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Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
Entscheidungen zu den Golfregeln 2016-2017
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Offizieller Regeltext Erläuterung  
16 DAS GRÜN
16-1 Allgemeines
a) Puttlinie berühren
Die Puttlinie darf nicht berührt werden, außer
Zu den Rechten und Pflichten des Spielers bezüglich der Grünoberfläche und der Puttlinie gibt es viele Fehleinschätzungen und Gerüchte. Gerade hier gilt: Wird ein bestimmtes Verfahren vorgeschrieben, so ist alles andere verboten; wird aber eine bestimmte Handlung verboten, so ist alles andere erlaubt.
 
(I) dass der Spieler lose hinderliche Naturstoffe fortbewegen darf, ohne dabei irgendetwas niederzudrücken; I) Es gibt keine Einschränkung, womit der Spieler z. B. Blätter oder Schnittgut entfernen darf (und zwar auf jegliche Art und Weise). Es darf nur nichts niedergedrückt werden.
(II) dass der Spieler beim Ansprechen des Balls den Schläger vor den Ball stellen darf, ohne dabei irgendetwas niederzudrücken; II) Den Schläger vor den Ball zu stellen, ist wiederum ein „erlaubtes Extra", aber auch hier wird wieder verlangt „nichts niederzudrücken". „Niederdrücken" bedeutet, den Schläger mit mehr Druck als durch sein Eigengewicht auf den Boden zu setzen. „Vor den Ball" bedeutet „unmittelbar vor den Ball", nicht jedoch irgendwo im Verlauf der weiteren Puttlinie.  
(III) beim Nachmessen – Regel 18-6;
III) Straffreiheit beim Nachmessen der Entfernung erleichtert besonders im Lochspiel das Feststellen der Spielreihenfolge.  
(IV) beim Aufnehmen oder Zurücklegen des Balls – Regel 16-1b; IV) Da der Ball auf der Puttlinie liegt, würde es vielfach zu unerheblichen Zufalls - Regelverstößen führen, wäre das Berühren der Puttlinie in diesem Zusammenhang nicht erlaubt.  
(V) beim Eindrücken eines Ballmarkers; V) Der Ballmarker darf (was aber allgemein unüblich ist) auch vor den Ball gelegt werden, also auf die Puttlinie. Dies wäre nicht möglich, wenn das Berühren der Puttlinie hier nicht ausdrücklich gestattet wäre.
(VI) beim Ausbessern von alten Lochpfropfen oder Einschlaglöchern von Bällen auf dem Grün – Regel 16-1c und VI) Notwendig erscheinende Reparaturen, die ein faires Spiel fördern (Ausbessern von Pitchmarken) sind ohne eine Berührung der Puttlinie vielfach nicht möglich.
(VII) beim Fortbewegen beweglicher HemmnisseRegel 24-1.
(Puttlinie auf dem Grün angeben – siehe Regel 8-2b.)
VII) Für bewegliche Hemmnisse auf dem Grün gilt die Regelung, wie sie in I) auch für lose hinderliche Naturstoffe existiert. Werden sie entfernt, darf dabei die Puttlinie berührt werden, ohne jedoch etwas niederzudrücken.  
b) Ball aufnehmen und reinigen
Ein Ball auf dem Grün darf aufgenommen und auf Wunsch gereinigt werden. Die Lage des Balls muss markiert werden, bevor er aufgenommen wird und der Ball muss zurückgelegt werden (siehe Regel 20-1). Ist ein anderer Ball in Bewegung, darf ein Ball nicht aufgenommen werden, der die Bewegung dieses anderen Balls beeinflussen könnte.
Es gibt keine Beschränkung, wie oft der Ball aufgenommen werden darf. Ein Spieler darf seinen gerade zurückgelegten Ball erneut kennzeichnen und ihn aufnehmen, z. B. zum weiteren Säubern oder Ausrichten der Markenbezeichnung an der Puttlinie.
Natürlich muss eine Verzögerung des Spiels dabei unterbleiben. Ist der Ballmarker bereits aufgenommen worden, so darf der Ball nicht mehr angefasst werden!
c) Ausbessern von Lochpfropfen, Einschlaglöchern von Bällen und sonstigen Schäden
Der Spieler darf einen alten Lochpfropfen oder Schäden auf dem Grün, die durch Einschlag eines Balls hervorgerufen wurden, ausbessern, gleich ob sein Ball auf dem Grün liegt oder nicht. Wird ein Ball oder ein Ballmarker versehentlich bei einer solchen Ausbesserung bewegt, muss der Ball oder der Ballmarker zurückgelegt werden. Dies ist straflos, sofern das Bewegen des Balls oder des Ballmarkers unmittelbar auf die eigentliche Handlung des Ausbesserns eines alten Lochpfropfens oder Schadens auf dem Grün durch Einschlag eines Balls zurückzuführen ist. Anderenfalls gilt Regel 18.

