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Amateurstatut
Amateure im Golfsport waren traditionell die „Gentlemen-Golfer“. Professionals hingegen, die mit Golf Ihren Lebensunterhalt bestritten, durften in früheren Zeiten nicht einmal das Clubhaus betreten. Dieses Ansehen hat sich grundlegend gewandelt. Trotzdem hat auch heute noch das Amateurstatut einen wichtigen Stellenwert. Um die bloße Freude an der Sportausübung der Freizeit-Golfer zu schützen und ein faires Spiel im Rahmen des Vorgabensystems zu ermöglichen, werden z.B. Preise und Vergünstigungen für Golf-Amateure durch das Amateurstatut, einem Bestandteil im Buch „Offizielle Golfregeln“, in ihrem zulässigen Wert limitiert. Den offiziellen Text finden Sie hier in der linken Spalte, Erläuterungen dazu rechts.

Offizieller Regeltext Erläuterung
1-1. Allgemeines
Das Golfspiel und das Verhalten eines Golfamateurs muss in Einklang mit den Bestimmungen des Amateurstatuts stehen.

Wer sich nicht an die Bestimmungen des Amateurstatuts hält, kann seinen Amateurstatus verlieren. Er gilt dann nicht mehr als Amateurgolfer und hat auch keine Vorgabe mehr. Er ist nicht mehr startberechtigt in Wettspielen, zu denen eine oder beide Voraussetzungen (Amateur, Vorgabe) erfüllt sein müssen.
1-2. Amateurstatus
Der Amateurstatus ist grundlegende Zulassungsvoraussetzung für die Teilnahme an Golfwettspielen für Golfamateure. Wer gegen die Bestimmungen verstößt, kann seinen Status als Golfamateur, und, als Konsequenz daraus, das Recht zur Teilnahme an Amateurwettspielen verlieren.
 
1-3. Zweck der Regeln
Zweck der Regeln ist es, den Unterschied zwischen Amateur- und Berufsgolf zu erhalten und sicherzustellen, dass Amateurgolf, das im Hinblick auf die Golfregeln und das Vorgabensystem weitgehend selbstregulierend ist, frei vom Druck gehalten wird, der sich durch unkontrolliertes Sponsoring und finanzielle Anreize ergeben kann.

Durch angemessene Beschränkungen und Einschränkungen sollen die Regeln zum Amateurstatut den Golfamateur ermutigen, sein Hauptaugenmerk auf die Herausforderung des Spiels und die sich daraus ergebenden Auszeichnungen zu richten, statt auf einen finanziellen Vorteil.

Das Golfspiel hat gegenüber anderen Sportarten (mindestens) zwei Besonderheiten. Es wird weitgehend ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters gespielt und es existiert ein Handicapsystem. Beide Aspekte lassen es ratsam erscheinen, materielle Anreize zu begrenzen, die mit dem Gewinn eines Preises verbunden sein können. Die Regelungen zum Amateurstatus eines Spielers sind weltweit nahezu einheitlich.
1-4. Zweifel über Status
Jeder, der sich nicht sicher ist, ob seine Vorgehensweise mit den Regeln in Einklang steht, sollte sich an den Amateurstatut-Ausschuss wenden. Organisatoren oder Sponsoren von Wettspielen für Golfamateure oder Wettspielen, an denen Golfamateure teilnehmen, sollten sich an den Amateurstatut-Ausschuss wenden, wenn sie im Zweifel sind, ob eine Ausschreibung im Einklang mit den Regeln steht.

Der Ausschuss ist über die Adresse der DGV-Geschäftstelle in Wiesbaden erreichbar:
Telefon: 0611 / 990 200
Email: vonGarn@dgv.golf.de
2-1. Allgemeines
Ein Golfamateur darf sich nicht wie ein Berufsgolfer verhalten bzw. als Berufsgolfer bezeichnen.

