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Wofür sind die Regeln da?
Die Ergebnisse einer Golfrunde können nur dann mit denen von anderen Spielern verglichen werden, wenn sich alle Spieler an dieselben Regeln gehalten haben. Das ist bei allen Spielen und Sportarten so. Beim Golfspielen ist es besonders wichtig, die Regeln gut zu kennen, weil man die meisten Spieler auf der Runde gar nicht sehen kann und Schiedsrichter auch nur sehr selten dabei sind. Jeder Spieler ist also selber dafür verantwortlich, dass er die Regeln kennt und auch einhält. Das ist die Voraussetzung für das „Fair Play“, also das „Ehrliche Spiel“. Dazu gehört es auch, auch dann nicht zu mogeln, wenn gerade mal kein anderer hinsieht.


Was ist die „Etikette“?
Neben den Regeln Nummer 1 bis 34 gibt es im Golf auch die „Etikette“. Das sind Regeln zum Verhalten auf dem Golfplatz, damit auch andere Spieler nicht gestört oder sogar gefährdet werden. Kurz zusammengefasst, besagt die Etikette folgendes:

1. „Spirit of the Game“ (also der „wahre Geist des Golfspiels“)
Golfspieler sollten sich immer höflich, fair und ehrlich verhalten.

2. Sicherheit
Bei jedem Schlag oder Übungsschwung müssen Golfspieler aufpassen, dass sie niemanden gefährden, denn Golfschläger und Bälle können sehr gefährlich sein. Sollte doch einmal ein Ball in Richtung anderer Menschen fliegen, rufe laut „Fore“ (sprich: Foor) um die Leute zu warnen.

3. Rücksichtnahme
Alle Spieler möchten sich auf ihr Spiel konzentrieren und nicht durch Lärm auf dem Platz gestört werden. Besonders, wenn ein Spieler schon seinen Ball anspricht und zum Schlag bereit ist, darf er nicht durch Gespräche oder Bewegungen von anderen Spielern gestört werden.

4. Spieltempo
Eine Runde Golf sollte zügig gespielt werden. Dazu ist es nicht notwendig, über den Platz zu joggen, alle Spieler sollten aber darauf achten, dass der Abstand zur voraus spielenden Spielergruppe nicht größer wird, als eine Spielbahn. Ansonsten sollte der nachfolgenden Spielergruppe das „Durchspielen“, also das Überholen angeboten werden.

5. Schonung des Golfplatzes
Jeder Spieler freut sich über einen schönen Golfplatz. Damit er auch schön bleibt ist es wichtig, dass alle Golfer Beschädigungen, z.B. durch Übungsschwünge, vermeiden. Außerdem müssen Divots (also auf dem Fairway herausgeschlagene Rasenstücke) und Pitchmarken (also Einschlaglöcher auf dem Grün) von jedem Spieler sofort repariert werden.

Die vollständige Golf-Etikette findest Du hier >

Wie geht das mit dem Handicap?
Im Golf wird jeder Schlag gezählt, den ein Spieler macht. Dazu kommen noch die Strafschläge, falls er irgendeine Regel nicht richtig angewandt hat (auch, wenn das aus Versehen geschehen ist).

Natürlich macht ein guter Spieler viel weniger Schläge als ein Spieler, der gerade erst mit dem Golf angefangen hat. Er wird also wahrscheinlich immer gewinnen, bis der Anfänger auch einmal richtig gut spielt. Das macht wenig Spaß, wenn es so lange dauert, bis man einmal gewinnt. Es wäre doch schön, wenn auch ein Anfänger mit einem besseren Spieler spielen kann und nicht immer nur verliert. Dafür gibt es im Golf eine Vorgabe (auch Handicap genannt). Die Vorgabe zeigt an, wie viele Schläge ein schwächerer Spieler schlechter spielen darf als ein ganz guter Spieler zum Beispiel mit Vorgabe Null.

Wie geht das?

Dazu musst Du hier das Beispiel einer Zählkarte anschauen:


Ganz links stehen die Nummern der Löcher und daneben die Länge der Löcher von den gelben und roten Abschlägen. In der vierten Spalte mit der Überschrift „Par“ stehen die Zahlen 3, 4 oder 5 bei jedem Loch. Das sind die Schläge die ein sehr guter Spieler für dieses Loch brauchen sollte. Natürlich spielt er auch einmal etwas schlechter oder etwas besser, aber meistens wird es die Zahl sein, die da unter „Par“ steht. Am Ende steht links unten in der Zeile „1-18“ die Summe der Pars von den 18 Löchern: Hier ist es 70, viele Plätze haben Par 72.
Wenn ein Spieler auf diesen Platz 18 Löcher immer mit 70 Schlägen spielen kann, hat er eine Vorgabe „Null“. Viele Leute sagen statt „Vorgabe“ auch „Handicap“.
Wenn ein anderer Spieler auf diesem Platz 106 Schläge für 18 Löcher braucht, dann hat er also 36 Schläge mehr als ein Spieler mit Vorgabe 0 gespielt. Wenn er das immer macht, dann hat er eine Vorgabe 36. Jetzt spielen beide Spieler (Vorgabe 0 und Vorgabe 36) zusammen. Der eine macht 70 Schläge und der andere 104 Schläge. Beide ziehen jetzt ihre Vorgabe von ihren Schlägen ab. Der Spieler mit der Vorgabe 36 kommt auf (104 – 36 = 68). Dazu sagt man „Netto 68“. Der Spieler mit Vorgabe Null macht das nun auch und kommt auf „Netto 70“ (70 – 0 = 70). In der Netto-Wertung hat der Spieler mit der Vorgabe 36 also besser gespielt als der Spieler mit der Vorgabe 0.
Ein Anfänger, der gerade eine Platzreife bekommen hat, wird meistens mit einer Vorgabe 54 anfangen. Er darf dann also auf dem Platz mit dem Par 70 auf 18 Löchern 124 Schläge machen.
Aber wie ist der Spieler mit Vorgabe 36 zu seiner 36 gekommen? Dazu ist die Umrechnung der Spielergebnisse in Stableford-Punkte nötig. Stableford (gesprochen Stäibelford) ist eine besondere Zählweise in der die Vorgabe nicht als Ganze von allen gemachten Schlägen abgezogen wird, sondern die Vorgabe wird auf die einzelnen Löcher aufgeteilt.
Das heißt, mit einer Vorgabe 36 hat ein Spieler auf jedem Loch (18 mal 2 = 36) zwei Vorgabenschläge, die gerade dort von seinem Ergebnis abgezogen werden. Diese Schläge werden für jeden Spieler extra mit schrägen Strichen auf die Zählkarte gedruckt:



