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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
3.9 EGA-Spielvorgabe  
3.9.1 Die EGA-Spielvorgabe gibt die Zahl der Vorgabenschläge an, die ein Spieler mit EGA-Vorgabe vom jeweiligen Zählspielabschlag des zu spielenden Platzes erhält.



Glücklicherweise muss niemand diese Formel im Kopf verwenden, da es dabei auf etliche Nachkommastellen ankommt. Sowohl die Spielvorgabentabelle im Golfclub wie auch die Clubverwaltungssoftware beim Ausdrucken der Zählkarten nehmen dem Spieler diese Rechenarbeit ab.

 
3.9.2 Ein Spieler mit einer „Plus“-EGA-Spielvorgabe gewährt Schläge gegenüber dem Platz, beginnend mit dem Loch mit Vorgabenverteilung 18.





   
3.9.3 Die EGA-Spielvorgabe eines Spielers wird durch Umrechnung seiner EGA-Vorgabe in die EGA-Spielvorgabe gemäß folgender Formel ermittelt:


EGA-Vorgabe x (Slope / 113) – CR-Wert + Par = EGA-Spielvorgabe


Hinweis: Bei Anwendung der Formel ist eine EGA-Vorgabe im „Plus“-Bereich mit einem „+“ zu versehen, alle anderen EGA-Vorgaben sind mit einem „–“ zu bezeichnen.

Die EGA-Spielvorgabe wird als ganze Zahl ausgedrückt, ab Dezimalzahl 5 aufgerundet (z. B. wird +0,5 zu 0 gerundet, +1,5 zu +1 und 0,5 zu 1 etc.).

Spielvorgaben von Spielern der Vorgabenklasse 6 werden durch Addition des Anpassungskoeffizienten Klasse 6 ermittelt.

Anpassungskoeffizient Klasse 6: (-36 * Slope/113 – CR + Par) -36

Spielvorgabe = (EGA-Vorgabe Klasse 6) + Anpassungskoeffizient Klasse 6


An der Formel lässt sich aber gut das WARUM erklären. Eine Stammvorgabe ist rechnerisch für einen Platz mit einem Slope 113 definiert. Ein evtl. „WARUM" bezüglich der 113 soll hier einmal unberücksichtigt bleiben, die „113" ist als Konstante anzunehmen.
Indem der Slope des zu spielenden Platzes durch 113 dividiert wird und mit der Vorgabe multipliziert wird, verändert sich die Vorgabe um die prozentuale Differenz zwischen 113 und dem zu spielenden Slope.

Beispiel: Aus einer Vorgabe -20,0 wird bei einem Slope 124 ungefähr -22,0. 124 ist annähernd 10 % mehr als 113 und diese Differenz drückt sich im Verhältnis von 20 zu 22 auch aus. Die „geslopte" Zahl wird dann noch um die Differenz zwischen dem CR-Wert und Par korrigiert (siehe Formel „- CR + Par"), damit die von verschiedenen Abschlägen erspielten Ergebnisse miteinander verglichen werden können.

Ohne Verwendung des richtigen Vorzeichens führt die Formel beim nächsten Schritt zu einem falschen Ergebnis:

Haben sowohl eine Dame als auch ein Herr eine Vorgabe -20,0 und die zu spielenden Abschläge haben zufällig für beide
einen Slope 124, so entscheidet nun die Differenz zwischen Course Rating Wert und Par über die Spielvorgabe:

Der Beispielplatz hat von beiden Abschlägen ein Par 70.
Für Herren auf den gelben Abschlägen beträgt der Course Rating Wert 69,0 und für Damen von den roten Abschlägen 72,0.

Der gerade für beide Spieler ermittelte Zwischenwert „-22" wird jetzt um die Differenz von CR zu Par erweitert:
Herren: -22 - 69 + 70 = Spielvorgabe -21
Damen: -22 - 72 + 70 = Spielvorgabe -24

Jetzt sind die Nettoergebnisse vergleichbar, da in der Spielvorgabe sowohl der Slope wie auch der Course Rating Wert und das (ggf. abweichende) Par berücksichtigt wurden.

