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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
3.11 Erstmaliges Erlangen einer EAG-Vorgabe  
3.11.1 Eine EGA-Vorgabe darf nur von ordentlichen DGV-Mitgliedern geführt werden. Diese DGV-Mitglieder dürfen EGA-Vorgaben nur für Spieler führen, die Amateure im Sinne des DGV-Amateurstatuts sind. Außerdem müssen es spielberechtigte Mitglieder mit einer auf mindestens zwölf Monate angelegten Mitgliedschaft sein und dieses DGV-Mitglied als Heimatclub haben. Ebenso wenig ist es möglich, sich im Urlaub (Ausland oder Inland) von einem Gastclub oder einem Pro eine Vorgabe bestätigen zu lassen, die dann der Heimatclub übernehmen soll. Außerhalb des Heimatclubs führt nur ein Ergebnis in einem vorgabenwirksamen Wettspiel zu einer Veränderung der Vorgabe.
Eine Vorgabe ist nicht Eigentum des Spielers, sie ist eine statistische Größe, die von seinem Heimatclub auf seine Bruttoergebnisse angewandt wird. Demnach hat der Spieler weder ein Recht auf eine bestimmte Vorgabe, noch behält er sie bei Ende seiner Mitgliedschaft oder seines Spielrechts.

Auch passive Spieler (ruhende Mitgliedschaft, Fördermitglied u. ä.) haben keine Vorgaben, da nur Spielern mit einem Spielrecht eine Vorgabe geführt werden darf. Andere Spieler haben weder Bedarf dafür, noch kann man ihnen ein Spielpotential bestätigen, ohne dass sie spielen.

Wichtig: Viele Spieler glauben, man müsse auf jeden Fall einmal mit -54 anfangen. Die erste Vorgabe richtet sich jedoch immer nach der erspielten Leistung.
 
3.11.2 Die höchste EGA-Vorgabe ist für Damen und Herren 54. Eine EGA-Vorgabe kann in eine EGA-Spielvorgabe umgerechnet werden, die diese Zahl übersteigt.
Eine Vorgabe 54 ist seit 2016 bereits eine internationale Vorgabe und keine Clubvorgabe mehr. Deshalb muss die Vorgabe 54 neuerdings auch in einer Runde erspielt werden und wird nicht automatisch mit der Platzreife vergeben.

Die erste Vorgabe kann sowohl in der Platzreiferunde, in einer EDS-Runde oder in einem Turnier erspielt werden.
 
3.11.3 Ein Spieler erhält mit dem Erlangen der Platzreife oder Platzerlaubnis zunächst den Eintrag „PR“ im Vorgabenstammblatt. Solange er keine Vorgabe 54 oder besser in einem vorgabenwirksamen Wettspiel oder einer EDS-Runde erspielt, behält der Spieler den Eintrag „PR“.

Kinder erhalten mit erfolgreichem Absolvieren des DGV-Kindergolfabzeichens in Gold einen Eintrag „PR“, falls sie nicht bereits eine Vorgabe 54 erspielen.

Eine erste EGA-Vorgabe von 54 oder besser erhält der Spieler, sobald er in ein vorgabenwirksames Ergebnis von 36 Stableford-Nettopunkten oder besser erzielt. Er startet hierbei mit einer Spielvorgabe, die sich aus der Anrechnung einer EGA-Vorgabe 54 für den betreffenden Platz ergibt. Diese erste Vorgabe kann vom Vorgabenausschuss nach Ziffer 3.16 angepasst werden, wenn besondere Umstände dies notwendig erscheinen lassen.
Die erste EGA-Vorgabe wird auf Basis des eingereichten Stableford-Nettoergebnisses wie folgt berechnet:

Erste Vorgabe = 54 - [(Stableford-Nettopunkte –36)]

Beispiele:
1. Ein Spieler erzielt 32 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe verfehlt.
2. Ein Spieler erzielt 36 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe ist 54.
3. Ein Spieler erzielt 40 Stableford-Nettopunkte. Erste EGA-Vorgabe ist 50.
   