Zur Anwendung dieser Regeln gilt als Berufsgolfer, wer
- Golf aus beruflichen Gründen spielt, oder
- als Berufsgolfer arbeitet, oder
- an einem Wettspiel als Berufsgolfer teilnimmt, oder
- Mitglied in einer „Professional Golfers Association“ (PGA) ist, oder
- Mitglied einer Professional Tour ist, die ausschließlich Berufsgolfern offen steht.

Ausnahme: Ein Golfamateur darf Mitglied in einer PGA sein, vorausgesetzt, diese Art der Mitgliedschaft gewährt kein Spielrecht und dient nur Verwaltungszwecken.


Anmerkung 1: Ein Golfamateur darf sich, einschließlich nicht erfolgreicher Bewerbungen auf eine Stelle als Berufsgolfer, über seine Aussichten, Berufsgolfer zu werden, informieren, und es ist ihm gestattet, in einem Pro-Shop entgeltlich zu arbeiten, sofern er damit nicht anderweitige Regeln verletzt.

Anmerkung 2: Ein Golfamateur darf sich, einschließlich unberücksichtigter Bewerbungen auf eine Stelle als Berufsgolfer, über seine Aussichten, Berufsgolfer zu werden, informieren, und es ist ihm gestattet, in einem Pro-Shop entgeltlich zu arbeiten, sofern er damit nicht anderweitige Bestimmungen verletzt.

Es ist schon aus der allgemeine üblichen Definition des Begriffs "Amateur" klar, dass jemand nicht Amateur sein kann, der diesen Weg beschreitet.
Diese Aufzählung umfasst jegliche Personen, die mit der Erteilung von Golfunterricht oder dem Spiel um Preisgeld ihren Lebensunterhalt verdienen, aber siehe auch Ziffer 5.





zur Ausnahme: Bei Auszubildenden der PGA (z. B. PGA of Germany) wird eine PGA-Mitgliedschaft zu reinen Verwaltungszwwecken eingerichtet, die nicht als Mitgliedschaft im Sinne der vorgenannten Aufzählung angesehen wird.

zu Anmerkung 1: Ein Amateur darf natürlich im Umfeld des Golfspiels arbeiten, so lange diese Arbeit nichts mit der entgeltlichen Erklärung von Schwungmechanik zu tun hat: Eine Tätigkeit im Sekretatriat / Clubmangement, Verkäufer im Golfshop, Greenkeeper, Schlägerbauer o.ä. ist amateurstatutsunschädlich.

zu Anmerkung 2: Es ist zwischen der Teilnahme als Gast (unter Beibehaltung des Amateurstatus) und der Mitgliedschaft zu unterscheiden. So nehmen z. B. gelegentlich Amateure an den Wettspielen der European Tour, der EPD Tour oder der Qualifying School der Tour teil, ohne Geld gewinnen zu können und dann auch ohne ihren Amateurstatus zu gefährden.
2-2. Verträge und Vereinbarungen
a) Nationale Verbände
Ein Golfamateur darf einen Vertrag oder eine Vereinbarung mit seinem Nationalverband eingehen, vorausgesetzt er erhält, ausgenommen wie in den Regeln vorgesehen, keine Bezahlung oder anderen direkten oder indirekten finanziellen Anreiz, solange er noch Golfamateur ist.

b) Spielerbetreuer, Sponsoren und andere Dritte
Ein Golfamateur darf einen Vertrag oder eine Vereinbarung mit einem Dritten (insbesondere mit einem Spielerbetreuer oder einem Sponsor) eingehen, vorausgesetzt

- der Spieler ist mindestens 18 Jahre alt,

- der Vertrag oder die Vereinbarung bezieht sich auf die Zukunft des Spielers als Berufsgolfer und bestimmt nicht, dass der Spieler als Golfamateur an bestimmten Amateur- oder Professional-Wettspielen teilnehmen muss, und

- der Golfamateur erhält nicht, ausgenommen wie in den Regeln vorgesehen, Bezahlung oder einen geldwerten Vorteil direkter oder indirekter Art, solange er noch Golfamateur ist.

