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Offizieller Regeltext Erläuterung  
9.6
Ball durch äußeren Einfluss aufgenommen oder bewegt
 

Ist es bekannt oder so gut wie sicher, dass ein äußerer Einfluss (einschließlich eines anderen Spielers im Zählspiel oder eines anderen Balls) den Ball des Spielers aufgenommen oder bewegt hat,

·   ist dies straflos und

·   der Ball muss an seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden (die, wenn nicht bekannt, geschätzt werden muss) (siehe Regel 14.2).

Dies gilt unabhängig davon, ob der Ball des Spielers gefunden wurde oder nicht.

Aber: Ist es nicht bekannt oder so gut wie sicher, dass der Ball von einem äußeren Einfluss aufgenommen oder bewegt wurde und der Ball ist verloren, muss der Spieler Erleichterung mit Strafe von Schlag und Distanzverlust nach Regel 18.2 in Anspruch nehmen.

Wird der Ball des Spielers von einem anderen Spieler als ein falscher Ball gespielt, wird dies durch Regel 6.3c(2) behandelt und nicht durch diese Regel.

Strafe für das Spielen eines fälschlich neu eingesetzten Balls oder für Spielen eines Balls vom falschen Ort unter Verstoß gegen Regel 9.6: Grundstrafe nach Regel 6.3b oder 14.7a.

Ergeben sich mehrfache Regelverstöße durch eine einzelne Handlung oder miteinander verbundene Handlungen, siehe Regel 1.3c(4).

9.6/1 – Vom Wind bewegter äußerer Einfluss verursacht,
dass der Ball sich bewegt

Wind an sich ist kein äußerer Einfluss. Verursacht Wind jedoch, dass ein äußerer Einfluss den Ball eines Spielers bewegt, gilt Regel 9.6.
Beispiel: Kommt der Ball eines Spielers in einer Plastiktüte (bewegliches Hemmnis) zur Ruhe, die auf dem Boden liegt, und ein Windstoß verweht die Tüte und bewegt den Ball, wird die Tüte (äußerer Einfluss ) als Ursache für die Bewegung des Balls angesehen.

Der Spieler darf entweder:

• sofort Erleichterung nach Regel 15.2a in Anspruch nehmen, indem er die Stelle unter dem Punkt schätzt, an der der Ball sich in der Plastiktüte befunden hatte, bevor er bewegt wurde, oder

• den von der Tüte bewegten Ball unter Anwendung von Regel 9.6 (durch Zurücklegen des Balls und der Tüte) zurücklegen und dann entweder entscheiden, den Ball zu spielen wie er liegt, oder Erleichterung nach Regel 15.2a (Erleichterung von beweglichem Hemmnis) in Anspruch zu nehmen.

9.6/2 – Wohin der Ball zurückzulegen ist, wenn er von unbekannter Stelle fortbewegt wurde
Wurde ein Ball von einem äußeren Einfluss bewegt, und die ursprüngliche Stelle, an der der Ball lag, ist nicht bekannt, muss der Spieler eine angemessene Einschätzung treffen (Regel 1.3b(2)), um zu bestimmen, wo der Ball zur Ruhe kam, bevor er bewegt wurde.

Beispiel: Auf einem bestimmten Loch ist ein Teil des Grüns und der Umgebung von den dorthin spielenden Spielern nicht einzusehen. In der Nähe des Grüns befinden sich ein Bunker und eine Penalty Area. Ein Spieler spielt Richtung Grün und weiß nicht, wo der Ball zur Ruhe kam.

Die Spieler sehen eine Person (äußerer Einfluss) mit einem Ball. Die Person lässt den Ball fallen und rennt fort. Der Spieler identifiziert ihn als seinen Ball. Der Spieler weiß nicht, ob der Ball auf dem Grün, im Gelände, im Bunker oder in der Penalty Area lag.

Da er unmöglich wissen kann, wohin der Ball zurückzulegen ist, muss der Spieler eine angemessene Einschätzung treffen. Ist es gleichermaßen wahrscheinlich, dass der Ball auf dem Grün, im Gelände, im Bunker oder in der Penalty Area zur Ruhe kam, wäre es eine angemessene Einschätzung, dass der Ball im Gelände zur Ruhe kam.

9.6/3 – Spieler erfährt nach dem Schlag, dass der Ball sich bewegt hatte
Ist es nicht bekannt oder so gut wie sicher, dass der Ball des Spielers durch einen äußeren Einfluss bewegt wurde, muss der Spieler den Ball spielen, wie er liegt. Erfährt der Spieler erst nach dem Spielen des Balls, dass der Ball tatsächlich durch einen äußeren Einfluss bewegt wurde, hat der Spieler nicht vom falschen Ort gespielt, da ihm dies nicht bekannt war, als er seinen Schlag machte.