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DGV-Vorgabensystem Erläuterung  
3.8 Extra Day Scores (EDS)  
3.8.1 Ein Extra-Day-Score (EDS) ist ein vorgabenwirksames Stableford-Nettoergebnis über neun oder 18 Löcher auf dem Platz des Heimatclubs des Spielers, das unter vorgabenwirksamen Bedingungen nach Ziffer 1.37, 3.6.1 und Ziffer 3.8 erzielt worden ist.





EDS-Runden geben Golfspielern die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen auch außerhalb eines Wettspiels vorgabenwirksam zu spielen.

Hierzu müssen der Spieler und das DGV-Mitglied die Bedingungen aus den Ziffern 3.8.2 bis 3.8.8 erfüllen.

EDS-Runden führen oft zu überdurchschnittlich guten Ergebnissen, was ihnen den Ruf eingebracht hat, es würde dabei gelegentlich nicht mit rechten Dingen zugehen. Allerdings weiß jeder, dass unehrliche Spieler im Zweifel auch in einem Wettspiel ihr Ergebnis manipulieren würden. Eine EDS-Runde vereinfacht in mancher Hinsicht völlig regelkonform das Spiel dadurch, dass,

a) kein Wettspielstress existiert, der gerade für Anfänger störend ist,

b) der Zeitpunkt des Spiels vom Spieler bestimmt wird und nicht vom Wettspielkalender des Golfplatzes,

c) selten eine EDS-Runde bei schlechtem Wetter begonnen wird und

d) dass der Zähler keine missgünstige Stimmung verbreitet, da er vom Spieler ausgesucht wurde.


 
3.8.2 Jeder Spieler der Vorgabenklassen 2-6 (Clubvorgaben) muss die Möglichkeit haben, zwischen den jährlichen Überprüfungen der Vorgaben mindestens vier EDS-Runden zu spielen.
   
3.8.3 Eine EDS-Runde kann nur auf einem Platz des Heimatclubs des Spielers gespielt werden, für das ein gültiges Course-Rating besteht.

Der Zähler des Spielers muss eine DGV-Stammvorgabe -36,0 oder besser haben.

Im Rahmen eines nicht vorgabenwirksamen Wettspiels kann keine EDS-Runde gespielt werden.
Natürlich soll dies nun im Umkehrschluss nicht heißen, dass Spieler mit Clubvorgaben mangelnde mathematische Fähigkeiten haben. Es wird aber angenommen, dass erst mit dem Erreichen einer Stammvorgabe ein Mindestmaß an Spielerfahrung und Regelkenntnis vorhanden ist, das einem ermöglicht, auftretende Regelfragen mit dem Spieler zu klären. Immerhin ist ja in der EDS-Runde nur selten ein dritter Spieler anwesend und auch die Spielleitung wird nicht immer so leicht verfügbar sein wie in einem Wettspiel.

Ein Pro, für den keine Vorgabe geführt werden darf, darf kein Zähler in einer EDS-Runde sein. Es ist Aufgabe eines Pros, seinen Schülern einen Rat zu geben und den Schwung zu korrigieren. Dies ist in einer nach den Golfregeln zu spielenden Runde (Wettspiel oder EDS) nicht zulässig, da der Spieler ständig billigen würde, dass ihm Belehrung unter Verstoß gegen Regel 8-1 erteilt wird. Ist ein Pro aber durch die Golfregeln daran gehindert, seine eigentliche Aufgabe wahrzunehmen, so stellt sich die Frage, ob man ihn diesem Interessenkonflikt aussetzen sollte, dass er seinem Schüler keinen Rat geben dürfte, auch wenn dieser offensichtlich einen Fehler macht.
 