Nun kann ein Spieler, der am Loch 1 sechs Schläge spielt, diese zwei Vorgabenschläge abziehen und stellt fest, dass er Netto eine „4“ gespielt hat. Da das Loch ein Par 4 Loch ist, hat er Netto also Par gespielt. Natürlich muss die gespielte „6“ auf der Zählkarte aufgeschrieben werden, aber mit dem „Netto-Par“ wird weiter gerechnet.

Die gespielten Nettoergebnisse an jedem Loch werden jetzt in Stablefordpunkte umgerechnet. In der Stableford-Wertung (benannt nach Ihrem englischen Erfinder Frank Stableford) gibt es für jedes Ergebnis je Loch Punkte, und zwar

für ein Par zwei Punkte
für einen Schlag über Par (Bogey) einen Punkt
für zwei oder mehr Schläge über Par keine Punkte
für einen Schlag unter Par (Birdie) drei Punkte
für zwei Schläge unter Par (Eagle) vier Punkte
für drei Schläge unter Par (Albatros) fünf Punkte

Wenn ein Spieler 36 Stableford-Nettopunkte spielt, kommt er genau auf sein Handicap.
Jetzt zählen wir bei dem Spieler mit Vorgabe 36, dessen Ergebnisse unten beispielhaft in die Zählkarte eingetragen wurden, die Punkte und kommen auf 38, also zwei mehr als er eigentlich bräuchte, um sein Handicap zu spielen.



Er hat also besser gespielt als seine Vorgabe. Deshalb bekommt er eine neue Vorgabe. Der Computer im Clubhaus rechnet aus, dass der Spieler bei 38 Punkten von Vorgabe 36 auf 35 gesetzt wird. Bei einem Spieler mit einer Vorgabe zwischen 37 und 54 zählt jeder unterspielte Punkt einen ganzen Schlag, der von der Vorgabe abgezogen wird. Spielt ein Spieler mit Vorgabe 54 also 40 Stableford-Nettopunkte (4 Punkte mehr als 36), so hat er eine neue Vorgabe 50.

Das genaue Verfahren ist im so genannten „Vorgabensystem“ des Deutschen Golf Verbands nachzulesen. Zu dem Vorgabensystem gehört auch, dass die Vorgabe eines Spielers wieder hochgesetzt wird, wenn er einmal ein schlechteres Ergebnis spielt.
Spielt der Spieler mit seiner neuen Vorgabe 35 im nächsten Turnier nur 30 Stableford-Nettopunkte, so wird seine Vorgabe um 0,2 hochgesetzt und ist dann 35,2. Damit hat er dann wieder bessere Chancen im nächsten Wettspiel. 0,2 ist nur ein kleiner Teil von einem ganzen Schlag. Gerade am Anfang verändert sich das Handicap also deutlich schneller nach unten als nach oben. Sobald ein Spieler eine Stammvorgabe 26,4 oder weniger hat, wird die Vorgabe nach einer schlechten Runde nur noch um 0,1 hochgesetzt.

Die Vorgabe ist also dazu da, die Ergebnisse von verschiedenen Spielern zu vergleichen und dann vielleicht einen Nettopreis zu gewinnen. Das Nettoergebnis sagt nichts darüber, wie gut ein Spieler Golf spielen kann. Wen man das wissen will, schaut man besser auf sein Brutto-Ergebnis.

Das ist jetzt aber nicht das ganze Vorgabensystem. Dazu gehören auch die Stammvorgaben und das Course Rating System.
Die Stammvorgabe ist die Vorgabe, die für einen Spieler im Computer steht. Sie hatte eine Kommastelle, z.B. 18,4. Wenn ein Spieler auf dem Platz spielen will, wird die Stammvorgabe in eine Spielvorgabe umgerechnet. Dazu braucht man das Course Rating. Das ist eine Methode, die Schwierigkeit von Golfplätzen zu beschreiben. Jeder Platz hat für jeden Abschlag einen anderen Course Rating Wert und einen Slope Wert, z.B. CR 70,3 und Slope 119. Und je nach dem, wo der Spieler mit der Stammvorgabe 18,4 spielt (auf einem leichten oder schweren Platz), ist seine Spielvorgabe vielleicht einmal 17, das andere Mal 18 und auf einem ganz schweren Platz vielleicht auch 21.

Damit man nicht jedes Mal rechnen muss, gibt es in den Golfclubs Tabellen, auf denen jeder Spieler nachlesen kann, welche Spielvorgabe er je nach Platzschwierigkeit von den einzelnen Abschlägen mit seiner überall gleichen Stammvorgabe hat.