Irgendein sonstiger Schaden auf dem Grün darf nicht ausgebessert werden, falls dies dem Spieler bei seinem nachfolgenden Spielen des Lochs von Nutzen sein könnte.
c) Diese Regel lässt nur das Ausbessern von alten Lochpfropfen und Balleinschlaglöchern zu. Ausdrücklich wird das Ausbessern aller anderen Schäden (z. B. Fußspuren und "Spikemarks", also durch Spikes oder Schuhsohlen verursachte Schäden) untersagt.
Entgegen weit verbreiteter Meinung spielen auch die Professionals bei Wettspielen der European Tour nach dieser Regel, und es wäre unzulässig, per Platzregel eine Ausnahme zu machen.











 
d) Prüfen der Oberfläche
Während der festgesetzten Runde darf ein Spieler die Oberfläche irgendeines Grüns nicht dadurch prüfen, dass er einen Ball rollt oder die Oberfläche aufraut oder aufkratzt.

Ausnahme: Zwischen dem Spiel von zwei Löchern darf ein Spieler die Oberfläche jedes Übungsgrüns oder das Grün des zuletzt gespielten Lochs prüfen, es sei denn die Spielleitung hat dies untersagt (siehe Anmerkung 2 zu Regel 7-2).
d) Nur diese drei Handlungen können ein Prüfen der Oberfläche sein: Rollen, Kratzen, Aufrauen. Nicht jedoch: Grün anfassen, Ball am Grün säubern ohne Absicht es zu prüfen, Tee ins Grün stecken um die Lage des Balls zu markieren usw.

Ausn.: In den DGV-Meisterschaften ist dies durch eine Wettspielbedingung untersagt, ebenso in den Wettspielen der Landesgolfverbände.
 
e) Über oder auf Puttlinie stehen
Der Spieler darf auf dem Grün keinen Schlag aus einer Standposition machen, bei der er beiderseits der Puttlinie einschließlich der Verlängerung dieser Linie hinter dem Ball steht oder diese Linie einschließlich dieser Verlängerung mit einem seiner Füße berührt.

Ausnahme: Es ist straflos, wenn der Stand unabsichtlich auf oder über der Puttlinie (oder einer Verlängerung dieser Linie hinter dem Ball) eingenommen wird oder wenn er eingenommen wird, um nicht auf der Puttlinie oder der voraussichtlichen Puttlinie eines anderen Spielers zu stehen.

e) Die Puttlinie erstreckt sich nicht über das Loch hinaus. Deshalb darf ein Spieler auf jeden Fall so stehen, dass das Loch sich zwischen ihm und dem Ball befindet. Diese Standposition hat nichts mit dem Verschaffen eines Vorteils zu tun, sondern dient üblicherweise nur dazu, kurze Putts schnell zu beenden. Doch s. auch Regel 14 (Der Schlag nach dem Ball) .

Etikette und Spielgeschwindigkeit haben hier Vorrang. In den seltenen Einzelfällen wird die sonst unzulässige Standposition in aller Regel auch keinen Vorteil bieten.




 
f) Schlag machen, solange anderer Ball in Bewegung
Der Spieler darf keinen Schlag machen, solange ein anderer Ball nach einem auf dem Grün gemachten Schlag in Bewegung ist, es sei denn, der betreffende Spieler hätte nach der Spielfolge zuerst spielen müssen, wodurch sein Handeln straflos bleibt.
(Ball aufnehmen, der Spiel unterstützt oder behindert, solange anderer Ball in Bewegung – siehe Regel 22.)

STRAFE FÜR VERSTOSS GEGEN REGEL 16-1:
Lochspiel — Lochverlust;
Zählspiel — Zwei Schläge.

(Position von Caddie oder Partner – siehe Regel 14-2.)
(Falsches Grün – siehe Regel 25-3.)
f) Jede Gefahr, dass sich zwei rollende Bälle auf dem Grün treffen, soll hiermit vermieden werden. Es würde deutlich in das Spiel eines Mitbewerbers eingreifen, seinen rollenden Ball zu stören.