Rules4you
Rules4you Regeln
Rules4you Etikette
Rules4you Handicap
Rules4you Spielformen
Rules4you Amateurstatut
Rules4you Für Kids
Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
< vorheriger Regelabschnitt nächster Regelabschnitt >
Offizieller Regeltext Erläuterung  
27-2 Provisorischer Ball
a) Verfahren
Kann ein Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein, darf der Spieler zur Zeitersparnis in Übereinstimmung mit Regel 27-1 provisorisch einen anderen Ball spielen.

Der Spieler muss:

(I) seinen Gegner im Lochspiel bzw. seinen Zähler oder einen Mitbewerber im Zählspiel unterrichten, dass er beabsichtigt, einen provisorischen Ball zu spielen; und

(II) muss den provisorischen Ball spielen, bevor er oder sein Partner nach vorne gehen, um den ursprünglichen Ball zu suchen.

Versäumt er es, die oben genannten Anforderungen zu erfüllen, bevor er einen anderen Ball spielt, ist dieser Ball kein provisorischer Ball und wird unter Strafe von Schlag und Distanzverlust (Regel 27-1) zum Ball im Spiel; der ursprüngliche Ball ist verloren.

(Spielfolge vom Abschlag – siehe Regel 10-3.)

Anmerkung: Kann ein nach Regel 27-2a gespielter provisorischer Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein, darf der Spieler einen weiteren provisorischen Ball spielen. Ist ein weiterer provisorischer Ball gespielt, steht dieser zum vorigen provisorischen Ball im selben Verhältnis wie der erste provisorische Ball zum ursprünglichen Ball.

„Zeit sparen und den Spielfluss auf dem Platz wahren" könnte als oberstes Ziel dieser Regel beschrieben werden. Um den ggf. längeren Weg zurück zur Stelle des letzten Schlags zu sparen und damit das Spiel nicht unnötig zu verzögern, sollte ein Spieler lieber einmal zu oft als zu wenig einen provisorischen Ball spielen.

Kann der erste Ball nur in einem Wasserhindernis verloren sein, so ist der zweite Ball kein provisorischer Ball, sondern „Ball im Spiel".

In einem anderen Fall darf ein provisorischer Ball gespielt werden, da der Ball ja auch außerhalb eines Wasserhindernis verloren sein könnte. Wird der Ball jedoch z. B. nach einer Suche im Rough neben einem Wasserhindernis dann nicht gefunden, so darf daraus nicht der Schluss gezogen werden, der Ball müsse nun sicher im Wasserhindernis liegen. Denn wenn er außerhalb mit Sicherheit gefunden worden wäre, hätte kein provisorischer Ball nach Regel 27-2 gespielt werden dürfen.

Um in dem vorstehenden Beispiel nach der Wasserhindernisregel verfahren zu dürfen, muss der ursprüngliche Ball entweder im Wasser gefunden werden oder es muss eine andere Person (z. B. aus einer anderen Spielergruppe oder Zuschauer) bestätigen, dass der Ball im Wasserhindernis ist.

Ergibt sich erst an der Stelle, an der man den ersten Ball vermutet, dass auf Grund der Beschaffenheit des Geländes der ursprüngliche Ball nur in einem Wasserhindernis verloren sein kann, so ist dies auch eine später gewonnene Erkenntnis, die dazu berechtigt, nun die Regel 26 (Wasserhindernis) anzuwenden.

Hat ein Spieler das Pech, dass auch sein provisorischer Ball verloren sein könnte, so darf wiederum ein provisorischer Ball gespielt werden, der aber auf jeden Fall wieder als solcher angekündigt werden muss, wenn er nicht sofort den unmittelbar vorgehenden Ball ersetzen soll.
b) Provisorischer Ball wird Ball im Spiel
Der Spieler darf einen provisorischen Ball spielen, bis er den Ort erreicht, an dem sich der ursprüngliche Ball mutmaßlich befindet. Macht er mit dem provisorischen Ball einen Schlag von dem Ort, an dem sich der ursprüngliche Ball mutmaßlich befindet, oder von einem Punkt, der näher zum Loch liegt als dieser Ort, ist der ursprüngliche Ball verloren und der provisorische Ball wird unter Strafe von Schlag und Distanzverlust (Regel 27-1) zum Ball im Spiel.

