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Offizieller Regeltext Erläuterung  
5.7 b.
Pflichten der Spieler bei Unterbrechung des Spiels durch die Spielleitung
 

5.7b Pflichten der Spieler bei Unterbrechung des Spiels durch die Spielleitung

Es gibt zwei Arten von Spielunterbrechungen durch die Spielleitung, die jeweils unterschiedliche Anforderungen daran stellen, wann die Spieler das Spiel unterbrechen müssen:

(1) Sofortige Spielunterbrechung (etwa bei unmittelbar drohender Gefahr). Ordnet die Spielleitung die sofortige Spielunterbrechung an, müssen alle Spieler sofort das Spiel unterbrechen und dürfen keinen weiteren Schlag ausführen, bevor die Spielleitung die Fortsetzung des Spiels anordnet.

Die Spielleitung sollte eine eindeutige Vorgehensweise wählen, um die Spieler über die sofortige Spielunterbrechung zu unterrichten.

(2) Spielunterbrechung aus sonstigen Gründen (etwa wegen Dunkelheit oder unbespielbaren Platzes). Unterbricht die Spielleitung das Spiel aus sonstigen Gründen, hängt das weitere Vorgehen davon ab, wo sich die einzelnen Gruppen befinden:

·         Zwischen zwei Löchern. Wenn alle Spieler der Gruppe sich zwischen zwei Löchern befinden, müssen sie das Spiel unterbrechen und dürfen keinen Schlag spielen, um das nächste Loch zu beginnen, bis die Spielleitung die Fortsetzung des Spiels anordnet.

·         Während des Spiels eines Lochs. Wenn ein Spieler der Spielergruppe das Loch begonnen hat, dürfen die Spieler wählen, ob sie das Spiel unterbrechen oder das Loch zu Ende spielen.

Ø       Den Spielern wird eine kurze Zeit zugestanden, um zu entscheiden, ob sie das Spiel unterbrechen oder das Loch zu Ende spielen (üblicherweise nicht mehr als zwei Minuten).

Ø       Setzen die Spieler das Spiel des Lochs fort, dürfen sie das Loch beenden oder vorher aufhören.

Ø       Haben die Spieler das Loch beendet oder vor dem Ende des Lochs aufgehört, dürfen sie keinen weiteren Schlag spielen, bevor die Spielleitung die Fortsetzung des Spiels nach Regel 5.7c anordnet.

       Wenn sich Spieler nicht einigen können, was zu tun ist:

Ø     Lochspiel. Unterbricht der Gegner das Spiel, muss der Spieler ebenfalls das Spiel unterbrechen und beide Spieler dürfen solange nicht weiterspielen, bis die Spielleitung anordnet, das Spiel wiederaufzunehmen. Unterbricht der Spieler das Spiel nicht, zieht er sich die Grundstrafe (Lochverlust) zu.

Ø     Zählspiel. Jeder Spieler in der Gruppe darf entscheiden, sein Spiel zu unterbrechen oder das Loch fortzusetzen, unabhängig davon, wozu die anderen Spieler der Gruppe sich entscheiden, solange der Zähler des Spielers bei ihm bleibt, um sein Ergebnis festzuhalten.

Strafe für Verstoß gegen Regel 5.7b: Disqualifikation.

Ausnahme – Es ist straflos, wenn die Spielleitung feststellt, dass das Versäumnis, das Spiel zu unterbrechen, gerechtfertigt war: Es liegt kein Regelverstoß vor und es fällt keine Strafe an, wenn die Spielleitung entscheidet, dass berechtigte Gründe vorlagen und der Spieler es dadurch versäumte, das Spiel wie gefordert zu unterbrechen.

Siehe „Offizielles Handbuch“, Leitlinien für die Spielleitung, Abschnitt 8; Musterplatzregel J-1 (Empfohlene Methoden für die Spielleitung, um den Spielern die sofortige oder normale Unterbrechung anzuzeigen).

5.7b(1)/1 – Umstände, die das Versäumnis eines Spielers rechtfertigen, das Spiel zu unterbrechen
Gibt die Spielleitung nach Regel 5.7b(1) eine sofortige Spielunterbrechung bekannt, müssen alle Spieler sofort ihr Spiel unterbrechen. Diese Unterbrechung soll es ermöglichen, den Platz bei einer möglicherweise vorliegenden gefährlichen Situation, wie zum Beispiel Blitzgefahr, so schnell wie möglich zu räumen.

Es kann jedoch Verwirrung oder Unsicherheit darüber existieren, wann eine Unterbrechung bekannt gegeben wurde und es können Umstände vorliegen, die es erklären oder rechtfertigen, dass ein Spieler nicht sofort aufgehört hat. In diesen Fällen ermöglicht es die Ausnahme zu Regel 5.7b der Spielleitung, zu entscheiden, dass kein Regelverstoß vorliegt.

Macht ein Spieler einen Schlag, nachdem das Spiel unterbrochen wurde, muss die Spielleitung alle wichtigen Tatsachen bei der Überlegung berücksichtigen, ob der Spieler disqualifiziert werden soll.

Beispiele, in denen die Spielleitung wahrscheinlich entscheiden wird, dass eine Fortsetzung des Spiels nach einer Unterbrechung gerechtfertigt ist, schließen die Fälle ein, in denen ein Spieler:

• sich auf einem entfernten Teil des Platzes befindet und das Signal für die Spielunterbrechung nicht hört oder das Signal mit etwas anderem verwechselt, zum Beispiel einer Autohupe.

• bereits mit einem Schläger hinter dem Ball die Standposition eingenommen hat oder den Rückschwung für den Schlag begonnen hat und den Schlag ohne zu zögern zu Ende führt.

Ein Beispiel bei dem die Spielleitung wahrscheinlich entscheiden wird, dass eine Fortsetzung des Spiels nach der Unterbrechung nicht gerechtfertigt war, ist, wenn ein Spieler das Signal für die Spielunterbrechung hört, aber vor der Unterbrechung schnell noch einen Schlag machen möchte, zum Beispiel, um ein Loch mit einem kurzen Putt zu beenden oder eine günstige Windrichtung auszunutzen.