Rules4you
Rules4you Regeln
Rules4you Etikette
Rules4you Handicap
Rules4you Spielformen
Rules4you Amateurstatut
Rules4you Für Kids
< vorheriger Regelabschnitt nächster Regelabschnitt >
Offizieller Regeltext Erläuterung  
16.1 a.
Wann Erleichterung zulässig ist
 

(1)       Bedeutung von Beeinträchtigung durch ungewöhnliche Platzverhältnisse. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

·      Der Ball des Spielers berührt oder liegt in oder auf ungewöhnlichen Platzverhältnissen,

·      ungewöhnliche Platzverhältnisse beeinträchtigen den beabsichtigten Stand oder den Raum des beabsichtigten Schwungs des Spielers oder,

·      wenn der Ball auf dem Grün liegt, ungewöhnliche Platzverhältnisse auf dem Grün oder außerhalb des Grüns beeinträchtigen die Spiellinie.

Befinden sich die ungewöhnlichen Platzverhältnisse nahe genug, um den Spieler abzulenken, aber erfüllen sie keine dieser Anforderungen, ist keine Beeinträchtigung nach dieser Regel gegeben.

Siehe „Offizielles Handbuch“, Leitlinien für die Spielleitung, Abschnitt 8; Musterplatzregel F-6 (Die Spielleitung darf eine Platzregel erlassen, die Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen versagt, wenn ausschließlich der Raum des beabsichtigten Stands beeinträchtigt ist).

 

 

(2)       Erleichterung überall auf dem Platz zulässig, außer der Ball liegt in einer Penalty Area. Erleichterung bei Beeinträchtigung durch ungewöhnliche Platzverhältnisse ist nach Regel 16.1 nur zulässig, wenn sowohl

·         die ungewöhnliche Platzverhältnisse sich auf dem Platz befinden (nicht im Aus) und

·         der Ball auf dem Platz liegt, außer in einer Penalty Area (hier erhält der Spieler nur Erleichterung nach Regel 17).

(3)       Keine Erleichterung, wenn es eindeutig unvernünftig ist, den Ball zu spielen. Regel 16.1 gewährt keine Erleichterung,

·         wenn es wegen etwas anderem als den ungewöhnlichen Platzverhältnissen eindeutig unvernünftig ist, den Ball zu spielen, wie er liegt, (zum Beispiel, wenn der Spieler in zeitweiligem Wasser oder auf einem unbeweglichen Hemmnis steht, aber nicht in der Lage ist, aufgrund der Balllage in einem Busch, einen Schlag durchzuführen) oder

·         Beeinträchtigung ausschließlich deshalb gegeben ist, weil ein Spieler einen unter den Umständen eindeutig unvernünftigen Schläger, Stand oder eine unter den Umständen eindeutig unvernünftige Spielrichtung wählt.

Siehe „Offizielles Handbuch“, Leitlinien für die Spielleitung, Abschnitt 8; Musterplatzregel F-23 (Die Spielleitung darf eine Platzregel erlassen, die straflose Erleichterung bei Beeinträchtigung durch ein zeitweiliges unbewegliches Hemmnis auf dem Platz oder außerhalb des Platzes erlaubt).

1. Die Bedeutung von „eindeutig unvernünftig, den Ball zu spielen“ bei der Entscheidung, ob Erleichterung gewährt wird
Der Zweck der Regel 16.1a(3) ist es zu verhindern, dass ein Spieler straflose Erleichterung erhält, wenn es eindeutig unvernünftig für ihn ist, einen Schlag zu machen, da Beeinträchtigung durch irgendetwas vorliegt, für das keine straflose Erleichterung vorgesehen ist. Aber dies trifft beispielsweise nicht zu, wenn der Ball eines Spielers im Gelände eingebohrt ist und der Spieler auf einem unbeweglichen Hemmnis steht. In diesem Fall kann der Spieler Erleichterung von jeder dieser Beeinträchtigungen in Anspruch nehmen, es sei denn die Erleichterung ist unvernünftig durch etwas anderes als eine der beiden Beeinträchtigungen.

16.1a(3)/1 – Hemmnis, das ungewöhnlichen Schlag beeinträchtigt, schließt nicht aus, dass Spieler Erleichterung in Anspruch nimmt
In einigen Situationen kann ein Spieler gezwungen sein, sich mit einem ungewöhnlichen Schwung, Stand oder einer ungewöhnlichen Richtung beim Spielen seines Balls, dieser Situation anzupassen. Ist dieser ungewöhnliche Schlag unter den gegebenen Umständen nicht eindeutig unvernünftig, kann der Spieler straflose Erleichterung nach Regel 16.1 in Anspruch nehmen.

Beispiel: Der Ball eines rechtshändigen Spielers liegt im Gelände so nahe an einer Ausmarkierung auf der linken Seite der Spielbahn eines Lochs, dass der Spieler linkshändig spielen muss, um in Richtung Loch spielen zu können. Bei der Ausführung des linkshändigen Schlags ist der Rückschwung des Spielers durch ein unbewegliches Hemmnis behindert.

Der Spieler hat Anspruch auf Erleichterung von diesem unbeweglichen Hemmnis, da ein linkshändiger Schlag unter diesen Umständen nicht eindeutig unvernünftig ist.

Nach Abschluss des Erleichterungsverfahrens für den linkshändigen Schwung kann der Spieler dann einen normalen rechtshändigen Schwung für den nächsten Schlag machen. Behindert dann das Hemmnis den rechtshändigen Schwung, darf der Spieler für diesen rechtshändigen Schwung gemäß Regel 16.1b Erleichterung in Anspruch nehmen oder den Ball spielen, wie er liegt.


16.1a(3)/2 – Spieler darf eindeutig unvernünftigen Schlag nicht nutzen, um Erleichterung von einem Umstand in Anspruch nehmen zu können
Ein Spieler darf keinen eindeutig unvernünftigen Schlag nutzen, um Erleichterung von ungewöhnlichen Platzverhältnissen in Anspruch nehmen zu können. Ist der Schlag eines Spielers unter den gegebenen Umständen eindeutig unvernünftig, ist Erleichterung
nach Regel 16.1 nicht zulässig und er muss den Ball entweder spielen, wie er liegt, oder Erleichterung für einen unspielbaren Ball in Anspruch nehmen.

Beispiel: Der Ball eines rechtshändigen Spielers befindet sich in einer schlechten Lage im Gelände. Ein unbewegliches Hemmnis nahe dem Ball würde einen normalen rechtshändigen Schlag des Spielers nicht behindern, jedoch einen linkshändigen Schlag. Der Spieler erklärt, er wolle seinen nächsten Schlag linkshändig machen und da Behinderung durch das Hemmnis für diesen Schlag gegeben sei, wäre Erleichterung nach Regel 16.1b berechtigt.

Da der Spieler den linkshändigen Schlag nur aus dem Grund anwenden will, um sich mit der Erleichterung aus einer schlechten Lage zu befreien, ist die Anwendung dieses ungewöhnlichen Schlags eindeutig unvernünftig und der Spieler ist nicht berechtigt,
Erleichterung nach Regel 16.1b (Regel 16.1a (3)) in Anspruch zu nehmen.

Die gleichen Prinzipien würden gelten bei der Anwendung eines eindeutig unvernünftigen Stands, einer solchen Richtung oder der Wahl eines Schlägers.