3.8.4 Extra-Day-Scores dürfen von Spielern der DGV-Vorgabenklassen 2 bis 6 (Clubvorgaben) eingereicht werden.

Runden von Spielern der Vorgabenklasse 1 zur Wiederzuerkennung oder Reaktivierung einer Stammvorgabe sind keine EDS-Runden, sondern werden nach Ziffer 3.14 gespielt.
Manche Golfclubs verwenden EDS-Runden, um Anfängern die Möglichkeit zu geben, nach der Erlangung der Platzreife und vor dem ersten Wettspiel auch schon einmal zu üben, sich über die Dauer von 18 Löchern auf das Spiel zu konzentrieren. Anderenfalls kommt vielfach im ersten Wettspiel über 18 Löcher das böse Erwachen, wenn keine Kondition oder Konzentration für die zweiten neun Löcher existiert oder diese zweiten neun Löcher des Platzes dem Spieler sogar völlig unbekannt sind.

Da bei sinkender Vorgabe auch der Wettkampfgedanke eine zunehmend größere Rolle spielt, ist die Anzahl erlaubter EDS-Runden in den unteren Vorgabenklassen eingeschränkt bzw. EDS-Runden sind dort gar nicht möglich.



 
3.8.5 Ein Extra-Day-Score ist nur dann vorgabenwirksam, wenn der Spieler sich vor Beginn der Runde im Sekretariat seines Heimatclubs registriert hat. Das DGV-Mitglied muss hierzu folgende Daten vorab festhalten:
a. Datum der Runde;
b. Name des Spielers;
c. Name und Vorgabe des Zählers;
d. Anzahl der zu spielenden Löcher;
e. Farbe der Zählspielabschläge, von denen gespielt wird.
Eine EDS-Runde ist also nur eine EDS-Runde, wenn dies vorher verbindlich angemeldet wurde. Es ist nicht erlaubt, eine gute Runde nachträglich als EDS-Runde zu deklarieren.  
3.8.6 Für die EDS-Runde ist eine Zählkarte mit dem Namen des Spielers, dem Datum der Runde und der Spielvorgabe zu führen. Die vom Spieler und Zähler unterschriebene Zählkarte ist unverzüglich nach Beendigung der EDS-Runde bei der Spielleitung einzureichen.    
3.8.7 Versäumt es ein Spieler, die Zählkarte seiner EDS-Runde so bald wie möglich bei der Spielleitung einzureichen, so gilt dies als „No return“ (siehe Ziffer 3.6.). Es gibt also auch bei EDS-Runden ein „No Return", das genau wie bei Wettspielen gewertet wird. Eine nach beendeter Runde nicht abgegebene Zählkarte führt zu einer Disqualifikation nach Regel 6-6b.  
3.8.8 Eine DGV-Stammvorgabe der Vorgabenklasse 1 kann nicht in einer EDS-Runde erspielt werden. Die erstmalige Erspielung einer DGV-Stammvorgabe der DGV-Vorgabenklasse 5 kann nur in einem vorgabenwirksamen Wettspiel erfolgen.

Beispiel 1:
Ein Spieler mit einer DGV-Stammvorgabe 4,8 erspielt in einer EDS-Runde 41 Stableford-Nettopunkte. Seine DGV-Stammvorgabe wird nur um 0,3 auf 4,5 herabgesetzt und nicht um 0,7 auf 4,1.

Beispiel 2:
Ein Spieler mit einer Clubvorgabe 39 spielt 41 Stableford-Nettopunkte. Seine Clubvorgabe wird nur um zwei Schläge auf 37 herabgesetzt und nicht um drei Schläge auf 36,0.
   
Anmerkung: EDS-Runden
Das DGV-Vorgabensystem basiert (wie auch andere Vorgabensysteme) auf der Annahme, dass jeder Spieler eine hinreichende Anzahl Ergebnisse einreicht, um einen ausreichenden Nachweis seines Spielpotenzials zu führen. Die EGA bzw. der DGV nimmt vier Ergebnisse als Mindestanforderung an, aber mehr Wettspielergebnisse oder jeder zusätzliche Extra-Day-Score verbessert die Genauigkeit einer Vorgabe deutlich.