3.11.4 Ergebnisse zur Erspielung einer Vorgabe müssen unter vorgabenwirksamen Bedingungen gespielt werden, auf dem Platz des Heimatclubs oder jedem anderen vom Heimatclub dafür anerkannten gerateten Platz. Jede Zählkarte muss vom Spieler und dem Zähler unterschrieben werden.

Die Anzahl Vorgabenschläge, die ein Spieler auf dieser Runde erhält, errechnet sich wie folgt:

(54 + Anpassungskoeffizient Klasse 6) = Spielvorgabe

Bei einer Runde über neun Löcher lautet die Formel:

(54 + Anpassungskoeffizient Klasse 6 ) / 2 = Spielvorgabe

Anmerkung: Gerundet wird, bevor das Ergebnis der Klammer durch zwei geteilt wird.
 
3.11.5 Die erste EGA-Vorgabe muss auf Basis des eingereichten Stableford-Ergebnisses berechnet werden. Bei einem Ergebnis über neun Löcher müssen 18 Punkte hinzuaddiert werden.
 
3.11.6 Der Vorgabenausschuss eines DGV-Mitglieds kann beim erstmaligen Erlangen einer EGA-Vorgabe eine geringere als die auf der Basis des eingereichten Ergebnisses errechnete EGA-Vorgabe vergeben und zwar dann, wenn er der begründeten Auffassung ist, dass eine niedrigere EGA-Vorgabe dem Spielpotenzial eines Spielers besser entspricht.

Bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände kann auch eine höhere EGA-Vorgabe als die, die durch das eingereichte Ergebnis zu ermitteln wäre, vergeben werden.
Bei einem guten Hockey- oder Eishockeyspieler z. B. würde man wahrscheinlich eine Vorgabe vergeben, die deutlich besser als 54 ist, denn diese Spieler haben durch ihren bisherigen Sport einen wesentlich leichteren Einstieg in das Golfspiel.  
3.11.7 Ein Spieler erhält eine EGA-Vorgabe erst dann, wenn die erfolgreiche Teilnahme an einer Prüfung über die Golfregeln (einschl. der Etikette) gemäß Spiel- und Wettspielhandbuch Abschnitt 7 nachgewiesen ist. Ohne Regelkenntnis ist ein ordnungsgemäßes Golfspiel nicht möglich. Wer jedoch „einfach nur spielen" will und nicht an Wettspielen teilnehmen möchte, der benötigt auch keine EGA-Vorgabe.  
3.11.8 Einem Spieler darf ohne schriftliche Genehmigung des zuständigen LGV oder des DGV keine EGA-Vorgabe der EGA-Vorgabenklasse 1 zuerkannt werden.

Anmerkung: Zuerkennung einer Vorgabe
Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Vorgabenausschuss eine ganzzahlige EGA-Vorgabe zuerkennen darf, die von der EGA-Vorgabe, die nach Ziffer 3.11.4 berechnet wurde, falls er der Auffassung ist, eine solche EGA-Vorgabe würde besser zum Spielpotenzial des Spielers passen, abweicht.

Hierbei ist u. a. zu berücksichtigen:
- die bisherige Historie des Spielers und (von besonderer Wichtigkeit) jegliche frühere ggf. niedrigere Vorgabe;
- Jahreszeit und Wetter, zu denen die drei Ergebnisse eingereicht werden;
- Informationen von anderen Spielern;
- eine Vorgabe unter einem anderen Vorgabensystem;
- besondere Leistungen in anderen Sportarten
- eine erstmalige Zuerkennung von Vorgaben in der Vorgabenklasse 2 oder 3.
   
3.11.9 Der Vorgabenausschuss muss die erste Vorgabe in Abhängigkeit des Spielpotenzials des Spielers festsetzen. Erspielt der Spieler in der Prüfung zur Platzreife kein Ergebnis, das rechnerisch zu einer Vorgabe 54 oder besser führt, so erhält der Spieler im Vorgabenstammblatt den Eintrag „PR“ (Platzreife). Es wird keine Vorgabe vergeben, die der Spieler nicht nachweislich erspielt hat. Spielt ein Spieler in seiner Platzreiferunde bereits einige Doppelbogeys, so wäre es völlig verfehlt, ihm nur eine Vorgabe 54 zuzuerkennen.