Ausnahme: In besonders gelagerten Einzelfällen kann ein Golfamateur unter 18 Jahren beim DGV beantragen, einen solchen Vertrag einzugehen, vorausgesetzt der Vertrag hat eine Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten und ist nicht verlängerbar.

Anmerkung 1: Um sicher zu gehen, keinen Regelverstoß zu begehen, sollte ein Golfamateur den DGV kontaktieren, bevor er mit einem Dritten irgendeinen Vertrag und/oder eine Vereinbarung der oben genannten Art eingeht.

Anmerkung 2: Erhält eine Golfamateur ein ausbildungsbezogenes Golf-Stipendium (siehe Regel 6-5), oder könnte er ein solches Stipendium in der Zukunft beantragen, so sollte er sich vorab mit dem DGV und/oder der jeweiligen Ausbildungsstelle in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Verträge und/oder Vereinbarungen mit Dritten nach den einschlägigen Regelungen für Stipendien zulässig sind.
3-1. Spielen um Preisgeld
Einem Golfamateur ist es nicht gestattet, in einem Lochspiel, einem Wettspiel oder einer Vorführung Golf um Preisgeld oder andere Vergütung zu spielen.

Ein Golfamateur darf jedoch an einem Lochspiel, einem Wettspiel oder einer Vorführung, in dem Preisgeld oder eine andere Vergütung ausgelobt ist, teilnehmen, wenn er vor der Teilnahme auf ein eventuelles Preisgeld in der Veranstaltung verzichtet hat.

b) Preisgeld für wohltätige Zwecke
Ein Golfamateur darf an einer Veranstaltung teilnehmen, an der Preisgeld oder ein entsprechender Gegenwert für eine anerkannte Wohltätigkeitsorganisation gespendet wird, vorausgesetzt der Veranstalter hat hierfür die vorherige Zustimmung des DGV eingeholt.

(Dem Golfsport abträgliches Verhalten: siehe Regel 7-2)
(Spiel um Wetteinsätze: siehe Anhang)

Bereits das Spiel um Preisgeld und nicht erst der Gewinn von Preisgeld stellt einen Verstoß dar.
3-2. Wertgrenze
a) Allgemeines
Ein Golfamateur darf keinen Preis (mit Ausnahme eines symbolischen Preises) oder Preisgutschein annehmen, wenn der Einzelhandelswert Euro 750 bzw. den Gegenwert überschreitet. Diese Wertgrenze bezieht sich auf die Gesamtheit aller Preise oder Preisgutscheine, die ein Golfamateur während eines Wettspiels oder im Rahmen einer Serie von Wettspielen erhält.

Ausnahme: Hole-in-One-Preise (siehe Regel 3-2b).

Die Veranstaltung einer Verlosung (bzw. Tombola o. ä.) mit Gewinnen, deren einzelner Wert über Euro 750 liegt, gilt als Umgehung der oben genannten Regeln, ebenso wie die Annahme eines solchen Gewinns, wenn die Teilnahme am Wettspiel Voraussetzung für die Teilnahme an der Verlosung war und nicht auch eine hinreichende Anzahl Personen, die nicht am Wettspiel teilgenommen haben, sich an der Verlosung beteiligen.

Anmerkung 1: Diese Wertgrenze bezieht sich auf jede Form eines golferischen Wettbewerbs, gleich ob dieser auf einem Golfplatz, einer Driving Range oder einem Golfsimulator stattfindet, einschließlich Nearest to the Hole- oder Longest Drive-Wettbewerben.

Anmerkung 2: Die Spielleitung eines Wettspiels ist dafür verantwortlich, den Einzelhandelswert eines Preises zu prüfen.