 
3.9.4 Bei Wettspielen über neun Löcher errechnet sich die Spielvorgabe wie folgt:

(EGA-Vorgabe Klasse 2-5) x Slope / 113 – CR + Par) / 2 = 9-Löcher-Spielvorgabe

(EGA-Vorgabe Klasse 6) + Anpassungskoeffizient Klasse 6) / 2 = Spielvorgabe

Anmerkung: Gerundet wird jeweils, bevor das Ergebnis der Klammer durch zwei geteilt wird.

Beispiel: Die Vorgabe eines Spielers ist 11,8. Er spielt die ersten neun Löcher eines Platzes von den gelben Abschlägen.


Gelbe Herrenabschläge
 18 LöcherLöcher 1-9Löcher 10-18
Course-Rating72,471,673,1
Slope-Rating128122131
Par727074
Vorgabenschläge1476



Die Anzahl Vorgabenschläge beträgt nun:
(-11,8 x 122 / 113 – 71,6 + 70) / 2 = 7,1 => abgerundet 7 Vorgabenschläge

Die Schläge werden entsprechend der jeweiligen Vorgabenverteilung gegeben. Da die ungeraden Vorgabenverteilungsschläge auf den ersten neun Löchern verteilt sind, erhält der Spieler beim Spiel der Löcher 1-9 des o. g. Golfplatzes seine sieben Vorgabenschläge auf den Löchern mit der Vorgabenverteilung 1, 3, 5, 7, 9, 11 und 13 und beim Spiel der Löcher 10-18 des Golfplatzes sechs Vorgabenschläge auf den Löchern mit der Vorgabenverteilung 1, 3, 5, 7, 9 und 11.
   
3.9.5 Die Spielvorgabe kann auch auf Spielvorgabentabellen abgelesen werden, die für die Plätze mit den verschiedenen Course-Rating-Werten gedruckt werden können (siehe Anhang B)..    
3.9.6 Die Vorgabenzuteilung ist die Summe der Vorgabenschläge, die ein Spieler in der Nettowertung eines Wettspiels erhält oder gewährt. Sie ist der Anteil der Spielvorgabe, den die Spielleitung für das Wettspiel bestimmt hat.    
3.9.7 Vorgabenschläge werden auf den Löchern entsprechend des Vorgabenverteilungsschlüssels vergeben, der auf der Zählkarte angezeigt wird. Vorgabenschläge in Wettspielen über neun Löcher siehe 3.9.4.    
3.9.8 Die Umrechnung von EGA-Vorgaben kann zu einer EGA-Spielvorgabe führen, die die höchste EGA-Vorgabe (54) überschreitet.

Erklärung „Plusvorgaben“:
Vorgaben wurden ursprünglich für das Zählspiel entwickelt. Sie wurden gegen den Scratch-Spieler gesetzt und waren Schläge, die vom Ergebnis des Spielers abgezogen wurden. Sobald es nötig wurde, einem Spieler eine Vorgabe zuzuerkennen, der besser als der übliche Scratch-Spieler war, hätten die Vorgaben des Scratch-Spielers und aller anderen Spieler entsprechend hochgesetzt werden können, oder (wie geschehen) es wurden zu dem Ergebnis des fraglichen Spielers ein oder mehrere Schläge hinzugezählt.

Ein Nettoergebnis wird erzielt, indem die Vorgabe vom Bruttoergebnis abgezogen wird. Deshalb haben Vorgaben ein negatives Vorzeichen, bis auf die Plusvorgaben, die zu dem Bruttoergebnis addiert werden.
   
