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Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
Entscheidungen zu den Golfregeln 2012-2015
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
20-7 Von falschem Ort spielen
a) Allgemeines
Ein Spieler hat von einem falschen Ort gespielt, wenn er einen Schlag nach seinem Ball im Spiel macht:

(I) von einem Teil des Platzes, von dem die Regeln es untersagen, einen Schlag zu machen, oder an dem ein Ball nicht fallen gelassen oder hingelegt werden darf, oder

(II) wenn die Regeln verlangen, einen fallen gelassenen Ball erneut fallen zu lassen bzw. einen bewegten Ball zurückzulegen.

Anmerkung: Ball von außerhalb des Abschlags oder von falschem Abschlag abgespielt – siehe Regel 11-4.

b) Lochspiel
Macht ein Spieler einen Schlag von einem falschen Ort, verliert er das Loch.
Ist „alles zu spät" und der Fehler aus der Regel 20-2 (Fallenlassen und erneutes Fallenlassen) oder 20-3 (Hinlegen und Zurücklegen) wurde nicht rechtzeitig korrigiert, gilt Regel 20-7.  
c) Zählspiel
Macht ein Bewerber einen Schlag von einem falschen Ort, zieht er sich die Strafe von zwei Schlägen nach der anwendbaren Regel zu. Er muss das Loch mit dem vom falschen Ort gespielten Ball zu Ende spielen, ohne seinen Fehler zu beheben, vorausgesetzt, er hat keinen schwerwiegenden Verstoß begangen (siehe Anmerkung 1).

Wird sich ein Bewerber nach dem Spielen vom falschen Ort dieser Tatsache bewusst und nimmt an, es könne sich um einen schwerwiegenden Verstoß handeln, muss er, bevor er einen Schlag auf dem nächsten Abschlag macht, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde. Wenn das gespielte Loch das letzte Loch der Runde ist, muss er vor dem Verlassen des Grüns seine Absicht erklären, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende zu spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde.


Merke: Zunächst fallen zwei Strafschläge an. Ob der Fehler darüber hinaus korrigiert werden muss, hängt davon ab, ob der falsche Ort dem Spieler keinen bzw. nur einen kleinen Vorteil verschafft hat, oder ob das Spiel vom falschen Ort dem Spieler über Gebühr einen Vorteil verschafft hat.
Die im Regeltext zitierte anwendbare Regel richtet sich nach der Situation, in der der Spieler eien Regel angewandt hatte. Es ist also z. B. bei einem unbewgelichen Hemmnis die Regel 24-2, bei einem Wasserhindernis die Regel 26-1 und bei einem unspielbaren Ball die Regel 28.

Ein einfacher Verstoß, der nicht korrigiert werden muss und der mit zwei Strafschlägen abgegolten ist, wäre z. B. das Spielen eines Balls, der beim Fallenlassen von einem Hemmnis auf dem Fairway drei statt der maximal zwei erlaubten Schlägerlängen rollt.
Lässt der Spieler dagegen einen Ball an der Ausgrenze fallen, an der sein Ball über die Grenze geflogen ist, so spart er sich die ganze Entfernung bis zur Stelle des letzten Schlags, was ihm sicher einen bedeutenden Vorteil verschafft.
Hat der Bewerber einen zweiten Ball gespielt, muss er den Sachverhalt der Spielleitung melden, bevor er seine Zählkarte einreicht; versäumt er dies, ist er disqualifiziert. Die Spielleitung muss feststellen, ob der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen hat. Ist dies der Fall, gilt die Schlagzahl mit dem zweiten Ball und der Bewerber muss seiner Schlagzahl mit dem zweiten Ball zwei Strafschläge hinzurechnen. Wenn der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß begangen hatte und ihn nicht wie oben angegeben behoben hat, ist er disqualifiziert. Neben dem zweiten Ball aus Regel 3-3 ("Regelball" – Zweifel über Spielweise) ist diese Regel die einzige, die es einem Spieler gestattet, das Loch mit zwei Bällen zu Ende zu spielen.
Die Spielleitung muss zwingend von dem Sachverhalt erfahren, denn auch wenn der Spieler davon ausgeht, dass beide Ergebnisse gleich waren, so besteht doch die Möglichkeit, dass er sich in der zu wertenden Schlagzahl irrt.













 
Anmerkung 1: Ein Bewerber hat einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen, wenn die Spielleitung der Meinung ist, dass er sich durch das Spielen vom falschen Ort einen bedeutenden Vorteil verschafft hat. Anm. 1: Das kann „zu nahe am Loch" sein, aber auch „auf dem Fairway statt hinter einem Busch", „außerhalb des Bunkers statt im Bunker" usw.  
Anmerkung 2: Spielt ein Bewerber einen zweiten Ball nach Regel 20-7c und es wird entschieden, dass dieser nicht zählt, bleiben Schläge mit diesem Ball und Strafschläge, die nur beim Spielen dieses Balls anfielen, außer Betracht. Wird entschieden, dass der zweite Ball zählt, bleiben der Schlag vom falschen Ort sowie darauf folgende Schläge mit dem ursprünglichen Ball einschließlich Strafschläge, die nur beim Spielen des ursprünglichen Balls anfielen, außer Betracht. Anm. 2: Dies wird sinngemäß zu Regel 3-3 (Zweifel über Spielweise) gehandhabt.  
Anmerkung 3: Zieht sich ein Spieler eine Strafe für das Spielen eines Schlags vom falschen Ort zu, fällt keine zusätzliche Strafe an für:

a) das unerlaubte Ersetzen eines Balls;

b) das Fallenlassen eines Balls, der nach den Regeln hinzulegen ist, oder das Hinlegen eines Ball, der nach den Regeln fallen zu lassen ist;

c) das nicht korrekte Fallenlassen eines Balls; oder

d) einen Ball, der von einer Person ins Spiel gebracht wurde, die dies nach den Regeln nicht durfte.
Anm. 3: Verwechselt ein Spieler beim Zurücklegen des Balls auf dem Grün versehentlich seinen Ball und legt er ihn dabei hinter seinen Ballmarker und nicht davor, so wäre dieser Fall eingetreten.