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Offizieller Regeltext Erläuterung  
1.2 a.
Von allen Spielern erwartetes Verhalten
 

Von allen Spielern wird erwartet, entsprechend des „Spirit of the Game“ zu spielen, das heißt,

·       aufrichtig zu handeln – zum Beispiel, indem sie die Regeln befolgen, alle Strafen anwenden und in allen Aspekten des Spiels ehrlich sind.

·       Rücksicht auf andere zu nehmen – zum Beispiel, indem sie zügig spielen, auf die Sicherheit anderer Personen achten und das Spiel anderer nicht stören.

·       den Golfplatz zu schonen – zum Beispiel, indem sie Divots zurücklegen und festtreten, Bunker einebnen, Pitchmarken ausbessern und den Golfplatz nicht unnötig beschädigen.

Es gibt keine Strafe nach den Regeln, wenn nicht nach diesen Grundsätzen gehandelt wird, außer dass die Spielleitung das Recht hat, einen Spieler wegen Verstoßes gegen den „Spirit of the Game“ zu disqualifizieren, wenn sie zu der Ansicht gelangt, dass der Spieler ein schwerwiegendes Fehlverhalten begangen hat.

Für ein Fehlverhalten des Spielers dürfen nur dann andere Strafen als die Disqualifikation verhängt werden, wenn diese Strafen als Teil der Verhaltensvorschriften nach Regel 1.2b erlassen werden.

Bis Ende 2018 gab es in den Golfregeln den Abschnitt "Etikette", der beschrieb, welches Verhalten von Spielern auf dem Platz erwartet wird. Als mögliche Strafe bei einem Verstoß gab es nur die Disqualifikation, die in vielen Fällen nicht als verhältnismäßig angesehen wurde.

1.2a/1 – Bedeutung von „schwerwiegendem Fehlverhalten“
Der Begriff „schwerwiegendes Fehlverhalten“ in Regel 1.2a soll das Fehlverhalten eines Spielers abdecken, das so weit von den erwarteten Normen des Golfspiels entfernt ist, dass die schwerste Form der Sanktion, einen Spieler aus dem Turnier zu nehmen, gerechtfertigt ist.

Dies beinhaltet Unehrlichkeit, absichtliches Missachten der Rechte eines anderen Spielers oder die Gefährdung der Sicherheit anderer Personen.

Die Spielleitung muss unter Berücksichtigung aller Umstände entscheiden, ob das Fehlverhalten schwerwiegend ist. Selbst wenn die Spielleitung ein schwerwiegendes Fehlverhalten feststellt, kann sie entscheiden, dass es angemessen ist, den Spieler nur zu verwarnen und anzukündigen, dass dieses Fehlverhalten oder ein ähnliches Fehlverhalten im Wiederholungsfall zu einer Disqualifikation führen wird, anstatt ihn gleich zu disqualifizieren.

Beispiele für Handlungen eines Spielers, die ein schwerwiegendes Fehlverhalten sein dürften, sind unter anderem:

• Absichtlich das Grün erheblich beschädigen

• Abweichend von der Platzvorbereitung eigenständig Abschlagmarkierungen oder Auspfähle versetzen

• Einen Schläger in Richtung eines anderen Spielers oder eines Zuschauers werfen

• Andere Spieler absichtlich während ihres Schlags ablenken

• Lose hinderliche Naturstoffe oder bewegliche Hemmnisse zum Nachteil eines anderen Spielers entfernen, nachdem er darum gebeten hatte, diese liegenzulassen

• Wiederholtes Verweigern, einen Ball in Ruhe aufzunehmen, wenn er das Spiel eines anderen Spielers im Zählspiel behindert

• Absichtlich zunächst vom Loch weg und erst dann in Richtung Loch spielen, um den Partner (im Vierer) zu unterstützen (zum Beispiel, damit er die Neigung des Grüns sieht)

• Absichtlich gegen eine Golfregel verstoßen, um dadurch, trotz einer Strafe für den Verstoß, möglicherweise einen erheblichen Vorteil zu erlangen

• Wiederholte Verwendung vulgärer oder beleidigender Ausdrücke

• Spielen mit einem Handicap, das zu dem Zweck festgelegt wurde, sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen oder eine Runde zu spielen, um ein solches Handicap zu erlangen

Beispiele für Handlungen eines Spielers, die zwar ein Fehlverhalten darstellen, aber weniger wahrscheinlich als schwerwiegendes Fehlverhalten anzusehen sind, schließen ein:

• Einen Schläger auf den Boden zu schlagen, den Schläger zu beschädigen und den Rasen geringfügig zu beschädigen

• Einen Schläger in Richtung Golfbag zu werfen, der versehentlich eine andere Person trifft

• Einen anderen Spieler während des Schlags durch Unachtsamkeit abzulenken