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Handicap - Handicap kompakt
Kurz und kompakt finden Sie hier die wichtigsten Informationen rund um das Handicap. Im Vorgabenstammblatt werden Ihnen die Hintergründe bei Klick auf die einzelnen Inhalte kurz erläutert.
DGV-Mitglied Nr.
DGV-Mitglied ist die Golfanlage oder der Golfclub. Ein Golfspieler kann kein DGV-Mitglied sein sondern hat eine Mitgliedschaft in seinem Golfclub bzw. ein Spielrecht auf einer Golfanlage.
Mitglied Nr. Spieler
Mitgliedsnummer des Spielers in seinem Club bzw. auf einer Golfanlage.
Handicap
Aktuelle Stammvorgabe nach nebenstehendem Spielergebnis.

Das Handicap des Spielers ist entweder eine Clubvorgabe (von -54 bis -37) oder die DGV-Stammvorgabe (-36 oder besser). Die Clubvorgabe wird in ganzen Zahlen ausgedrückt, die DGV-Stammvorgabe mit einer Dezimalstelle hinter dem Komma.

Dieses Handicap ist die Grundlage zur Berechnung der Spielvorgabe, bei der auch die Schwierigkeit des Platzes einbezogen wird. Um aussagekräftig zu sein, muss die Stammvorgabe durch möglichst viele vorgabenwirksame Ergebnisse ständig aktualisiert werden.
Aktiv
Hier wird angegeben, ob die Vorgabe des Spielers auf mindestens vier vorgabenwirksamen Ergebnissen im Vorjahr oder drei vorgabenwirksamen Ergebnissen im laufenden Jahr beruht und damit für die Wettspielabwicklung als „aktiv“ abzusehen ist.
Platz
Name der wettspielausrichtenden Golfanlage.
Wettspiel
Name des Wettspiels.
Spielform
St = Zählspiel nach Stableford
Z = Zählspiel
P = Zählspiel gegen Par
Der Zusatz „(9)“ steht für ein Spiel über 9 Löcher
Der Zusatz „n“ steht für ein nicht vorgabenwirksames Ergebnis.
Erzielte Stableford-Netto-Punkte
Zur Vorgabenfortschreibung, also zur Berechnung des neuen Handicaps, werden alle Spielergebnisse in Stableford-Netto-Punkte umgerechnet. Diese Art der Berechnung erfolgt auch dann, wenn das Wettspiel zwar vorgabenwirksam war, aber kein Zählspiel nach Stableford gewesen ist.
CBA
Wenn besonders viele oder besonders wenige Spieler der Vorgabenklassen 1 bis 4 ein Ergebnis in der Pufferzone oder besser erspielen, muss davon ausgegangen werden, dass die Platzverhältnisse deutlich besser oder deutlich schlechter gewesen sind, als der Mittelwert, der mit dem Course-Rating ermittelt worden ist. Durch die Pufferzonenanpassung wird der Course-Rating-Wert bezogen auf dieses eine Wettspiel angepasst.
Anpassungen reichen von -4 (bei extrem schlechten Bedingungen) bis +1 (bei besonders guten Bedingungen).
Falls es auf einem Platz zu besonders vielen Anpassungen in eine Richtung kommt, sollte das Course Rating des Platzes oder die Vorgabe der Spieler überprüft werden.
Pufferzone
Hier wird der Bereich der Pufferzone angezeigt, die für den Spieler in seiner jeweiligen Vorgabenklasse gültig ist. Erfolgt eine Pufferzonenanpassung, wird die veränderte Pufferzone in Klammern dargestellt.
DGV-Stammvorgabe
Die DGV-Stammvorgabe ist das eigentliche Handicap eines Spielers. Die Clubvorgabe (von -54 bis -37) wird in ganzen Zahlen ausgedrückt, die eigentliche DGV-Stammvorgabe mit einer Dezimalstelle hinter dem Komma.

Dieses Handicap ist die Grundlage zur Berechnung der Spielvorgabe, bei der auch die Schwierigkeit des Platzes einbezogen wird. Um aussagekräftig zu sein, muss die Stammvorgabe durch möglichst viele vorgabenwirksame Ergebnisse ständig aktualisiert werden.




Die Funktion des Handicaps
Die einzige Funktion eines Handicaps (= Vorgabe) besteht darin, die Netto-Ergebnisse von zwei oder mehr Spielern innerhalb eines Wettspiels vergleichen zu können.