Auch wenn Spielleitungen dafür sorgen, dass im Laufe des Jahres genügend Möglichkeiten bestehen, um an Wettspielen teilzunehmen, so zeigt doch die Erfahrung, dass viele Spieler Mühe damit haben, genügend Wettspielergebnisse einzureichen, damit eine Vorgabe ermittelt werden kann, die ihr Spielpotenzial ausdrückt. Gründe dafür können sein:
- Zeitmangel aus beruflichen oder privaten Gründen hindert an der Wettspielteilnahme.

- Schwierigkeiten bei der Zuteilung passender Startzeiten an den gewünschten Terminen.

- Nachlassendes Interesse an „normalen“ Wettspielen.

Extra-Day-Scores sind als Alternative zu Wettspielen geschaffen worden, um vorgabenwirksame Ergebnisse erzielen zu können. Ihr Zweck besteht darin, die spärlichen Informationen aus den Ergebnissen von Wettspielen auszudehnen und jedem Spieler zu ermöglichen, die Mindestanforderung von vier Ergebnissen einreichen zu können.

Eine EDS-Runde entspricht nahezu einem Wettspiel. Bereits vor der Runde besteht der Wille, das Ergebnis (ob gut oder schlecht) einzureichen, und es müssen vorgabenwirksame Bedingungen existieren. Es gibt allerdings keine Mitbewerber und deshalb keine Pufferzonenanpassung. Es ist anzunehmen, dass sich Spieler einer EDS-Runde wohl ohnehin nicht einen Tag mit typischen Anpassungsbedingungen aussuchen.

Die Erfahrung zeigt, dass das Durchschnittsergebnis in EDS-Runden eher besser ist als in Wettspielen. Dies kann zu zu niedrigen Vorgaben führen und sollte bei der jährlichen Überprüfung der Vorgaben in Betracht gezogen werden.

Anmerkung:
Grundgedanke der EDS-Runden ist, dass die DGV-Vorgabe eines Spielers ein möglichst getreues Abbild seines Spielpotenzials ergeben soll. Dies wird am besten dann erreicht, wenn so viele vorgabenwirksame Ergebnisse wie möglich in die Vorgabenverwaltung eingehen. Dieser Ansatz geht natürlich davon aus, dass auch in Privatrunden Golf strikt nach den Golfregeln gespielt wird.

Sollte der Vorgabenausschuss erkennen, dass zwischen den Wettspielergebnissen und den Ergebnissen aus Privatrunden regelmäßig unverhältnismäßige Differenzen bestehen, ist ihm mit Ziffer 3.16 des DGV-Vorgabensystems ein Mittel an die Hand gegeben, um den Spieler seiner tatsächlichen Spielstärke entsprechend einzustufen.

Natürlich steht es den DGV-Mitgliedern frei, einzelne Tage bzw. Zeiten festzulegen, zu denen allein Extra-Day-Scores gespielt werden können. So wäre bspw. eine Beschränkung auf die Wochenenden oder zusätzlich bestimmte Wochentage, aber auch bestimmte Tageszeiten möglich. Allerdings darf eine Regelung dieser Art nicht so weit gehen, dass ein Extra-Day-Score praktisch oder theoretisch gar nicht mehr gespielt werden kann, da das DGV-Vorgabensystem für alle DGV-Mitglieder die Einführung von EDS-Runden verbindlich vorschreibt.

Eine Einschränkung der Möglichkeit zum Erspielen von Extra-Day-Scores kommt insbesondere dann in Betracht, wenn es einem DGV-Mitglied nicht zumutbar erscheint, über die gesamte Woche vorgabenwirksame Platzbedingungen vorzuhalten. Auch wenn es praktisch erscheint, EDS-Runden im Anschluss an vorgabenwirksame Wettspiele spielen zu lassen, so sollte eine Spielleitung sich überlegen, ob der Spieler nicht auch durch eine Wettspielteilnahme an diesem Termin zu einer vorgabenwirksamen Runde gekommen wäre.