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EGA-Vorgabensystem Erläuterung  
2.5 Par  
2.5.1 Das Par ist die Schlagzahl, die man von einem Scratch-Golfer auf einem bestimmten Loch erwartet. Par geht von fehlerfreiem Spiel unter normalen Spielbedingungen aus und nimmt zwei Schläge auf dem Grün an.

Das „Par" einer Spielbahn orientiert sich daran, ob ein guter Golfspieler (sog. Scratch-Golfer bzw. sog. Scratch-Dame) das Grün einer Spielbahn mit einem, zwei oder erst drei Schlägen erreichen kann. Daraus ergibt sich mit zwei angenommenen Schlägen auf dem Grün dann ein Par 3, Par 4 oder Par 5. Hierbei wird nicht unbedingt der Verlauf des Fairways betrachtet, sondern die von dem guten Spieler in der Realität gewählte Spiellinie und Landezonen, jedoch nicht die Tatsache, ob in dem betreffenden Golfclub Spieler mit einem entsprechenden Spielpotential Mitglied sind.

So ist z. B. die Tatsache, dass niemand von den Clubmitgliedern ein Loch mit zwei Schlägen erreichen kann, theoretisch noch kein Grund, dieses Loch zu einem Par 5 zu erklären.

 
2.5.2 Das Par jedes Loches muss auf der Zählkarte ausgewiesen werden.

   
2.5.3 Das Par jedes Lochs kann von dem DGV-Mitglied unter Bezug auf die vermessene Länge, die im Course-Rating ermittelte „spielwirksame Länge“ sowie der Spielschwierigkeit des Lochs festgesetzt werden und muss innerhalb der Bandbreiten der folgenden Tabelle liegen:


ParDamenHerren
3bis 200 mbis 235 m
4185 bis 385 m 220 bis 450 m
5ab 350 mab 415 m


Beispiel: Die Länge eines Lochs beträgt 430 Meter. In Abhängigkeit von seiner spielwirksamen Länge sowie seiner Schwierigkeit kann das Loch ein Par 4 oder ein Par 5 zugewiesen bekommen.
Anmerkung 1: Ein Platz wird nicht „leichter“, wenn das Par höher gewählt wird, denn dadurch erhalten alle Spieler bei der Berechnung der Spielvorgabe einen Vorgabenschlag weniger. Gleiches gilt umgekehrt für eine Reduzierung des Pars.
Anmerkung 2: Spielt sich ein Loch aufgrund von Erschwernissen (z. B. Layup) länger als vermessen, so kann das Par von den Tabellenwerten abweichen.

Spielt sich ein Loch aufgrund von Vereinfachungen (Dogleg abkürzen) kürzer als vermessen, so kann das Par von den Tabellenwerten abweichen.
Nimmt ein Golfclub die Möglichkeit wahr, innerhalb der Übergangsbereiche in der nebenstehenden Tabelle ein vom Course Rating abweichendes Par zu zu beantragen, so muss man sich darüber im Klaren sein, dass nach einer Erhöhung des Pars um einen Schlag die Spielvorgabe der Spieler um einen Schlag sinkt, da das Par des Platzes in der Formel zur Berechnung zur Spielvorgabe berücksichtigt wird.

Zudem wird ein Loch nicht leichter bzw. schwerer, wenn man sein Par verändert, denn die Länge und alle anderen Erschwernisse bleiben dadurch unverändert.
 
2.5.4 Die Summe des Par für 18 Löcher muss nicht mit dem Course-Rating-Wert übereinstimmen und drückt nicht die Schwierigkeit des Platzes für den Scratch-Golfer aus. Par wird benutzt für die Berechnung von Stableford-Punkten und infolgedessen für Vorgabenzwecke.

Anmerkung:
Par ist kein zuverlässiges Maß für die Schwierigkeit eines Golfplatzes. Zwei Golfplätze mit identischem Par können in der Länge und Bauweise erheblich voneinander abweichen, wie beispielhaft an den beiden nachfolgend aufgeführten Platzen A und B in ähnlichem Gelände und mit identischen Erschwernissen verdeutlicht wird:

Platz A: Vier Par-3-Löcher zu jeweils 125 Meter, 14 Par-4-Löcher zu jeweils 270 Meter. Die Gesamtlänge beträgt 4155 Meter und Par 68.

Platz B: Vier Par-3-Löcher zu jeweils 200 Meter, 14 Par-4-Löcher zu jeweils 360 Meter. Die Gesamtlänge beträgt 5640 Meter und Par 68.

Es ist offensichtlich, dass ein Scratch-Golfer Platz B viel schwieriger zu spielen finden würde. Beide Plätze haben ein Par 68, aber das Course-Rating wird in der Größe von 63,0 und 69,0 liegen.
Da die Spielvorgabe auch unter Berücksichtigung der Differenz von Par zu Course-Rating berechnet wird, bedeutet dies auf dem Platz A einen Abzug von fünf Vorgabenschlägen und auf dem Platz B einen Aufschlag von einem Vorgabenschlag, unabhängig von der ebenfalls zu erfolgenden Gewichtung der Spielvorgabe durch den Slope-Wert.