Anmerkung 3: Es wird empfohlen, dass der Gesamtwert aller Preise in einem Brutto-Wettspiel oder jeder Vorgabenklasse in einem Handicap-Wettspiel nicht die genannte Wertgrenze bei einem 18-Löcher-Wettspiel um das Doppelte, bei 36-Löcher-Wettspielen um das Dreifache, bei 54-Löcher-Wettspielen um das Fünffache und bei 72-Löcher-Wettspielen um das Sechsfache übersteigt.

b) Hole-in-One-Preise Ein Golfamateur darf für ein Hole-in-One, das er während einer Runde Golf erzielt, einen Preis, einschließlich eines Geldpreises, annehmen, der die Wertgrenze nach Regel 3-2a übersteigt.

Anmerkung: Das Hole-in-One muss während einer Golfrunde erzielt werden und zufällig beim Spiel dieser Runde vorkommen. Separate Wettbewerbe mit mehrfachen Versuchen, Wettbewerbe auf anderem Gelände als Golfplätzen (z. B. Driving Range oder Simulator) und Puttwettbewerbe fallen nicht unter diese Ausnahme und sind den Einschränkungen und Wertgrenzen aus Regel 3-1 und Regel 3-2a unterworfen.


Es ist nicht zulässig, nur für das Wettspiel eine Ware oder Dienstleistung mit einem (Sonder-) Preis von maximal 750 Euro zu versehen, wenn diese Ware für andere Personen nicht regelmäßig zum gleichen Preis erhältlich ist. Ein Preis darf nicht leicht bzw. zu einem bestimmten Kurswert in Bargeld umzutauschen sein, wie z. B. Aktien, Wertpapiere, Goldbarren o.ä.

Diese Wertgrenzen gelten auch für eine Veranstaltung außerhalb eines Wettspiels (selbst außerhalb der Golfanlage und sogar in einem Golfsimulator), in denen manchmal auch nur einzelne Schläge (z.B. Longest Drive, Puttwettbewerb usw) gewertet werden.

Da auch die Gofclubs an das Amateurstatut (es ist eine sog. DGV-Verbandsordnung) gebunden sind, darf ein unzulässiger Preis von vornherein nicht ausgelobt und dem Spieler etwa die Annahme oder Ausschlagung zur Wahl gestellt werden.

Eine Tombola muss also für Nicht-Wettspielteilnhemer offen sein und dieses müssen sich tatsächlich auch daran beteiligen.














b) Seit dem 01.01.2012 gibt es für Hole-in-one-Preise, die im Verlauf der festgsetzten Runde ausgespielt werden, keine Wertgrenze mehr.

Wird jedoch eine Sonderveranstaltung (also außerhalb einer Runde Golf) durchgeführt, so dass der Schlag zum Hole in One keiner der Schläge ist, die z. B. für ein Wettspielergebnis über 9 oder 18 Löcher zählen, so bleibt für derartige Veranstaltungen die Wertgrenze von 750 Euro Einzelhandelswert für einen "Treffer" erhalten.

Sollte ein Golfclub entgegen des Amateurstatuts einen höherwertigen Preis versehentlich aussetzen (z. B. einen Satz Golfschläger), so darf ihn der Spieler nicht annehmen, wenn er seinen Status als Amateur nicht gefährden möchte.
3-3. Ehrengaben
a) Allgemeines
Ein Golfamateur darf Ehrengaben, deren Einzelhandelswert die Wertgrenze nach Regel 3-2a übersteigt, nicht annehmen.

b) Mehrere Ehrengaben
Ein Golfamateur darf mehrere Ehrengaben annehmen, wenn diese von verschiedenen Gebern stammen. Dies gilt auch, wenn deren Einzelhandelswert insgesamt die Wertgrenze übersteigt, es sei denn, es soll durch die Gabe mehrerer Ehrengaben durch verschiedene Geber die Wertgrenze für eine einzelne Ehrengabe umgangen werden.
 
4-1. AUSLAGEN
Allgemeines
Ein Golfamateur darf Erstattung von Auslagen in Geld oder in sonstiger Weise, gleich von wem, für die Teilnahme an Golfwettspielen oder -vorführungen nicht annehmen, es sei denn, die Regeln des Amateurstatuts erlauben die Annahme.
 