Nur für die Netto-Ergebnisse gleicht das Handicap die unterschiedlichen spielerischen Potentiale der Golfer aus, so dass im Extremfall sogar ein Anfänger gegen einen Spieler mit einstelligem Handicap spielen und gegen diesen gewinnen könnte.

Das Handicap kann somit als Rabatt auf das Brutto-Ergebnis gesehen werden. Der Anfänger bekommt damit einen großen Rabatt, geübte Spieler einen entsprechend geringeren.

Das Handicap dient alleine der Chancenwahrung eines vom Potential her unterlegenen Golfers gegenüber einem spielstärkeren Golfer beim „Kampf“ um den gleichen Preis (Nettopreis).

Das Handicap ist somit eine Verhältniszahl und nicht die Kennzahl für die exakte Spielstärke eines Spielers.

So setzt das Handicap die Spielstärke von zwei Spielern ins Verhältnis (für ein Netto-Lochspiel):
Beispiel: Zwei Spieler treten im Lochspiel gegeneinander an.
Spieler A hat Handicap 10
Spieler B hat Handicap 20

Wettspielwertung:
Spieler B erhält von Spieler A zehn Vorgabenschläge. An den zehn schwersten Bahnen gewährt Spieler A damit Spieler B jeweils einen Schlag mehr, also einen Schlag „vor“. An den übrigen acht Bahnen spielen beide Spieler „brutto“ gegeneinander.

Beide setzten somit ihre Spielstärke ins Verhältnis zueinander.

Das Handicap führt Spieler unterschiedlichen Potentials zusammen und selektiert sie nicht. Damit ist das Handicap ein deutliches Plus für die Attraktivität des Golfsports.Es bietet die einmalige Gelegenheit für die gemeinsame Ausübung des Sports vom Anfänger über den Fortgeschrittenen bis zum Könner.

Das Handicap (Vorgabe) hat absolut keine andere Funktion, als die Netto-Spielergebnisse von zwei oder mehr Spielern ins Verhältnis zu setzten.

Dass ein Handicap eine „Auszeichnung“ oder eine „persönliche Bestleistung“ sei oder sogar zu besonderen Privilegien berechtige, sind Ansichten aus der Welt der Mythen.

Veränderungen des Handicaps
Die Stammvorgabe von Golfern wird durch den Heimatclub geführt. Ein Spieler ist dafür verantwortlich, alle, auch die auf auswärtigen Plätzen erspielten Ergebnisse dem Heimatclub zu melden. Meldet er sein Ergebnis nicht innerhalb von spätestens sechs Wochen, wird dieses als "No return, vorgabenwirksam" gewertet und die Vorgabe im Bereich der Vorgabenklassen 1-4 um 0,1 heraufgesetzt. Der Vorgabenausschuss des Clubs ist jedoch dafür verantwortlich, die Vorgabe entsprechend des Spielpotentials des Golfers zu führen.

Vorgaben verändern sich auf Grund …
… aktueller vorgabenwirksamer Wettspielergebnisse
… EDS-Runden
… von Erkenntnissen des Vorgabenausschusses, dass die Vorgabe falsch ist (diese Erkenntnis kann auch durch nicht-vorgabenwirksame Runden gewonnen werden). Die Anpassung erfolgt dann durch entsprechende Festsetzung des Ausschusses (nach Ziffer 3.16 DGV-Vorgabensystem) oder durch entsprechende Festsetzung des Ausschusses in der "Überprüfung von EGA-Vorgaben auf Grundlage von Spielergebnissen" (nach Ziffer 3.15 DGV-Vorgabensystem).

Jeder Golfer muss sich dazu bewusst machen:
  1. Das Handicap ist kein „Eigentum“ des Spielers.
  2. Das Handicap dient ausschließlich der Vergleichbarkeit der Netto-Ergebnisse.
  3. Letztlich entscheidet der Vorgabenausschuss (VA) über das HCP eines Spielers, indem er es, automatisch durch die Clubverwaltungssoftware berechnet, „laufen lässt“ oder gem. Ziffern 3.15/3.16 anpasst).

Was bedeutet das?
- Der Vorgabenausschuss hat das Recht und die Pflicht, Vorgaben wenn nötig entsprechend seiner Erkenntnisse anzupassen.
- Der Vorgabenausschuss darf dies nicht willkürlich tun und muss dies begründen können.
- Der Spieler hat jedoch kein Recht, im Sinne des Vorgabensystems eine Entscheidung des Vorgabenausschusses diesbezüglich anzufechten.
- Falls ein Spieler mit der Entscheidung des Vorgabenausschusses unzufrieden ist, hat er die Möglichkeit, über entsprechende Wettspielergebnisse weitere Veränderungen seiner Vorgabe zu erreichen.
- Der Vorgabenausschuss hat aber auch die Pflicht, den Golfern ausreichend Möglichkeiten einzuräumen, vorgabenwirksam zu spielen.

