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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
20-3 Hinlegen und Zurücklegen
a) Durch wen und wohin
Ein Ball, der nach den Regeln hinzulegen ist, muss vom Spieler oder seinem Partner hingelegt werden.

Ein Ball, der nach den Regeln zurückzulegen ist, muss von einer der folgenden Personen zurückgelegt werden:

(I) von der Person, die den Ball aufgenommen oder bewegt hatte,

(II) von dem Spieler, oder

(III) von dem Partner des Spielers.

Der Ball muss an die Stelle hingelegt werden, von der er aufgenommen oder bewegt worden war.
Zum Verständnis: Die Regel unterscheidet zwischen hinlegen (d. h., an eine NEUE, andere Stelle) und zurücklegen (d. h. an die ALTE Stelle).

Hin- und Zurücklegen kann durch den Spieler oder seinen Partner erfolgen.
Nur das Zurücklegen kann der Spieler darüber hinaus an denjenigen delegieren, der den Ball aufgenommen hatte, auch wenn dies nicht sein Partner war. Jedoch behält der Spieler die Verantwortung dafür, dass alles regelgerecht zugeht.
Wird der Ball durch eine andere Person hin- oder zurückgelegt und der Fehler nicht wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu. In jedem dieser Fälle ist der Spieler dabei für jeden anderen Regelverstoß verantwortlich, der aufgrund des Hin- oder Zurücklegens des Balls geschieht.

Wird ein Ball oder ein Ballmarker beim Hin- oder Zurücklegen des Balls versehentlich bewegt, muss der Ball bzw. der Ballmarker zurückgelegt werden. Dies ist straflos, sofern das Bewegen von Ball oder Ballmarker unmittelbar auf die eigentliche Handlung von Hin- oder Zurücklegen des Balls oder Fortbewegen des Ballmarkers zurückzuführen ist. Anderenfalls zieht sich der Spieler einen Strafschlag nach Regel 18-2 oder 20-1 zu.

Wird ein zurückzulegender Ball an eine andere Stelle gelegt als die, von der er aufgenommen oder bewegt worden, war und wird der Fehler nicht wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, zieht sich der Spieler die Grundstrafe von Lochverlust im Lochspiel oder zwei Schläge im Zählspiel für einen Verstoß gegen die anwendbare Regel zu.
Der Ballmarker hat hier den gleichen Status wie der Ball und ist deshalb mit der gleichen Vorsicht zu behandeln. Beim Kennzeichnen der Lage des Balls kann es leicht vorkommen, dass der Ball oder der Ballmarker bewegt werden. Da die Handlung einen Umgang mit dem Ball und dem Ballmarker vorsieht, ist es jedoch straflos, wenn sich im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Kennzeichnen der Lage der Ball oder der Ballmarker bewegen.
Fällt dagegen einem Spieler bei dieser Handlung z. B. der Putter oder der Ballmarker aus der Hand und trifft dabei den Ball, der sich daraufhin bewegt, so fällt dies nicht unter die straflose Ausnahme.
b) Lage eines hin- oder zurückzulegenden Balls verändert
Wurde die ursprüngliche Lage eines hin- oder zurückzulegenden Balls verändert, muss

(I) außer in einem Hindernis, der Ball in die nächste, der ursprünglichen möglichst ähnliche Lage, hingelegt werden, nicht weiter als eine Schlägerlänge von der ursprünglichen Lage entfernt, nicht näher zum Loch und nicht in einem Hindernis;

(II) in einem Wasserhindernis der Ball in Übereinstimmung mit obiger Ziffer (I) hingelegt werden, jedoch in dem Wasserhindernis;

(III) in einem Bunker die ursprüngliche Lage so gut wie möglich wieder hergestellt und der Ball in diese Lage hingelegt werden.

Anmerkung: Wurde die ursprüngliche Lage eines Balls, der hin- oder zurückzulegen ist, verändert, und es ist nicht möglich, die Stelle festzustellen, an die der Ball hin- oder zurückzulegen ist, gilt
- Regel 20-3b, wenn die ursprüngliche Lage bekannt ist, und
- Regel 20-3c, wenn die ursprüngliche Lage nicht bekannt ist.

Ausnahme: Sucht oder identifiziert der Spieler einen von Sand bedeckten Ball – siehe Regel 12-1a.

Der Begriff „Lage" definiert sich nicht nur aus den Koordinaten der Stelle, an der der Ball lag, sondern auch durch den Zustand des Bodens, der Pflanzen und allen anderen Gegenständen um den Ball herum. Wird die Lage des Balls verändert (z. B. indem eine Person versehentlich darauf tritt und sie dahingegend verändert, dass dort jetzt eine Vertiefung entstanden ist), so besteht die alte Lage nicht mehr, und es ist deshalb nicht möglich, den Ball dahin zurückzulegen. Aus diesem Grund wird im Gelände und im Wasserhindernis verlangt, dass der Ball an die nächste möglichst ähnliche Stelle gelegt wird (nicht weiter als eine Schlägerlänge und im Wasserhindernis, wenn er vorher im Wasserhindernis lag).

