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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
3.16 Generelle Überprüfung des Spielpotenzials durch den Vorgabenausschuss  
3.16.1 Der Vorgabenausschuss darf nach eigenem Ermessen die EGA-Vorgaben von Spielern auch außerhalb des allgemeinen Überprüfungsvorgangs verändern. Hierbei ist der Vorgabenausschuss verpflichtet, dies nach den Ziffern 3.16.2 bis 3.16.7 durchzuführen.
Ist ein Mitglied eines Vorgabenausschusses nicht bereit, im Interesse aller Mitglieder die Vorgaben von einzelnen Spielern zu verändern, so eignet er sich nicht für die Mitarbeit in diesem Ausschuss.

Der Vorgabenausschuss muss auch selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler wird dazu gehört, aber die Entscheidung liegt beim Vorgabenausschuss.




 
3.16.2 Gelangt der Vorgabenausschuss des Heimatclubs eines Spielers zu der begründeten Überzeugung, dass die EGA-Vorgabe des Spielers ein falsches Bild von dessen tatsächlichem Spielpotenzial vermittelt, so hat der Vorgabenausschuss die EGA-Vorgabe des Spielers angemessen und um mindestens einen vollen Schlag herauf- bzw. herabzusetzen.
Hier geht es nicht um die Wahl, die Vorgabe eines Spielers willkürlich zu verändern, sondern um die Pflicht des Vorgabenausschusses, offensichtlich unzutreffende Vorgaben an die Realität anzupassen.

Der Vorgabenausschuss muss selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler hat kein Mitspracherecht.





 
3.16.3 Gelangt der Vorgabenausschuss des Heimatclubs eines Spielers zu der begründeten Überzeugung, eine EGA-Vorgabe der Vorgabenklasse 1 müsse herauf- oder herabgesetzt werden oder eine EGA-Vorgabe der Vorgabenklasse 2 müsse in die Vorgabenklasse 1 herabgesetzt werden, so muss der Vorgabenausschuss dies dem LGV oder dem DGV zur Zustimmung vorlegen.

Anmerkung: Für Spieler mit einer Vorgabe +1,0 und besser überprüft der DGV die Vorgaben in dieser Hinsicht und legt ggf. abweichende Vorgaben fest.
Hier geht es nicht um die Wahl, die Vorgabe eines Spielers willkürlich zu verändern, sondern um die Pflicht des Vorgabenausschusses, offensichtlich unzutreffende Vorgaben an die Realität anzupassen.

Der Vorgabenausschuss muss selbständig tätig werden und nicht nur auf Antrag eines Spielers. Der Spieler hat kein Mitspracherecht.
 
3.16.4 Bei den Herauf- bzw. Herabsetzungen zieht der Vorgabenausschuss sämtliche verfügbaren Informationen zum Spielpotenzial des Spielers in Betracht, insbesondere

- die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden;
- die Häufigkeit der vom Spieler gespielten Runden im Verhältnis zu den eingereichten vorgabenwirksamen Ergebnissen;
- die Anzahl der in jüngster Zeit erzielten vorgabenwirksamen
Ergebnisse, in denen nicht nur die Vorgabe bestätigt oder unterspielt wurde, sondern auch die Ergebnisse in der Pufferzone oder schlechter;
- Leistungen des Spielers in Lochwettspielen, Vierball-Zählwettspielen oder anderen nicht vorgabenwirksamen Wettbewerben.

Anmerkung: Der Vorgabenausschuss sollte bei einem Spieler entschlossener handeln, dessen Spielpotenzial sich offensichtlich schnell verbessert, als bei einem Spieler, dessen Spielpotenzial nur geringfügige Verbesserungen aufweist.

Beispiel: Spieler, die mehrfach mehr als 40 Stableford-Nettopunkte spielen, dokumentieren damit so gut wie immer ein Spielpotenzial, das besser ist als die aktuelle Vorgabe und sollten umgehend eine neue Vorgabe festgesetzt bekommen.

Ein DGV-Mitglied darf kein festes Schema festlegen, nach dem EGA-Vorgaben gemäß Ziffer 3.16 geändert werden. Insbesondere ist es nicht zulässig, EGA-Vorgaben nur aufgrund des Umstandes, dass ein Spieler während eines Kalenderjahres kein vorgabenwirksames Ergebnis eingereicht hat, heraufzusetzen. Jede Herauf- bzw. Herabsetzung muss individuell beurteilt werden.
Hinweis: Es ist nicht zulässig, ausschließlich ein einzelnes Ergebnis aus einem nicht vorgabenwirksamen Wettspiel zur Veränderung der Vorgabe heranzuziehen, da hierdurch kein allgemeines Spielpotenzial ausgedrückt wird.

Für die Überprüfung der Vorgaben +1,0 und besser durch den DGV werden u. a. zusätzlich folgende Faktoren herangezogen:

- die Anzahl Teilnehmer in einem Wettspiel,
- die Anzahl Wettspiele eines Spielers und
- die Bedeutung des Wettspiels (Verbandwettspiel, internationales Wettspiel, auswärtiges Wettspiel eines DGV- Mitglieds, Wettspiel im Heimatclub).