Handicap Schritt für Schritt
Im Golf wird jeder Schlag gezählt, den ein Spieler macht. Dazu kommen noch die Strafschläge, falls er irgendeine Regel nicht richtig angewandt hat (auch, wenn das aus Versehen geschehen ist).

Natürlich macht ein guter Spieler viel weniger Schläge als ein Spieler, der gerade erst mit dem Golf angefangen hat. Er wird also wahrscheinlich immer gewinnen, bis der Anfänger auch einmal richtig gut spielt. Das macht wenig Spaß, wenn es so lange dauert, bis man einmal gewinnt. Es wäre doch schön, wenn auch ein Anfänger mit einem besseren Spieler spielen kann und nicht immer nur verliert. Dafür gibt es im Golf eine Vorgabe (auch Handicap genannt). Die Vorgabe zeigt an, wie viele Schläge ein schwächerer Spieler schlechter spielen darf als ein ganz guter Spieler zum Beispiel mit Vorgabe Null.

Wie geht das?

Dazu müssen wir das Beispiel einer Zählkarte anschauen:


Ganz links stehen die Nummern der Löcher und daneben die Länge der Löcher von den gelben und roten Abschlägen. In der vierten Spalte mit der Überschrift "Par" stehen die Zahlen 3, 4 oder 5 bei jedem Loch. Das sind die Schläge die ein sehr guter Spieler für dieses Loch brauchen sollte. Natürlich spielt er auch einmal etwas schlechter oder etwas besser, aber meistens wird es die Zahl sein, die da unter "Par" steht. Am Ende steht links unten in der Zeile "1-18" die Summe der Pars von den 18 Löchern: Hier ist es 70, viele Plätze haben Par 72.

Wenn ein Spieler auf diesen Platz 18 Löcher immer mit 70 Schlägen spielen kann, hat er eine Vorgabe "Null". Viele Leute sagen statt "Vorgabe" auch "Handicap".

Wenn ein anderer Spieler auf diesem Platz 106 Schläge für 18 Löcher braucht, dann hat er also 36 Schläge mehr als ein Spieler mit Vorgabe 0 gespielt. Wenn er das immer macht, dann hat er eine Vorgabe 36. Jetzt spielen beide Spieler (Vorgabe 0 und Vorgabe 36) zusammen. Der eine macht 70 Schläge und der andere 104 Schläge. Beide ziehen jetzt ihre Vorgabe von ihren Schlägen ab. Der Spieler mit der Vorgabe 36 kommt auf (104 - 36 = 68). Dazu sagt man "Netto 68". Der Spieler mit Vorgabe Null macht das nun auch und kommt auf "Netto 70" (70 - 0 = 70). In der Netto-Wertung hat der Spieler mit der Vorgabe 36 also besser gespielt als der Spieler mit der Vorgabe 0.

Ein Anfänger, der gerade eine Platzreife bekommen hat, wird meistens mit einer Vorgabe 54 anfangen. Er darf dann also auf dem Platz mit dem Par 70 auf 18 Löchern 124 Schläge machen.

Aber wie ist der Spieler mit Vorgabe 36 zu seiner 36 gekommen? Dazu ist die Umrechnung der Spielergebnisse in Stableford-Punkte nötig. Stableford (gesprochen Stäibelford) ist eine besondere Zählweise in der die Vorgabe nicht als Ganze von allen gemachten Schlägen abgezogen wird, sondern die Vorgabe wird auf die einzelnen Löcher aufgeteilt. Das heißt, mit einer Vorgabe 36 hat ein Spieler auf jedem Loch (18 mal 2 = 36) zwei Vorgabenschläge, die gerade dort von seinem Ergebnis abgezogen werden. Diese Schläge werden für jeden Spieler extra mit schrägen Strichen auf die Zählkarte gedruckt:



Nun kann ein Spieler, der am Loch 1 sechs Schläge spielt, diese zwei Vorgabenschläge abziehen und stellt fest, dass er Netto eine „4“ gespielt hat. Da das Loch ein Par 4 Loch ist, hat er Netto also Par gespielt. Natürlich muss die gespielte „6“ auf der Zählkarte aufgeschrieben werden, aber mit dem „Netto-Par“ wird weiter gerechnet.

