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Offizieller Regeltext Erläuterung  
1.3 c.
Strafen
 

(1)       Handlungen, die Strafen nach sich ziehen. Eine Strafe fällt an, wenn der Spieler oder sein Caddie gegen eine Regel verstoßen (siehe Regel 10.3c).

Eine Strafe fällt auch an, wenn

·         eine andere Person eine Handlung vornimmt, die bei Durchführung durch den Spieler oder dessen Caddie ein Regelverstoß wäre und diese Person auf Bitte des Spielers oder mit seiner Ermächtigung handelt oder

·         der Spieler sieht, wie eine andere Person seinen Ball oder Ausrüstung auf eine Weise behandelt, die ein Verstoß gegen die Regeln wäre, wenn er oder sein Caddie so handelten und er keine angemessenen Schritte unternimmt, diese Handlung zu verhindern oder zu beenden.

(2)       Strafmaß. Strafen dienen dazu, jeden möglichen Vorteil eines Spielers auszugleichen. Strafen gibt es in drei Stufen:

Ein Strafschlag. Diese Strafe wird sowohl im Lochspiel als auch im Zählspiel nach bestimmten Regeln verhängt, wenn entweder (a) der mögliche Vorteil durch einen Regelverstoß geringfügig ist oder (b) ein Spieler Erleichterung mit Strafe in Anspruch nimmt, indem er einen Ball von einem anderen Ort als dem spielt, an dem der ursprüngliche Ball liegt.

Grundstrafe (Lochverlust im Lochspiel, zwei Strafschläge im Zählspiel). Diese Strafe gilt für einen Verstoß gegen die meisten Regeln, bei denen der mögliche Vorteil größer ist als der, bei dem nur ein Strafschlag verhängt wird.

Disqualifikation. Sowohl im Lochspiel als auch im Zählspiel kann ein Spieler für bestimmte Handlungen oder Regelverstöße, einschließlich schwerwiegenden Fehlverhaltens (siehe Regel 1.2), oder, wenn ein möglicher Vorteil zu groß ist, um das Spielergebnis als gültig anzuerkennen, für das Turnier disqualifiziert werden.

(3)       Keine Ermessensfreiheit zum Abändern von Strafen. Strafen sind nur wie in den Regeln vorgesehen anzuwenden.

·         Weder ein Spieler noch die Spielleitung ist berechtigt, Strafen in anderer Weise anzuwenden und

·         die falsche Anwendung einer Strafe oder das Versäumnis, eine Strafe anzuwenden, darf nur bestehen bleiben, wenn es für eine Berichtigung zu spät ist (siehe Regeln 20.1b(2)-(4), 20.2d und 20.2e).

Im Lochspiel dürfen der Spieler und sein Gegner übereinkommen, wie ein Regelfall zu entscheiden ist, solange sie nicht absichtlich übereinkommen, die Regeln falsch anzuwenden (siehe Regel 20.1b(1)).

(4) Strafen bei mehrfachem Regelverstoß. Verstößt ein Spieler gegen mehrere Regeln gleichzeitig oder verstößt mehrfach gegen dieselbe Regel, bevor etwas anderes geschieht (zum Beispiel das Ausführen eines Schlags oder das Feststellen des Regelverstoßes), hängt die Strafe davon ab, was der Spieler getan hat:

·         Verstöße aus nicht zusammenhängenden Handlungen. Der Spieler zieht sich für jeden Regelverstoß die jeweilige Strafe zu.

·         Verstöße aus einer einzelnen Handlung oder zusammenhängenden Handlungen. Der Spieler zieht sich nur eine Strafe zu; aber wenn die Handlung oder die Handlungen gegen mehrere Regeln mit unterschiedlichen Strafen verstießen, fällt die jeweils höhere Strafe an, zum Beispiel:

Ø   Mehrfache Verstöße gegen ein Verfahren. Verstößt der Spieler mit einer einzelnen Handlung oder zusammenhängenden Handlungen gegen mehr als eine Anforderung zum Verfahren des Markierens, Aufnehmens, Reinigens, Droppens, Zurücklegens oder Hinlegens eines Balls, bei dem die Strafe ein Strafschlag ist, zum Beispiel das Aufnehmen des Balls ohne Markieren oder das unerlaubte Reinigen des aufgenommenen Balls, zieht sich der Spieler insgesamt einen Strafschlag zu.

