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Offizieller Regeltext Erläuterung  
20.1 c.
Strittige Regelfälle im Zählspiel
 

(1)       Kein Recht, strittige Regelfälle durch Übereinkunft zu entscheiden. Wenn im Zählspiel weder ein Referee noch die Spielleitung in angemessener Zeit zur Unterstützung bei einem strittigen Regelfall zur Verfügung steht,

·         werden die Spieler aufgefordert, einander bei der Anwendung der Regeln zu unterstützen; sie sind aber nicht berechtigt, einen strittigen Regelfall durch Übereinkunft zu entscheiden und keine von ihnen so möglicherweise getroffene Absprache ist für einen Spieler, einen Referee oder die Spielleitung verbindlich.

·         Ein Spieler sollte jeden strittigen Regelfall mit der Spielleitung klären, bevor er seine Scorekarte einreicht.

(2)       Spieler sollen die anderen Spieler im Teilnehmerfeld schützen. Um die Interessen aller anderen Spieler im Teilnehmerfeld zu wahren,

·         sollte ein Spieler, der weiß oder glaubt, dass ein anderer Spieler einen Regelverstoß begangen hat oder begangen haben könnte und der andere Spieler dies nicht erkennt oder ignoriert, diesen Regelverstoß dem anderen Spieler, dessen Zähler, einem Referee oder der Spielleitung mitteilen.

·         Dies sollte unverzüglich geschehen, nachdem dem Spieler die Tatsachen bekannt werden und spätestens, bevor der andere Spieler seine Scorekarte einreicht, es sei denn, dies ist nicht möglich.

Versäumt der Spieler dies, darf die Spielleitung den Spieler nach Regel 1.2a disqualifizieren, wenn sie feststellt, dass ein schwerwiegendes Fehlverhalten gegen den „Spirit of the Game“ vorlag.

(3)       Spielen zweier Bälle bei Zweifeln, wie vorzugehen ist. Ein Spieler, der beim Spielen eines Lochs im Zweifel über die richtige Vorgehensweise ist, darf das Loch straflos mit zwei Bällen zu Ende spielen:

·         Der Spieler muss sich entscheiden, zwei Bälle zu spielen, nachdem die unklare Sachlage erkennbar ist und bevor er einen Schlag macht.

·         Der Spieler sollte wählen, welcher Ball zählen soll, wenn die Regeln die für diesen Ball gewählte Vorgehensweise erlauben, indem er diese Wahl seinem Zähler oder einem anderen Spieler mitteilt, bevor er einen Schlag macht.

·         Trifft der Spieler keine rechtzeitige Wahl, gilt der zuerst gespielte Ball als ausgewählter Ball.

·         Der Spieler muss den Sachverhalt der Spielleitung mitteilen, bevor er seine Scorekarte einreicht, selbst wenn der Spieler mit beiden Bällen das gleiche Ergebnis erzielt. Der Spieler ist disqualifiziert, wenn er dies unterlässt.

·         Macht der Spieler einen Schlag, bevor er sich entscheidet, einen zweiten Ball zu spielen,

Ø       ist diese Regel nicht anwendbar und das Ergebnis zählt, das mit dem Ball gespielt wurde, bevor der Spieler sich entschied, einen zweiten Ball zu spielen.

Ø       Aber: Der Spieler zieht sich keine Strafe für das Spielen des zweiten Balls zu.

Ein nach dieser Regel gespielter zweiter Ball, ist kein provisorischer Ball nach Regel 18.3.

(4)       Entscheidung der Spielleitung über das Ergebnis für ein Loch. Spielt ein Spieler zwei Bälle nach (3), entscheidet die Spielleitung über das auf diesem Loch gespielte Ergebnis des Spielers wie folgt:

·         Die Schlagzahl mit dem gewählten Ball (entweder durch den Spieler gewählt oder durch das Versäumnis, einen Ball auszuwählen) zählt, vorausgesetzt, die Regeln erlauben die mit diesem Ball gewählte Vorgehensweise.

·         Erlauben die Regeln das für diesen Ball gewählte Verfahren nicht, zählt das mit dem anderen Ball gespielte Ergebnis, vorausgesetzt, die Regeln erlauben die für diesen Ball gewählte Vorgehensweise.

·         Erlauben die Regeln keine der für beide Bälle gewählten Vorgehensweisen, zählt das Ergebnis mit dem gewählten Ball (entweder durch den Spieler gewählt oder durch das Versäumnis, einen Ball auszuwählen), es sei denn, es liegt ein schwerwiegender Verstoß wegen Spielens vom falschen Ort vor, dann zählt das Ergebnis mit dem anderen Ball.

·         Liegt mit jedem Ball ein schwerwiegender Verstoß wegen Spielens vom falschen Ort vor, ist der Spieler disqualifiziert.

