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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
26 WASSERHINDERNISSE (EINSCHLIESSLICH SEITLICHER WASSERHINDERNISSE)
26-1 Erleichterung für Ball im Wasserhindernis
Es ist eine Frage der Umstände, ob ein in Richtung auf ein Wasserhindernis geschlagener, nicht gefundener Ball, tatsächlich in dem Wasserhindernis ist. Fehlt es an Kenntnis oder an Sicherheit grenzender Gewissheit, dass ein Ball, der in Richtung auf ein Wasserhindernis geschlagen aber nicht gefunden wurde, in dem Hindernis ist, muss der Spieler nach Regel 27-1 verfahren.

Wird ein Ball in einem Wasserhindernis gefunden oder ist es bekannt oder so gut wie sicher, dass ein Ball, der nicht in dem Wasserhindernis gefunden wurde, in dem Wasserhindernis ist (egal, ob der Ball im Wasser liegt oder nicht), darf der Spieler mit einem Strafschlag


Merke: Ob der nicht gefundene Ball tatsächlich in einem Wasserhindernis ist, muss bekannt oder so gut wie sicher sein, und nicht nur gewünscht oder angenommen. Kann der Ball also auch an anderer Stelle verloren sein, ist die Tatsache, dass der Ball außerhalb nicht gefunden wurde, in den allermeisten Fällen kein Beweis dafür, dass er demnach in einem Wasserhindernis liegt.

Der Zustand der Fläche um das Wasserhindernis herum und ggf. Aussagen von anderen Personen, die sich in der Nähe aufgehalten haben, ist hier ausschlaggebend dafür, ob die Regel 26-1 anwendbar ist. Natürlich ist der beste Beweis dafür, dass der Ball im Wasserhindernis liegt, der Fall, dass man ihn dort findet.

a) nach Regel 27-1 unter Schlag und Distanzverlust verfahren, indem er einen Ball so nahe wie möglich der Stelle spielt, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde (siehe Regel 20-5); oder Die Regeln erlauben immer, also auch bei einem Ball im Wasserhindernis, unter Hinzurechnung eines Strafschlag einen Ball von der Stelle des letztes Schlags zu spielen. Dies regelt hier die Regel 26-1a.  
b) einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem Wasserhindernis fallen lassen, wobei der Punkt, an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des Wasserhindernisses gekreuzt hat, auf gerader Linie zwischen dem Loch und der Stelle, an der der Ball fallen gelassen wird, liegen muss; oder

b) Sollte Regel 26-1a zu nachteilig sein, wird es in den meisten Fällen möglich sein, den Ball auf der Verlängerung der Linie „Loch - Kreuzungspunkt (des Balls mit der Grenze des Wasserhindernisses)" fallen zu lassen. Dies bringt zwangsläufig das Wasserhindernis zwischen den Spieler und das Loch, so dass nochmals versucht werden muss, über das Hindernis zu spielen. Auf dieser o. g. Linie darf beliebig weit zurückgegangen werden, so dass eine gute Stelle erreicht werden kann: Aus der Böschung heraus, vom Rough auf das Fairway, oder sogar so weit zurück in eine Entfernung, aus der man genügend Backspin auf den Ball bringt. Der Spieler „bezahlt" diese Erleichterung mit einem Strafschlag und dem Verlust an bereits gespielter Länge des Lochs.

Es ist nicht in dieser Regel vorgesehen, auf der Fluglinie des Balls zurück zu gehen.
c) als zusätzliche Wahlmöglichkeiten nur dann, wenn der Ball zuletzt die Grenze eines seitlichen Wasserhindernisses gekreuzt hat, außerhalb des Wasserhindernisses einen Ball fallen lassen innerhalb zweier Schlägerlängen von dem Punkt und nicht näher zum Loch als (I) der Punkt, an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des Wasserhindernisses gekreuzt hat, oder (II) ein Punkt an der gegenüberliegenden Grenze des Wasserhindernisses, gleich weit vom
Loch entfernt.

Der Spieler darf, wenn er nach dieser Regel verfährt, seinen Ball aufnehmen und reinigen oder einen anderen Ball einsetzen.

(Unzulässige Handlungen, wenn ein Ball im Hindernis ist – siehe Regel 13-4.)
(Ball bewegt sich im Wasser in einem Wasserhindernis – siehe Regel 14-6.)
c) Ist die Spielleitung der Ansicht, die Anwendung der Regel 26-1b würde einen Spieler über Gebühr benachteiligen oder die Anwendung wäre gar nicht möglich, so wird sie ein Wasserhindernis rot (z. B. rote Pfähle) kennzeichnen.
Die Optionen der zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt oder gleich weit vom Loch entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des Wasserhindernisses sind somit zusätzlich vorhanden und ersetzen nicht etwa die Optionen aus Regel 26-1a und -1b.

Die Fläche von zwei Schlägerlängen vom Kreuzungspunkt und nicht näher zum Loch ist so gut wie nie ein Viertelkreis oder gar mehr. Je nach Lage des Kreuzungspunktes und Position des Lochs kann der Bereich auch wenige Zentimeter breit sein. Dennoch soll nicht immer gleich eine Drop-Zone eingerichtet werden, wenn die Gefahr einer verkleinerten Fläche auftritt, denn es handelt sich ja hier nur um eine der verschiedenen Optionen aus der Regel 26-1, und der Spieler kann ggf. auch nach einer anderen Option verfahren.
Zusammenfassend kann man festhalten:
Ist ein Wasserhindernis mit gelben Pfählen oder Linien gekennzeichnet, so handelt es sich um ein „normales" (umgangssprachlich „frontales") Wasserhindernis. Neben der Möglichkeit, den Ball zu spielen wie er liegt, hat der Spieler noch zwei Optionen aus den Regeln 26-1a und 26-1b, sein Spiel fortzusetzen.

Ist ein Wasserhindernis mit roten Pfählen oder Linien gekennzeichnet, so handelt es sich um ein seitliches Wasserhindernis und der Spieler hat zusätzlich zu den o. g. Optionen bei dem „gelben" Wasserhindernis nocht die zwei Optionen aus Regel 26-1c, insgesamt also fünf Möglichkeiten zur Spielfortsetzung.