Regel angewandt wurde, bleiben Schläge mit dem Ball, der nicht gewertet wird, und Strafschläge, die ausschließlich beim Spielen dieses Balls anfielen, außer Betracht. Ein nach Regel 3-3 gespielter zweiter Ball ist kein provisorischer Ball nach Regel 27-2.
(Ball vom falschen Ort gespielt – siehe Regel 20-7c)