Die Festsetzung einer neuen Vorgabe durch den DGV erfolgt unter Berücksichtigung und Gewichtung der o. g. Faktoren.
Auch nicht vorgabenwirksame Ergebnisse können einen Einfluss auf die Stammvorgabe eines Spielers haben, jedoch nicht als einzelnes zu wertendes Ergebnis, aber in der Summe mehrerer solcher Ergebnisse, die ein dauerhaft anderes Spielpotential ausdrücken als die momentane Vorgabe des Spielers.

Sollten auch einzelne nicht vorgabenwirksame Ergebnisse (wie fälschlich von vielen Spielern angenommen) zur Veränderung einer Vorgabe führen, müsste dies auch bei besonders schlechten Ergebnissen oder überhaupt bei allen eine Rolle spielen. Dann wäre es aber völlig überflüssig, überhaupt nicht vorgabenwirksame Ergebnisse zu haben.
 
3.16.5 Über Änderungen der EGA-Vorgabe gemäß Ziffer 3.16 muss der Vorgabenausschuss den Spieler informieren. Änderungen treten mit Kenntnisnahme durch den Spieler in Kraft.

Anmerkung: Hat ein Spieler zu der Veränderung seiner Vorgabe durch den Vorgabenausschuss seines Heimatclubs Fragen bzw. Zweifel, so muss ihm die Gelegenheit gegeben werden, diese dem Ausschuss darzulegen. Bei dieser Gelegenheit muss der Spieler darüber informiert werden, dass er innerhalb von sieben Tagen die Möglichkeit der Überprüfung der Entscheidung seines Vorgabenausschusses durch den Vorgabenausschuss des zuständigen LGV beantragen kann.
   
3.16.6 Die Entscheidung des Vorgabenausschusses des Heimatclubs unterliegt der Überprüfung durch den Vorgabenausschuss des zuständigen LGV, dessen Entscheidung wiederum der Überprüfung durch den Vorgaben- und Course-Rating-Ausschuss des DGV unterliegt.

Der jeweilige Antrag des Spielers bzw. des DGV-Mitglieds auf Überprüfung muss innerhalb einer Ausschlussfrist von sieben Tagen nach Kenntnis von der Entscheidung des DGV-Mitglieds bzw. LGV schriftlich beim Vorgabenausschuss des LGV bzw. DGV eingegangen sein. Auf das Recht zur Überprüfung muss der Spieler bzw. das DGV-Mitglied hingewiesen werden. Für das Überprüfungsverfahren des DGV gilt die Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO) des DGV. Die Überprüfung hat aufschiebende Wirkung, ausgenommen im Fall der Anwendung von Ziffer 3.16.7.
Es ist offensichtlich und ein Gebot der Höflichkeit, dass ein Spieler von der geänderten Vorgabe zuerst durch den Vorgabenausschuss erfahren sollte und nicht durch andere Clubmitglieder.  
3.16.7 Die EGA-Vorgabe eines Spielers, der an einem auswärtigen Wettspiel teilnimmt, kann durch den Vorgabenausschuss oder die Wettspielleitung des das Wettspiel ausrichtenden DGV-Mitglieds ausschließlich für das Wettspiel herabgesetzt werden, wenn die begründete Überzeugung besteht, dass die Vorgabe zu hoch ist.

Vorgabenausschuss bzw. Spielleitung müssen den Vorgabenausschuss des Heimatclubs des Spielers unmittelbar im Anschluss an das Wettspiel über alle Einzelheiten im Zusammenhang mit der Herabsetzung informieren.

Anmerkung: Generelle Überprüfung des Spielpotenzials durch den Vorgabenausschuss
In außergewöhnlichen Fällen sollte der Vorgabenausschuss eines DGV-Mitglieds die Vorgabe eines Spielers zwischen den Überprüfungen von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen überprüfen.

Die Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen ist ein Verfahren, das mindestens einmal jährlich stattfindet und bei dem der Vorgabenausschuss die Leistungen jedes Spielers, für den er zuständig ist, mit der aktuellen Vorgabe des Spielers abgleicht. Der Vorgabenausschuss entscheidet nach eigenem sachgemäßem Ermessen, ob er die Vorgabe bestätigt oder ob diese verändert wird.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass ein einzelnes besonders gutes Ergebnis keinen Grund darstellt, die Vorgabe weiter zu verändern, als das System es vorsieht. Eine Veränderung einer Vorgabe durch eine Entscheidung des Vorgabenausschusses muss auf dem allgemeinen Spielpotenzial des Spielers beruhen und nicht auf einem einzelnen Ergebnis. Nur bei einer generellen Abweichung der Ergebnisse eines Spielers von der EGA-Vorgabe des Spielers gibt es einen Anlass, eine entsprechende Anpassung vorzunehmen.
Diese Regelung gibt einer Spielleitung die Möglichkeit, die Vorgabe eines Gasts aus einem anderem Heimatclub zu verändern, wenn er davon überzeugt ist, die Vorgabe würde nicht stimmen.

Gerade bei Sponsorenwettspielen kann es nützlich sein, fragwürdige Vorgaben von Gästen zu verändern.