Die gespielten Nettoergebnisse an jedem Loch werden jetzt in Stablefordpunkte umgerechnet. In der Stableford-Wertung (benannt nach Ihrem englischen Erfinder Frank Stableford) gibt es für jedes Ergebnis je Loch Punkte, und zwar

für ein Par zwei Punkte
für einen Schlag über Par (Bogey) einen Punkt
für zwei oder mehr Schläge über Par keine Punkte
für einen Schlag unter Par (Birdie) drei Punkte
für zwei Schläge unter Par (Eagle) vier Punkte
für drei Schläge unter Par (Albatros) fünf Punkte

Wenn ein Spieler 36 Stableford-Nettopunkte spielt, kommt er genau auf sein Handicap.
Jetzt zählen wir bei dem Spieler mit Vorgabe 36, dessen Ergebnisse unten beispielhaft in die Zählkarte eingetragen wurden, die Punkte und kommen auf 38, also zwei mehr als er eigentlich bräuchte, um sein Handicap zu spielen.



Er hat also besser gespielt als seine Vorgabe. Deshalb bekommt er eine neue Vorgabe. Der Computer im Clubhaus rechnet aus, dass der Spieler bei 38 Punkten von Vorgabe 36 auf 35 gesetzt wird. Bei einem Spieler mit einer Vorgabe zwischen 37 und 54 zählt jeder unterspielte Punkt einen ganzen Schlag, der von der Vorgabe abgezogen wird. Spielt ein Spieler mit Vorgabe 54 also 40 Stableford-Nettopunkte (4 Punkte mehr als 36), so hat er eine neue Vorgabe 50.

Das genaue Verfahren ist im so genannten "Vorgabensystem" des Deutschen Golf Verbands nachzulesen. Zu dem Vorgabensystem gehört auch, dass die Vorgabe eines Spielers wieder hochgesetzt wird, wenn er einmal ein schlechteres Ergebnis spielt.
Spielt der Spieler mit seiner neuen Vorgabe 35 im nächsten Turnier nur 30 Stableford-Nettopunkte, so bleibt seine Vorgabe unverändert. Erst im Bereich der Vorgaben 26,4 und niedriger werden Vorgaben nach schlechten Ergebnissen um 0,1 heraufgesetzt. Damit hat er dann wieder bessere Chancen im nächsten Wettspiel. 0,1 ist nur ein kleiner Teil von einem ganzen Schlag. Gerade am Anfang verändert sich das Handicap also deutlich schneller nach unten als nach oben.

Die Vorgabe ist also dazu da, die Ergebnisse von verschiedenen Spielern zu vergleichen und dann vielleicht einen Nettopreis zu gewinnen. Das Nettoergebnis sagt nichts darüber, wie gut ein Spieler Golf spielen kann. Wen man das wissen will, schaut man besser auf sein Brutto-Ergebnis.

Das ist jetzt aber nicht das ganze Vorgabensystem. Dazu gehören auch die EGA-Vorgaben und das Course Rating System.
Die EGA-Vorgabe ist die Vorgabe, die für einen Spieler im Computer steht. Sie hatte eine Kommastelle, z.B. 18,4. Wenn ein Spieler auf dem Platz spielen will, wird die EGA-Vorgabe in eine EGA-Spielvorgabe umgerechnet. Dazu braucht man das Course Rating. Das ist eine Methode, die Schwierigkeit von Golfplätzen zu beschreiben. Jeder Platz hat für jeden Abschlag einen anderen Course Rating Wert und einen Slope Wert, z.B. CR 70,3 und Slope 119. Und je nach dem, wo der Spieler mit der Stammvorgabe 18,4 spielt (auf einem leichten oder schweren Platz), ist seine Spielvorgabe vielleicht einmal 17, das andere Mal 18 und auf einem ganz schweren Platz vielleicht auch 21.

Damit man nicht jedes Mal rechnen muss, gibt es in den Golfclubs Tabellen, auf denen jeder Spieler nachlesen kann, welche EGA-Spielvorgabe er je nach Platzschwierigkeit von den einzelnen Abschlägen mit seiner überall gleichen EGA-Vorgabe hat.

Vorgabenstammblatt
Für jeden Golfer wird in seinem Heimatclub ein Vorgabenstammblatt geführt, in das alle vorgabenwirksamen Ergebnisse eingetragen werden.