4-2. Erstattung von Wettspiel-Auslagen
Ein Golfamateur darf in Übereinstimmung mit a) – g) dieser Regeln Auslagenerstattung zur Teilnahme an Golfwettspielen oder -vorführungen annehmen, die den tatsächlichen Aufwand nicht überschreiten.

Erhält ein Golfamateur ein ausbildungsbezogenes Golf-Stipendium (siehe Regel 6-5), oder könnte er ein solches Stipendium in der Zukunft beantragen, so sollte er sich mit dem DGV und/oder der jeweiligen Ausbildungsstelle in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass die jeweilige Auslagenerstattung für Wettspiele nach den einschlägigen Regelungen für Stipendien zulässig sind.

a) Unterstützung durch die Familie
Ein Golfamateur darf Auslagenerstattung durch Familienmitglieder oder einen gesetzlichen Vertreter annehmen.

b) Jugendlicher
Ein Jugendlicher darf Auslagenerstattung in Zusammenhang mit der Teilnahme an einem reinen Jugendwettspiel annehmen.

Anmerkung: Ist ein Wettspiel nicht ausschließlich auf Jugendliche beschränkt, so darf ein Jugendlicher Auslagenerstattung nach Regel 4-2c annehmen.

c) Einzelwettspiele
Ein Golfamateur darf Auslagenerstattung in Zusammenhang mit der Teilnahme an Einzelwettspielen unter den nachfolgenden Voraussetzungen annehmen:

(I) Findet das Wettspiel im Heimatland des Spielers statt, müssen die Auslagen vom nationalen oder regionalen Golfverband vorab geprüft und entweder von ihnen oder mit deren Zustimmung vom Golfclub des Golfamateurs gezahlt werden.

(II) Findet das Wettspiel in einem anderen Land statt, müssen die Auslagen vom nationalen oder regionalen Golfverband vorab geprüft und entweder von diesen oder mit deren Zustimmung vom Golfverband des Landes, in dem das Wettspiel stattfindet, gezahlt werden.

Der DGV ist berechtigt, die Auslagenerstattung auf eine bestimmte Anzahl von Wettspieltagen im Kalenderjahr zu begrenzen und einem Golfamateur ist es nicht gestattet, diese Begrenzung zu überschreiten. Für die Auslagenerstattung darf eine angemessene Gesamtreisezeit und eine angemessene Anzahl von Einspieltagen in Verbindung mit den Wettspieltagen angenommen werden. Auf Verlangen sind dem DGV die Höhe und der Umfang der jeweiligen Auslagenerstattung nachzuweisen.

Ausnahme: Ein Golfamateur darf keine Auslagenerstattung, sei es direkt oder indirekt, von einem Spielerbetreuer (siehe Regel 2-2) oder einer vom DGV als vergleichbar bezeichneten Person/Organisation annehmen.

Anmerkung: Sofern in den Regeln nicht anders vorgesehen, darf ein Spieler mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport die Person/Organisation, die ihm Auslagen erstattet, nicht öffentlich benennen oder für sie werben (siehe Regel 6-2).

d) Mannschaftswettspiele
Ein Golfamateur darf Auslagenerstattung annehmen, wenn er
- den DGV oder sein Heimatland,
- seinen Landesgolfverband,
- seinen Golfclub,
- sein Geschäft oder seinen Arbeitgeber, oder
- eine vergleichbare Organisation
in einem Mannschaftswettspiel, Übungsspiel oder Trainingslager vertritt.

Anmerkung 1: Eine "vergleichbare Organisation" schließt eine anerkannte Ausbildungseinrichtung oder die Bundeswehr mit ein.