Ist der ursprüngliche Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder ist er im Aus, wird der provisorische Ball unter Strafe von Schlag und Distanzverlust (Regel 27-1) zum Ball im Spiel.





Beim Spielen eines provisorischen Ball soll Zeit gespart werden. Die Idee der Zeitersparnis geht konsequent soweit, dass ein provisorischer Ball solange (automatisch) als provisorisch weitergespielt gilt, bis der Spieler auf Höhe der Stelle angekommen ist, an der sein ursprünglicher Ball wohl liegen müsste. Es kommt nicht darauf an, wo der Ball wirklich liegt, sondern wo der Spieler ihn vermutet (und danach sucht).

Macht er dort oder näher zum Loch dieser Stelle einen Schlag mit dem provisorischen Ball, so ist dieser damit zum Ball im Spiel geworden.




 
Ausnahme: Ist es bekannt oder so gut wie sicher, dass der ursprüngliche Ball, der nicht gefunden wurde, durch etwas Nicht zum Spiel Gehöriges bewegt wurde (Regel 18-1), oder in einem Hemmnis (Regel 24-3) oder in einem ungewöhnlich beschaffenen Boden (Regel 25-1c) ist, darf der Spieler nach der anwendbaren Regel verfahren. Da es für einen Ball im Wasserhindernis, Hemmnis oder ungewöhnlich beschaffenem Boden andere Regeln für den Fall gibt, dass ein Ball darin nicht gefunden wird, entfällt hier das Recht auf die Anwendung von Regel 27-2.

Ein Spieler ist nicht gezwungen, seinen Ball zu suchen, weder die ganzen fünf Minuten noch überhaupt. Verliert er während der Suche die Lust und äußert, er wolle den ursprünglichen Ball nicht mehr spielen, so hat diese Aussage keine Bedeutung, wenn der Ball innerhalb der Suchzeit dennoch gefunden wird.
Es ist eine Etikettefrage, dass Mitbewerber oder Gegner bei der Suche helfen, aber auch damit aufhören, wenn der Spieler den Ball nicht mehr suchen möchte.
 
c) Provisorischen Ball aufgeben
Ist der ursprüngliche Ball weder verloren noch im Aus, muss der Spieler den provisorischen Ball aufgeben und das Spiel mit dem ursprünglichen Ball fortsetzen. Ist es bekannt oder so gut wie sicher, dass der ursprüngliche Ball in einem Wasserhindernis ist, darf der Spieler in Übereinstimmung mit Regel 26-1 verfahren.
Macht der Spieler in einem der beiden Fälle weitere Schläge nach dem provisorischen Ball, spielt er einen falschen Ball, und es ist nach Regel 15-3 zu verfahren.

Anmerkung: Spielt ein Spieler einen provisorischen Ball nach Regel 27-2a, werden Schläge, die nach Anwenden dieser Regel mit dem provisorischen Ball gemacht wurden, der anschließend nach Regel 27-2c aufgegeben wird, nicht gezählt und Strafen, die nur beim Spielen dieses Balls anfielen, bleiben außer Betracht.

Merke: Der provisorische Ball bietet keine Wahlmöglichkeit für den Fall, dass der ursprüngliche Ball in einer schlechten Lage gefunden wird. Er ist eben nur für den Fall gespielt worden, dass der erste Ball nicht gefunden wird und darf nicht alternativ zu dem ursprünglichen Ball gespielt werden, wenn dieser gefunden wird.

Er kann auch nicht weiter gespielt werden, falls der Spieler den ursprünglichen Ball für unspielbar ansieht, da er nicht zu diesem Zweck geschlagen wurde. Ein „unspielbarer Ball" ist ein anderer Fall (s. Regel 28).