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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
2.6 Besserlegen  
2.6.1 In der Zeit vom 1. November bis 30. April eines Jahres sind vorgabenwirksame Bedingungen auch dann gegeben, wenn wegen erschwerter Spielbedingungen „Besserlegen“ durch Platzregel zeitlich unbegrenzt gestattet ist. Vom 1. Mai bis einschließlich 31. Oktober eines Jahres darf eine Platzregel, die zur Gewährleistung gerechter und tragbarer Spielbedingungen Besserlegen gestattet, nur zeitweilig in Kraft gesetzt werden. Eine derartige Platzregel muss außer Kraft gesetzt werden, sobald es die Verhältnisse zulassen.

In der Zeit vom 1. Mai bis einschließlich 31. Oktober eines Jahres sind vorgabenwirksame Bedingungen trotz Besserlegens darüber hinaus nur dann gegeben, wenn der zuständige LGV der Platzregel zugestimmt hat. Dies kann auch nachträglich geschehen, wenn kurzfristig vor dem Wettspiel niemand erreichbar ist, der die Genehmigung erteilt. Wird erst nachträglich eine Genehmigung eingeholt, so sollte das Wettspiel bis dahin nicht im Intranet übertragen werden, damit im Falle einer Ablehnung des Besserlegens durch den LGV nicht alle vorgabenwirksamen und bereits in die Vorgabenstammblätter eingetragenen Ergebnisse wieder verändert werden müssen.
Besserlegen ist nicht dazu gedacht, das Spiel zu erleichtern. Es geht darum, vergleichbare Bedingungen für alle Spieler zu schaffen. Auf einem neuen Platz mit ungleichmäßigem Bewuchs auf den Fairways ist Besserlegen zur Chancengleichheit der Wettspielteilnehmer angebrachter als auf einem für alle Spieler nur gleichmäßig nassen Fairway.

Viele Greenkeeper sehen Besserlegen nicht ganz zu Unrecht sogar als schädlich für den Platz an, da die Spieler dabei neben den Schadstellen nun auch noch gezielt die Rasenflächen mit gutem Bewuchs durch ihre Schläge belasten.
 
2.6.2 Vorgabenwirksame Bedingungen sind trotz Besserlegens u. a. nur dann gegeben, wenn die Spielleitung eine Platzregel mit folgendem Wortlaut wie in Anhang I, Teil A, Ziffer 3b (Offizielle Golfregeln) erlässt

Anmerkung:
Auf dem Grün ist kein Besserlegen zulässig, da das Grün nicht unter die Erklärung „Gelände“ der Offiziellen Golfregeln fällt.
Ein Wettspiel mit Besserlegen ist nur vorgabenwirksam, wenn ein ausführlicher Text wie nebenstehend (am besten dieses Original mit ausgefüllten Variablen) dazu veröffentlicht wird.

Ein Hinweis „Heute Besserlegen" ist nicht dazu geeignet, ein einheitliches Verfahren zu garantieren. Die Entfernung des Besserlegens und die evtl. Verpflichtung zum Kennzeichnen der Lage des Balls sind variabel und müssen angemessen schriftlich bekannt gegeben werden.

Ein Besserlegen im Semirough oder gar im gesamten Gelände wird in der in Ziffer 2.6.2 genannten Platzregel nicht erfasst und lässt in keinem Fall ein vorgabenwirksames Spiel zu. Alle Flächen außerhalb des Fairways dienen in erster Linie als Sicherheitsabstand zum nächsten Loch und nicht als Spielfläche. Deshalb hat kein Spieler in diesen Gebieten den Anspruch auf eine gute Balllage.
 
2.6.3 Eine Platzregel zum Besserlegen kann von der Spielleitung auf einem oder mehreren Löchern in Kraft gesetzt werden, auf denen die Spielbedingungen so widrig sind, dass das Besserlegen ein faires Spiel fördern würde.

Anmerkung zum Besserlegen:
Der Zweck des Besserlegens ist es, dass vorgabenwirksame Ergebnisse auch unter extremen Platz- oder Witterungsbedingungen (Nässe, weicher Boden) erzielt werden können, die dies sonst nicht zulassen würden.

Der Zeitraum des Besserlegens dient dazu, unter Anwendung einer Platzregel zum Besserlegen in den Teilen Europas vorgabenwirksame Bedingungen zu ermöglichen, in denen jährlich wiederkehrend in den Wintermonaten widrige Spielbedingungen existieren.

Der Deutsche Golf Verband hat den Zeitraum des Besserlegens auf die Zeit vom 1. November eines Jahres bis zum 30. April des Folgejahres festgesetzt. Es gibt einige Optionen für diese Platzregel. Es ist weder verpflichtend, diese Platzregel in der fraglichen Zeit einzuführen und die Platzregel sollte auch nur für die Zeit in Kraft gesetzt werden, in der sie erforderlich ist, also nicht standardmäßig vom 1. November bis zum 30. April.

Es wird oft fälschlich angenommen, „Besserlegen“ solle den Platz schonen. Das Gegenteil davon ist häufig zutreffend, da der Spieler dabei den Ball auf ein Stück Rasen legen darf, von dem er dann anschließend ein Divot herausschlägt.

Geht es vor allem um schlechte Lagen wegen weichen Bodens oder Wurmhäufchen, ist die Alternative zum „Besserlegen“ eine Platzregel, die nur das Reinigen des Balls und sein anschließendes Zurücklegen an die ursprüngliche Stelle erlaubt (siehe Golfregeln, Anhang I, Teil A 3b).

Es muss beachtet werden, dass „Besserlegen“ dem Grundprinzip der Golfregeln widerspricht, den Ball zu spielen, wie er liegt. Die wahllose Verwendung von „Besserlegen“ muss deshalb vermieden werden und verlangt außerhalb des o.g. Zeitraums deshalb auch die Zustimmung des jeweils zuständigen Landesgolfverbandes.