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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
20-2 Fallenlassen und erneutes Fallenlassen
a) Durch wen und wie
Ein Ball, der nach den Regeln fallen zu lassen ist, muss vom Spieler selbst fallen gelassen werden. Der Spieler muss aufrecht stehen, mit ausgestrecktem Arm den Ball in Schulterhöhe halten und ihn fallen lassen. Wird der Ball von einer anderen Person oder auf andere Weise fallen gelassen und dieser Fehler nicht, wie in Regel 20-6 vorgesehen, korrigiert, zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu.

Berührt der Ball, wenn er fallen gelassen wird, irgendeine Person oder die Ausrüstung irgendeines Spielers, bevor oder nachdem er auf einen Teil des Platzes auftrifft und bevor er zur Ruhe kommt, muss der Ball straflos erneut fallen gelassen werden. Wie oft ein Ball unter den beschriebenen Umständen erneut fallen zu lassen ist, unterliegt keiner Beschränkung.

(Beeinflussung von Lage oder Bewegung eines Balls – siehe Regel 1-2.)
Wichtig: Die vorgesehene Strafe fällt nicht für das falsche Fallenlassen an, sondern erst, wenn der falsch fallen gelassene Ball gespielt wurde. Reklamiert ein Mitspieler trotz Kenntnis des Sachverhalts deshalb erst nach dem Schlag, dass der Ball falsch fallen gelassen wurde, muss dies wohl als äußerst unsportlich angesehen werden, da er den Spieler nicht rechtzeitig auf den Verstoß aufmerksam gemacht hat, als dieser noch straflos zu korrigieren gewesen war.
Der Mitspieler kann dafür durch die Spielleitung nach Regel 33-7 (Strafe der Disqualifikation; Ermessen der Spielleitung) disqualifiziert werden.





b) Wo fallen lassen
Ist ein Ball so nahe wie möglich einer bestimmten Stelle fallen zu lassen, darf er nicht näher zum Loch als die bestimmte Stelle fallen gelassen werden, wobei die Stelle geschätzt werden muss, falls sie dem Spieler nicht genau bekannt ist.

Ein Ball muss beim Fallenlassen zuerst dort auf einem Teil des Platzes auftreffen, wo er nach der anwendbaren Regel fallen zu lassen ist. Wird er nicht so fallen gelassen, gelten Regeln 20-6 und 20-7.
Ist ein Ball also z. B. im Bunker fallen zu lassen, so muss er auch beim Droppen zuerst im Bunker auf den Boden treffen. Er darf so auch z. B. nicht, um dem Spieler so im Bunker eine bessere Lage zu verschaffen, zunächst gezielt oder ungezielt außerhalb des Bunkers auftreffen und dann nur von der Seite in den Bunker rollen.  
c) Wann erneut fallen lassen
Ein fallen gelassener Ball muss straflos erneut fallen gelassen werden, wenn er

(I) in ein Hindernis hineinrollt und im Hindernis zur Ruhe kommt;

(II) aus einem Hindernis hinausrollt und außerhalb des Hindernisses zur Ruhe kommt;

(III) auf ein Grün rollt und auf dem Grün zur Ruhe kommt;

(IV) ins Aus rollt und im Aus zur Ruhe kommt;

(V) in eine Lage rollt und dort zur Ruhe kommt, wo Behinderung durch den Umstand gegeben ist, von dem nach Regel 24-2b (unbewegliches Hemmnis), Regel 25-1 (ungewöhnlich beschaffener Boden), Regel 25-3 (falsches Grün) oder nach einer Platzregel (Regel 33-8a) Erleichterung in Anspruch genommen wurde, oder in das Balleinschlagloch zurückrollt, aus dem er nach Regel 25-2 (eingebetteter Ball) aufgenommen wurde;

(VI) weiter als zwei Schlägerlängen von der Stelle wegrollt und zur Ruhe kommt, an der er zuerst auf einem Teil des Platzes auftraf oder
Die Aufzählung ist vollständig aber es kommt hier mehr darauf an, welche Fälle (absichtlich) nicht darin enthalten sind.

