Rules4you
Rules4you Regeln
Rules4you Etikette
Rules4you Handicap
Rules4you Spielformen
Rules4you Amateurstatut
Rules4you Für Kids
< vorheriger Regelabschnitt nächster Regelabschnitt >
Offizieller Regeltext Erläuterung  
1.3 b.
Anwendung der Regeln
 

(1)       Verantwortung des Spielers für die Anwendung der Regeln. Spieler sind dafür verantwortlich, die Regeln auf sich anzuwenden.

·         Von Spielern wird erwartet, zu erkennen, wann sie gegen eine Regel verstoßen haben und bei der Anwendung ihrer eigenen Strafen ehrlich zu sein.

Ø   Weiß ein Spieler, dass er gegen eine Regel verstoßen hat, die eine Strafe nach sich zieht und versäumt er es absichtlich, die Strafe anzuwenden, ist der Spieler disqualifiziert.

Ø   Vereinbaren zwei oder mehr Spieler absichtlich, eine ihnen bekannte Regel oder eine Strafe außer Acht zu lassen und hat einer von ihnen die Runde begonnen, sind sie disqualifiziert (auch wenn sie noch nicht nach der Übereinkunft gehandelt haben).

·         Ist es erforderlich, eine Tatfrage zu entscheiden, ist der Spieler dafür verantwortlich, nicht nur seine eigenen Kenntnisse des Sachverhalts zu berücksichtigen, sondern auch alle anderen in angemessener Weise verfügbaren Informationen.

·         Ein Spieler kann einen Referee oder die Spielleitung bezüglich der Regeln um Rat bitten. Aber wenn diese Hilfe nicht in angemessener Zeit zur Verfügung steht, muss der Spieler weiterspielen und den Regelfall später mit einem Referee oder der Spielleitung klären (siehe Regel 20.1).

(2)       Zustimmung zur „angemessenen Einschätzung“ des Spielers beim Bestimmen eines Orts zur Anwendung der Regeln.

·         Viele Regeln verlangen vom Spieler, eine Stelle, einen Punkt, eine Linie, einen Bereich oder einen anderen Ort nach den Regeln zu bestimmen, zum Beispiel beim

Ø   Schätzen, wo ein Ball zuletzt die Grenze einer Penalty Area überquert hat,

Ø   Schätzen oder Messen, wenn ein Ball bei einem Erleichterungsverfahren gedroppt oder gelegt wird oder

Ø   Zurücklegen eines Balls an seine ursprüngliche Stelle (gleich ob die Stelle bekannt oder geschätzt ist).

·         Solche Bestimmungen des Orts müssen zügig und sorgfältig durchgeführt werden, können häufig aber nicht präzise sein.

·         Solange der Spieler unternimmt, was von ihm unter den gegebenen Umständen vernünftigerweise für eine genaue Bestimmung erwartet werden kann, wird eine vertretbare Entscheidung des Spielers anerkannt, selbst wenn sie sich nach dem Schlag durch Videobeweis oder andere Informationen als falsch herausstellt.

·         Wird ein Spieler auf eine falsche Bestimmung aufmerksam, bevor der Schlag gemacht wird, muss diese berichtigt werden (siehe Regel 14.5).

1.3b(1)/1 – Spieler disqualifizieren, die eine Regel kennen, aber absichtlich vereinbaren, sie nicht anzuwenden
Vereinbaren zwei oder mehr Spieler absichtlich, eine ihnen bekannte anwendbare Regel oder Strafe nicht anzuwenden, sind sie disqualifiziert, es sei denn, die Vereinbarung wurde vor der Runde getroffen und widerrufen, bevor irgendein von der Vereinbarung betroffener Spieler seine Runde beginnt.

Beispiel: Vereinbaren zwei Spieler im Zählspiel, alle Putts innerhalb einer Schlägerlänge vom Loch als eingelocht anzusehen, obwohl sie wissen, dass sie auf jedem Loch einlochen müssen. Auf dem ersten Grün erfährt ein anderer Spieler der Gruppe von dieser Vereinbarung. Der Spieler besteht darauf, dass die zwei von der Vereinbarung betroffenen Spieler einlochen, was sie dann tun. Obwohl keiner der von der Vereinbarung betroffenen Spieler danach handelte und versäumte einzulochen, sind sie dennoch disqualifiziert, da sie absichtlich die Regel 3.3c (Versäumnis einzulochen) nicht beachteten.


1.3b(1)/2 Um vereinbaren zu können, eine Regel oder Strafe nicht anzuwenden, müssen die Spieler die entsprechende Regel kennen
Regel 1.3b(1) findet keine Anwendung und es fällt keine Strafe an, wenn Spieler vereinbaren, eine Regel außer Acht zu lassen, von der sie keine Kenntnis haben oder es versäumen, eine Strafe anzuwenden, die ihnen nicht bekannt ist. Beispiele, in denen zwei Spieler sich einer Regel nicht bewusst sind, oder in denen sie es versäumt haben, eine Strafe anzuwenden, und deshalb nicht nach Regel 1.3b(1) disqualifiziert werden, schließen ein:

• Zwei Spieler vereinbaren vor Beginn eines Lochspiels, alle Putts innerhalb einer bestimmten Länge zu schenken, sind sich aber nicht bewusst, dass die Regeln ihnen untersagen, Putts auf diese A rt und Weise zu schenken.

• Vor einem Lochspiel über 36 Löcher vereinbaren zwei Spieler, dass sie nur 18 Löcher spielen und dass derjenige, der nach 18 Löchern nicht führt, das Lochspiel schenken wird. Sie wissen nicht, dass diese Vereinbarung gegen die A usschreibung verstößt. Das Lochspiel beginnt auf dieser Grundlage und der zurückliegende Spieler schenkt nach 18 Löchern das Lochspiel. Da die Spieler sich nicht über das Verbot einer solchen Vereinbarung im Klaren waren, gilt das Schenken.

• In einem Zählspiel-Turnier sind sich ein Spieler und sein Zähler, der ebenfalls ein Spieler ist, nicht sicher, ob der Erleichterungsbereich für Boden in Ausbesserung eine oder zwei Schlägerlängen beträgt. Im Unklaren über die Regel vereinbaren sie, dass es zwei Schlägerlängen sind und der Spieler nimmt Erleichterung in Anspruch, indem er einen Ball fast zwei Schlägerlängen vom nächstgelegenen Punkt der vollständigen Erleichterung entfernt droppt. Im weiteren Verlauf der Runde erfährt die Spielleitung davon.

Obwohl keiner der Spieler nach Regel 1.3b(1) disqualifiziert wird, da sie die Regel nicht kannten, hat der Spieler von falschem Ort gespielt und zieht sich die Strafe nach Regel 14.7 (Spielen von falschem Ort) zu. Für die unbeabsichtigte falsche Regelauskunft fällt keine Strafe an.