Anmerkung 2: Wenn nicht anders bestimmt, muss die Auslagenerstattung durch die Organisation erstattet werden, die der Spieler vertritt oder durch den nationalen Verband des Landes, in dem er spielt.

e) Einladungen ohne Bezug auf Golferfahrung
Ein Golfamateur, der aus anderen Gründen als seiner Golferfahrung (z. B. als bekannte Persönlichkeit, Geschäftspartner oder Kunde) zu einem Wettspiel eingeladen wird, darf Auslagenerstattung annehmen.

f) Veranstaltungen, Vorführungen
Ein Golfamateur, der an einer Veranstaltung bzw. Vorführung zu Gunsten anerkannt gemeinnütziger Wohltätigkeitszwecke teilnimmt, darf Auslagenerstattung annehmen, wenn die Veranstaltung bzw. Vorführung nicht in Zusammenhang mit einer anderweitigen Golfveranstaltung steht, an der der Spieler teilnimmt.

g) Gesponserte Vorgabenwettspiele Ein Golfamateur darf Auslagenerstattung in Zusammenhang mit einem gesponserten Vorgabenwettspiel annehmen, wenn die Auslagenerstattung in Zusammenhang mit dem Wettspiel nach den folgenden Regeln genehmigt ist:

(I) Findet das Wettspiel im Heimatland des Spielers statt, muss der Sponsor jährlich im Vorhinein die Genehmigung des DGV einholen; und

(II) findet das Wettspiel in mehreren Ländern statt oder nehmen Spieler aus anderen Ländern teil, muss der Sponsor im Vorhinein die jährliche Genehmigung der betroffenen Nationalverbände einholen. Der Antrag für diese Genehmigung sollte an den Nationalverband des Landes gerichtet werden, in dem das Wettspiel beginnt.

Es ist natürlich nicht zu beanstanden, dass z. B. Jugendliche von ihren Eltern die Mittel zur Teilnahme an Wettspielen erhalten.

Bei reinen Jugendwettspielen darf die Auslagenerstattung (Anreise, Unterkunft, Startgeld) auch durch Dritte beglichen werden.




















Der DGV akzeptiert, dass Golfclubs ihren Spielern Auslagenerstattung für die Teilnahme an Verbandswettspielen zahlen. Diese Genehmigung für den Zuständigkeitsbereich des DGV gilt als erteilt und muss nicht individuell beantragt werden.

Die Genehmigung, Auslagenerstattung anzunehmen, bedeutet nicht, dass der Spieler dies öffentlich machen darf oder durch die Bekanntgabe dieser Tatsache Werbung für denjenigen macht, der die Auslagen erstattet.


























Es ist nicht nur weit verbreitet, sondern auch zulässig, dass die Golfclubs oder Verbände ihren Mannschaftsspielern die Auslagen zur Teilnahme an Mannschaftsspielen für den Heimatclub erstatten.







Anm.1: "Anerkannte Ausbildungseinrichtungen" sind Universitäten, Fachhochschulen und andere ähnliche Institutionen.






Die Einschränkungen hinsichtlich der Auslagenerstattung gelten nicht, wenn die Einladung / Auslagenerstattung aus nicht golferischen (also z.B. geschäftlichen) Gründen erfolgt oder weil die erstattende Stelle eine prominente Person dafür bezahlt, bei einem bestimmten Ereignis anwesend zu sein und dieser Grund nichts mit den golferischen Leistungen des Gastes zu tun hat.







Hier handelt es sich z. B. um die Wettspiele im Rahmen gesponserter Wettspielserien, die nicht selten in ein Bundesfinale und ggf. weitere "Europa-" oder "Weltfinals" münden.

Entsprechend der Überschrift "Gesponserte Vorgabenwettspiele" ist eine Auslagenerstattung nur für Nettosieger zulässig.
4-3. Golf bezogene Aufwendungen
Ein Golfamateur darf eine angemessene Aufwandsentschädigung für nicht Wettspiel bezogene, mit Golf in Verbindung stehende Leistungen annehmen. Diese darf die tatsächlich entstandenen Ausgaben nicht übersteigen.