Erklärung „Neun-Löcher-Wettspiele“:
Die Anerkennung von Wettspielen über neun Löcher als vorgabenwirksam war ähnlich motiviert wie die Anerkennung von EDS-Runden: Die Erkenntnis, dass Golfspieler immer weniger Zeit für den Golfsport zur Verfügung haben, aber auch die Berücksichtigung gesundheitlicher Probleme, führten zur Einführung von Neun-Löcher-Wettspielen, um den von den betroffenen Spielern die Möglichkeit zu geben, dennoch Wettspielergebnisse einzureichen.

Seit ihrer Einführung im Jahr 2007 sind vorgabenwirksame Wettspiele über neun Löcher in einigen Ländern sehr populär geworden und stellen teilweise 30 % der Wettspielergebnisse bestimmter Spielergruppen. Besonders Senioren und Teilnehmer von Wettspielen am Abend, die wegen einbrechender Dunkelheit nicht über 18 Löcher ausgeschrieben werden können, profitieren davon.

Dennoch besteht die traditionelle Runde Golf aus 18 Löchern und ist nach wie vor das bevorzugte Wettspielformat.

Anmerkung: Vorgabenanpassung in der Vorgabenklasse 6
Die Formel in Ziffer 3.9.3 enthält zur Umrechnung der EGA-Vorgabe in eine EGA-Spielvorgabe u. a. das Slope-Rating für den jeweils betroffenen Abschlag. Dies führt in der Regel dazu, dass bei überdurchschnittlich schweren Plätzen die EGA-Spielvorgabe überproportional steigt, je höher die EGA-Vorgabe ist.

Würde man dieses Prinzip auch im Bereich der Vorgabenklasse 6 anwenden, könnte es durchaus passieren, dass Spieler mit Vorgabe 54 dann mit einer Spielvorgabe von weit über 60 antreten würden. Dies soll, auch um eine zügige Wettspielabwicklung zu gewährleisten, vermieden werden. Deshalb erhalten Spieler der Vorgabenklasse 6 eine „Vorgabenanpassung“ in Höhe der Differenz zwischen einer EGA-Vorgabe 36,0 und der sich daraus ergebenden Spielvorgabe auf dem identischen Platz.

Anmerkung: Par-Ausgleich
Auch wenn mit der Vorgabenberechnung alles Notwendige erfolgt ist, um in der Spielvorgabe die Schwierigkeit des Platzes und das Spielpotenzial des Spielers miteinander in Verbindung zu bringen, so ist doch bei der Nettowertung im Vergleich mit anderen Spielern zu beachten:

- Im Zählspiel muss dem Spieler, der auf dem Platz mit dem höheren Par spielt, vom Nettoergebnis die Differenz der unterschiedlichen Pars der Plätze abgezogen werden, damit der Vergleich der Nettoergebnisse auf der gleichen Basis erfolgt.
- In der Stableford-Nettowertung ist kein Par-Ausgleich nötig, da das unterschiedliche Par auch zu bei dem Spieler mit dem höheren Par-Wert bereits dazu führt, dass dieser trotz weniger Vorgabenschläge als mit dem Par der Mitbewerber durch das höhere Par des Platzes mehr Stableford-Nettopunkte erzielt als mit dem geringeren Par. Dadurch ist ein Ausgleich bereits hergestellt.
Jeder Golfclub hat Course Rating Werte auch für die Löcher 1 - 9 und die Löcher 10-18 seiner Anlage. Plätze mit 27 Löchern haben entsprechend weitere Ratings. Diese Ratings für z. B. die Löcher 1 - 9 können sowohl dafür benutzt werden, die ersten neun Löcher des Platzes zweimal zu spielen und damit ein 18-Löcher-Ergebnis auf einem 9-Löcher-Platz zu erhalten, oder auch, diese Löcher nur einmal zu spielen und als Wettspiel über 9 Löcher auszuwerten.

Die Rating-Werte der Halbrunden werden je nach Unterschiedlichkeit der beiden Hälften teilweise deutlich von dem Rating der 18 Löcher abweichen.