Im Bunker lässt sich wegen der Beweglichkeit des Sandes die ursprüngliche Lage einfach wiederherstellen. Hier wird es eher vorkommen, dass die Lage verändert wurde, wenn ein Ball sich vollständig in den Sand einbohrt und erst beim Suchen mit einer Harke wieder aus dem Untergrund erscheint. „Wiederherstellen" der Lage heißt in diesem Fall, dass der Ball auch wieder eingegraben werden muss, wenn er sich vorher unter dem Sand befunden hat. Nur ein kleiner Teil darf frei bleiben, so dass der Spieler seinen Ball sehen kann (siehe Entscheidung 12-1/2).
c) Stelle nicht feststellbar
Ist es nicht möglich, die Stelle festzustellen, an die der Ball hinzulegen oder zurückzulegen ist, muss

(I) im Gelände der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, fallen gelassen werden, aber nicht in einem Hindernis oder auf einem Grün;

(II) in einem Hindernis der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, in dem Hindernis fallen gelassen werden;

(III) auf dem Grün der Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, hingelegt werden, aber nicht in einem Hindernis.


In vielen Fällen wird eine Situation, in der die Lage des Balls verändert wurde (Regel 20-3b) auch dazu führen, dass ein Spieler nicht weiß, wo sein Ball vorher gelegen hat.
Fällt der Ball z. B. bei der Suche aus einem Grasbüschel, auf das ein Mitbewerber getreten hat, so ist nicht bekannt, wo genau in dem Grasbüschel der Ball vorher gelegen hat. Die Lage kann schlecht oder auch noch schlechter gewesen sein. Deshalb ist es dem Spieler nicht zuzumuten, diese Lage zu schätzen und Regel 20-3c hat Vorrang vor 20-3b.


 
Ausnahme: Wenn das Spiel wieder aufgenommen wird (Regel 6-8d) und die Stelle nicht bestimmt werden kann, an die der Ball hingelegt werden muss, muss diese Stelle geschätzt werden, und der Ball muss an die geschätzte Stelle hingelegt werden. Bei Wiederaufnahme des Spiels nach einer Unterbrechung (z. B. bei Gewitter) wird davon ausgegangen, dass der Spieler die Umstände kennt, die die Lage des Balls beschreiben, z. B. auf dem Fairway und nicht in einem Divotloch.
Deshalb steht ihm nach einer Wiederaufnahme des Spiels auch eine Stelle auf dem Fairway zu, an der kein Divotloch besteht. Beim Fallenlassen des Balls könnte aber nicht mit Sicherheit vermieden werden, dass der Ball in einer solchen (schlechteren) Lage zur Ruhe kommt.
 
d) Ball kommt nicht an Stelle zur Ruhe
Kommt ein Ball, der hingelegt wurde, nicht an der Stelle zur Ruhe, an der er hingelegt wurde, ist das straflos, und der Ball muss zurückgelegt werden.

Bleibt er abermals an jener Stelle nicht liegen, muss er

(I) außer in einem Hindernis, an der nächsten Stelle hingelegt werden, an der er beim Hinlegen in Ruhe bleibt, nicht näher zum Loch und nicht in einem Hindernis;

(II) in einem Hindernis an der nächsten Stelle in dem Hindernis hingelegt werden, an der er beim Hinlegen in Ruhe bleibt, nicht näher zum Loch.

Kommt ein hingelegter Ball an der Stelle zur Ruhe, an der er hingelegt wurde, und bewegt sich anschließend, ist dies straflos,
und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt, es sei denn, die Vorschriften einer anderen Regel finden Anwendung.

* STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 20-1, 20-2 oder 20-3:
Lochspiel – Lochverlust;
Zählspiel – Zwei Schläge

* Macht ein Spieler einen Schlag nach einem nach einer dieser Regeln neu eingesetzten Ball, wenn das Ersetzen nicht erlaubt ist, so zieht er sich die Grundstrafe für einen Verstoß gegen diese Regel zu, aber keine weitere Strafe nach dieser Regel.

Lässt ein Spieler einen Ball auf eine nicht korrekte Art und Weise fallen, und spielt von falscher Stelle, oder wurde der Ball von einer Person ins Spiel gebracht, die dies nach den Regeln nicht durfte, und dann von falscher Stelle gespielt, siehe Anmerkung 3 zu Regel 20-7c.
Der Ball muss zentimeterweise von der Stelle, an der er eigentlich liegen sollte, zur Seite bewegt werden, bis eine Stelle erreicht wurde, an der der Ball erstmals liegen bleibt. Hierbei darf der Ball nicht in oder auf den Boden gedrückt werden. Er muss ausschließlich mit seinem Eigengewicht an dieser Stelle liegen bleiben.