Ein Ball darf nicht erneut fallen gelassen werden, wenn er
a) in die Lage zurückrollt, in der ihn der Spieler für unspielbar (Regel 28) gehalten hat, oder
b) so nahe an einem Wasserhindernis zur Ruhe kommt, dass der Spieler seinen Stand in dem Hindernis beziehen müsste, oder
c) wenn er auf ein Hemmnis oder einen ungewöhnlich beschaffenen Boden rollt, das/der nicht Anlass für das aktuelle Erleichterungs- verfahren war, (z. B. vom Weg fallen gelassen und dabei hinter einem Maulwurfshaufen zur Ruhe gekommen). Natürlich kann der Spieler dann entscheiden, für die neue Lage erneut Erleichterung zu beanspruchen.
Wird ein Ball nicht regelkonform fallen gelassen (z. B. näher zum Loch als gestattet), so zählt dies nicht als ein „echtes" Fallenlassen des Balls. d. h., nach einem solchen regelwidrigen Fallenlassen ist das nächste Fallenlassen immer noch der erste Versuch, den Ball regelkonform fallen zu lassen und nicht bereits das „erneute Fallenlassen" aus Regel 20-3c.
Würden nicht regelkonforme Versuche auch zählen, so könnte ein Spieler leicht mit zwei beabsichtigten ungültigen Versuchen erreichen, den Ball danach legen zu dürfen, was aber nicht Sinn dieser Regel ist.
(VII) näher zum Loch rollt und zur Ruhe kommt als
(a) seine ursprüngliche oder geschätzte Lage (siehe Regel 20-2b), sofern dies nicht anderweitig nach den Regeln gestattet ist, oder

(b) der nächstgelegene Punkt der Erleichterung oder der größten erzielbaren Erleichterung (Regel 24-2, 25-1 oder 25-3), oder

(c) der Punkt, an dem der ursprüngliche Ball zuletzt die Grenze des Wasserhindernisses oder seitlichen Wasserhindernisses gekreuzt hat (Regel 26-1).

Rollt der erneut fallen gelassene Ball in eine Lage wie oben aufgezählt, muss er so nahe wie möglich der Stelle hingelegt werden, an der er zuerst auf einem Teil des Platzes auftraf, als er erneut fallen gelassen wurde.


Merksatz: „Zweimal droppen und dann legen". Der Bezugspunkt für das Legen (s. Regel 20-3) wird beim zweiten Fallenlassen geschaffen. Der Ball muss dann an die Stelle gelegt werden, an der er beim zweiten Droppen erstmals auf den Boden aufgekommen ist.  
Anmerkung 1: Kommt ein fallen gelassener oder erneut fallen gelassener Ball zur Ruhe und bewegt sich anschließend, muss der Ball gespielt werden, wie er liegt, es sei denn, die Vorschriften einer anderen Regel finden Anwendung.




Anm.1: Kommt ein fallen gelassener Ball zur Ruhe, befindet er sich wieder „im Spiel". Dies ist der Grund, warum er dann nur noch unter richtiger Anwendung einer Regel angefasst oder bewegt werden darf.




 
Anmerkung 2: Ist ein Ball, der nach dieser Regel erneut fallen zu lassen oder hinzulegen ist, nicht sofort wiederzuerlangen, darf ein anderer Ball eingesetzt werden.

(Benutzung von Drop-Zonen – siehe Anhang I, Teil A, Abschnitt 6)
Anm.2: Rollt der Ball z. B. beim Fallenlassen unwiederbringlich in ein Wasserhindernis, so ist dies nach den Regeln straflos, da der Ball nicht „im Spiel" war. Der Spieler darf dann einen neuen (anderen) Ball nehmen.
Bleibt der Ball jedoch außerhalb des Hinder- nisses liegen und rollt erst, nachdem er ein paar Sekunden zur Ruhe gekommen war, weiter in das Wasserhindernis, so befindet er sich „im Spiel" und darf nicht straflos erneut fallen gelassen werden. Der Spieler kann dann nur mit einem Strafschlag die Regel 26 (Wasserhindernisse) in Anspruch nehmen.