Ø   Fälschlich neu eingesetzten Ball vom falschen Ort spielen. Setzt ein Spieler im Zählspiel unter Verstoß gegen Regel 6.3b einen Ball neu ein und spielt er diesen Ball unter Verstoß gegen Regel 14.7a von einem falschen Ort, zieht sich der Spieler insgesamt zwei Strafschläge zu.

Ø       Gemeinsame Verfahrensverstöße und Verstöße zum Ersetzen / falscher Ort. Verstößt der Spieler mit einer einzelnen Handlung oder zusammenhängenden Handlungen im Zählspiel gegen eine oder mehrere Anforderungen zum Verfahren, bei denen die Strafe ein Strafschlag ist und verstößt er gleichzeitig gegen eine oder beide Regeln, indem er regelwidrig einen Ball neu einsetzt und vom falschen Ort spielt, zieht sich er sich insgesamt zwei Strafschläge zu.

Aber: Jeder Strafschlag, den sich ein Spieler bei einem Erleichterungsverfahren zuzieht (zum Beispiel ein Strafschlag nach den Regeln 17.1, 18.1 und 19.2), fällt immer zusätzlich zu jeder anderen Strafe an.

In (2) wird ein Prinzip deutlich, das bisher nicht so einheitlich zu finden war: Eine Strafe fällt für einen Vorteil an, den ein Spieler sich verschafft hat. Liegt kein Vorteil vor, oder kann der Verstoß "geheilt" werden, fällt deshalb in vielen Regeln keine Strafe mehr an.

Beispiel: Ein Spieler zieht versehentlich ein Pfahl heraus, der entweder als unbeweglich glt oder ein Aus-Pfahl ist und deshalb nicht bewegt werden darf. Früher waren dafür zwei Strafschläge vorgesehene, die jetzt nicht mehr anfallen, wenn der Spieler den unbeschädigten Pfahl vor dem Schlag in seine vorherige Position zurückstellen kann.

Bricht der Pfahl beim Herausziehen, ist das Zurückstellen keine Option mehr.



Spielen vom falschen Ort hängt zusammen mit dem Verursachen, den Ball zu bewegen:
Bewegt ein Spieler seinen Ball im Spiel unter Verstoß gegen Regel 9.4 und spielt den Ball vom neuen Ort, statt ihn zurückzulegen, zieht sich der Spieler nur die Grundstrafe nach Regel 14.7 für Spielen von einem falschen Ort zu. Die Handlung, den Ball unter Verstoß gegen Regel 9.4 zu bewegen, steht im Zusammenhang mit dem Spielen von einem falschen Ort unter Verstoß gegen Regel 14.7.


1.3c(1)/1 – Handlung einer anderen Person führt dazu, dass
Spieler gegen eine Regel verstößt

Wenn die Handlung einer anderen Person in Hinblick auf den Spieler einen Regelverstoß darstellt und diese Handlung auf Bitte des Spielers hin erfolgt oder der Spieler diese Handlung sieht und zulässt, ist der Spieler dafür verantwortlich. Beispiele dafür, wann
ein Spieler sich eine Strafe zuzieht, weil er eine Handlung erbeten oder zugelassen hat, schließen ein:

• Ein Spieler bittet einen Zuschauer, einen losen hinderlichen Naturstoff in der Nähe seines Balls zu entfernen. Bewegt sich der Ball, zieht der Spieler sich einen Strafschlag nach Regel 9.4b (Strafe für A ufnehmen oder absichtliches Berühren des Balls oder für das Verursachen, dass er sich bewegt) zu, und der Ball muss
zurückgelegt werden.

• Der Ball eines Spielers wird in hohem Gras gesucht. Ein Zuschauer findet den Ball und drückt das Gras um den Ball herum nieder und verbessert die Bedingungen, die den Schlag beeinflussen. Sieht der Spieler, dass dies geschieht, und unternimmt er keine angemessenen Schritte, um den Zuschauer aufzuhalten, zieht er sich die Grundstrafe für Verstoß gegen Regel 8.1a (Handlungen des Spielers, die die Bedingungen verbessern, die den Schlag betreffen) zu.