Ausnahme: Ein Golfamateur darf weder direkt noch indirekt eine Auslagenerstattung von einem Spielerbetreuer (siehe Regel 2-2) oder einer ähnlichen, vom DGV als vergleichbare Organisation benannten Quelle, annehmen.

Anmerkung: Außer nach den Regeln zugelassen darf ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport weder für die Bezugsquelle werben noch diese öffentlich bekannt machen, von der er eine Aufwandsentschädigung erhalten hat (Regel 6-2).

Diese seit 2012 neue Regelung bedeutet, dass ein Spieler (z. B. an Stelle eines Stipendiums an einem College im Ausland) auch von seinem Heimatclub in Deutschland eine finanzielle Unterstützung erhalten kann, die es ihm ermöglicht, (z. B. neben einem Studium oder einer anderen Ausbildung) Golf zu spielen.
4-4. Erstattung von Auslagen für den Lebensunterhalt
Ein Golfamateur darf in vernünftigem Ausmaß Auslagenerstattung annehmen, die die tatsächlichen Ausgaben nicht überschreitet, die ihn bei den allgemeinen Kosten für seinen Lebensunterhalt unterstützen. Diese Auslagenerstattung muss vorab durch den Deutschen Golf Verband e.V. genehmigt worden sein und ihm auf Anfrage vollständig nachgewiesen werden.

Bei der Bestimmung der Notwendigkeit und Angemessenheit dieser Auslagenerstattung muss der Deutsche Golf Verband e. V., der allein über die Genehmigung solcher Auslagenerstattung entscheidet, neben anderen Umständen die sozial-wirtschaftlichen Bedingungen berücksichtigen.

Ausnahme: Ein Golfamateur darf weder direkt noch indirekt eine Auslagenerstattung für seine Lebenshaltungskosten von einem Spielerbetreuer (siehe Regel 2-2) oder eine ähnliche vom Deutschen Golf Verband e. V. als vergleichbare Organisation benannte Quelle annehmen.

5-1. UNTERWEISUNG
Allgemeines
Ein Golfamateur darf weder direkt noch indirekt eine Vergütung oder Entschädigung für Golfunterweisung annehmen. Ausnahmen regeln die Regeln des Amateurstatuts.

Dies bedeutet vom Grundsatz her, dass ein Amateurgolfer keinen Golfunterricht erteilen darf, wenn er dafür einen materiellen Gegenwert (Bezahlung) erhält.
5-2. Zulässige Vergütung oder Entschädigung
a) Schulen, Hochschulen etc.
Ein Golfamateur, der Bediensteter einer Bildungseinrichtung oder eines Bildungsprogramms ist, darf Vergütung oder Entschädigung für die Unterweisung von Schülern bzw. Studenten dieser Einrichtungen oder Programme annehmen, wenn diese zeitlich weniger als die Hälfte der Gesamtheit aller seiner Aufgaben als Angestellter oder Berater bei der betreffenden Institution ausmacht.

b) Genehmigte Programme
Ein Golfamateur darf Auslagenerstattung, Bezahlung oder sonstige Vergütung für die Unterweisung im Golfspiel annehmen, wenn diese Unterweisung Teil eines Programms ist, das im Vorhinein vom DGV genehmigt worden ist.


Amateure mit einer C-Trainer-Lizenz (Programm des DGV) können jährlich bis zur Höhe der "steuerfreien Übungsleiterpauschale" Golfunterricht bei Jugendlichen erteilen. Darüber hinaus gehende Auslagenerstattunug kann nur gegen entsprechende Belege der dazugehörigen Auslagen gezahlt werden.

Bei allen Zweifelsfragen sollte sich ein Golfspieler an den DGV wenden, wenn er verbindlich klären möchte, ob seine Handlungen gegen das Amateurstatut verstoßen.
5-3. Unterweisung in schriftlicher Form
Ein Golfamateur darf Vergütung oder Entschädigung für Unterweisung in schriftlicher Form annehmen, sofern seine Fähigkeiten oder Ansehen als Golfspieler keinen wesentlichen Einfluss auf sein Arbeitsverhältnis, die Vermittlung oder den Verkauf seiner Arbeit haben.
 