·         Alle Schläge mit dem Ball, der nach der Regelentscheidung nicht zählt (gespielte Schläge einschließlich Strafschläge, die nur beim Spielen dieses Balls anfielen), zählen nicht zu dem Ergebnis des Spielers für das Loch.

„Die Regeln erlauben die gewählte Vorgehensweise“ bedeutet entweder: (a) Der ursprüngliche Ball wurde gespielt, wie er liegt und es war zulässig, von dieser Stelle zu spielen oder (b) der gespielte Ball wurde nach den Regeln mit den richtigen Verfahren, auf korrekte Weise und am richtigen Ort ins Spiel gebracht.

20.1c(3)/1 – Keine Strafe für Spielen eines Balls, der nicht im Spiel war, wenn zwei Bälle gespielt werden
Ist ein Spieler unsicher darüber, was zu tun ist und entscheidet er sich, zwei Bälle zu spielen, zieht er sich keine Strafe zu, falls einer der gespielten Bälle sein ursprünglicher Ball war, der nicht mehr im Spiel ist.

Beispiel: Der Ball eines Spielers wird in einer Penalty Area innerhalb der Suchzeit von drei Minuten nicht gefunden, daher nimmt der Spieler zutreffenderweise Erleichterung von der Penalty Area gemäß Regel 17.1c in Anspruch und spielt einen neu eingesetzten Ball. Anschließend wird der ursprüngliche Ball in der Penalty Area gefunden. Da er nicht genau weiß, was zu tun ist, entscheidet sich der Spieler, den ursprünglichen Ball als zweiten Ball zu spielen, bevor er irgendwelche anderen Schläge macht und entscheidet, dass das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball zählen soll. Der Spieler locht mit beiden Bällen ein.

Der nach Regel 17.1c gespielte Ball wurde zum Ball im Spiel und das Ergebnis mit diesem Ball ist das Ergebnis des Spielers für das Loch. Das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball konnte nicht zählen, da der ursprüngliche Ball nicht mehr im Spiel war. Der Spieler zieht sich jedoch keine Strafe für das Spielen des ursprünglichen Balls als zweitem Ball zu.

20.1c(3)/2 – Spieler muss sich entscheiden, zwei Bälle zu spielen, bevor er einen weiteren Schlag macht
Regel 20.1c(3) verlangt, dass der Spieler sich entscheiden muss, zwei Bälle zu spielen, bevor er einen Schlag macht, sodass seine Entscheidung, zwei Bälle zu spielen oder die Entscheidung, welcher der Bälle zählen soll, nicht vom Ergebnis des gerade gespielten Balls beeinflusst wird. Einen Ball zu droppen entspricht nicht dem Machen eines Schlags.

Beispiele für die Anwendung dieser Voraussetzung sind unter anderem:

• Der Ball eines Spielers kommt auf einem geteerten Cartweg im Gelände zur Ruhe. Bei der Inanspruchnahme von Erleichterung nimmt der Spieler den Ball auf, droppt ihn außerhalb des verlangten Erleichterungsbereichs und spielt ihn. Der Zähler des Spielers bemängelt das Droppen und weist den Spieler darauf hin, dass er vom falschen Ort gespielt haben könnte.

Unsicher darüber, was er tun soll, würde der Spieler das Loch gerne mit zwei Bällen beenden. Es ist jedoch zu spät, Regel 20.1c(3) anzuwenden, da bereits ein Schlag gemacht wurde und der Spieler sich die Grundstrafe für Spielen vom falschen Ort (Regel 14.7) anrechnen muss. Glaubt der Spieler, dies sei möglicherweise ein
schwerwiegender Verstoß beim Spielen vom falschen Ort, sollte der Spieler einen zweiten Ball gemäß Regel 14.7 spielen, um eine mögliche Disqualifikation zu vermeiden.

Bemängelte der Zähler den Drop, bevor der Spieler einen Schlag nach dem Ball ausführte und war der Spieler unsicher darüber, was zu tun sei, hätte der Spieler das Loch mit zwei Bällen gemäß Regel 20.1c(3) beenden können.

• Der Ball eines Spielers liegt in einer Penalty Area, die mit roten Pfählen gekennzeichnet ist. Einer der Pfähle beeinträchtigt den beabsichtigten Schwung des Spielers und er ist nicht sicher, ob er den Pfahl entfernen darf. Der Spieler macht seinen nächsten Schlag, ohne den Pfahl zu entfernen.

Zu diesem Zeitpunkt entscheidet sich der Spieler, einen zweiten Ball zu spielen, bei dem der Pfahl entfernt ist, und anschließend eine Regelentscheidung der Spielleitung herbeizuführen. Die Spielleitung sollte entscheiden, dass das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ball das Ergebnis ist, das zählt, da der Zweifel entstand, als der Ball in der Penalty Area war und Behinderung durch den Pfahl bestand, und der Spieler die Entscheidung, zwei Bälle zu spielen, hätte machen müssen, bevor er einen Schlag nach dem ursprünglichen Ball machte.