6-1. GOLFERFAHRUNG ODER ANSEHEN IM GOLFSPORT
Allgemeines
Die nachfolgenden Bestimmungen der Regel 6 gelten nur für Golfamateure mit Ansehen und Erfahrung im Golfsport.

Ausgenommen wie in diesen Regeln vorgesehen, darf ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport diese Erfahrung oder das Ansehen nicht dazu nutzen, irgendeinen finanziellen Vorteil zu erzielen.
 
6-2. Promotion, Werbung und Verkauf
Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf diese Erfahrung oder das Ansehen nicht direkt oder indirekt dazu nutzen, Bezahlung, Vergütung, persönliche Vergünstigungen oder einen finanziellen Vorteil zu erlangen, durch
- Promotion oder Werbung für etwas oder den Verkauf von etwas, oder
- erlauben, dass ein Dritter seinen Namen oder Bild für Promotion, Werbung oder Verkauf von irgendetwas nutzt.

Im Zusammenhang mit dieser Regel wird ein Golfamateur, selbst wenn er keine Bezahlung oder eine Entschädigung erhält, so angesehen, als würde er einen persönlichen Vorteil erlangen, wenn er Werbung betreibt, werbewirksam oder verkaufsfördernd auftritt oder Verkäufe durchführt bzw. gestattet, dass sein Name oder sein Bild von einem Dritten für Werbung, Verkaufsförderung oder dem Verkauf irgendwelcher Waren verwendet werden.

Ausnahme: Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf zulassen, dass mit seinem Namen oder Bild wie folgt geworben wird:
- für den DGV oder seinen Landesgolfverband; oder
- für eine anerkannte karitative Organisation (oder einen ähnlichen guten Zweck); oder
- vorbehaltlich der Zustimmung des DGV für jedes Golfwettspiel oder jede andere Veranstaltung, die im wohlverstandenen Interesse des Spiels liegt oder zu dessen Weiterentwicklung beiträgt.

Der Golfamateur darf weder direkt noch indirekt irgendeine Vergütung, Ausgleich oder finanziellen Vorteil dafür erhalten, dass er seinen Namen oder Bild in der genannten Weise zur Verfügung stellt. Es ist ihm jedoch gestattet, in angemessenem Umfang Auslagen im Zusammenhang mit einer Werbetätigkeit erstattet zu bekommen, sofern die Erstattung die tatsächlich entstandenen Ausgaben nicht überschreitet.

Anmerkung 1: Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf Ausrüstung von jedem annehmen, der damit handelt, soweit keine Werbung damit verbunden ist.

Anmerkung 2: Auf Golfausrüstung, insbesondere Golfkleidung, Golftaschen oder Schirmen von Mannschaftsspielern, darf neben dem Logo der Mannschaft und dem serienmäßigen Logo des Herstellers jeweils einmal das Logo eines Sponsors angebracht sein. Dieses darf einen Umfang von 50 cm nicht überschreiten. Der Name von Spielern darf nicht auf der Kleidung bzw. der Golftasche angebracht werden.

Einzelspieler dürfen also keine Sponsorenlogos auf der Ausrüstung haben, während der zweite Teil der Regel dies in eingeschränktem Maß für Mannschaften zulässt. Ein Mannschaftsmitglied, das in einem Einzelwettspiel antritt, darf dabei die Mannschaftskleidung mit einem Sponsorenlogo tragen.

Die Regelung bezieht sich jeweils auf einzelne Kleidungsstücke oder Ausrüstungsgegenstände. Dies bedeutet, dass ein Spieler z. B. auf dem Ärmel seines Polohemdes ein Logo der "Firma A" tragen kann und gleichzeitig auf dem Pullunder einmal das Logo der "Firma B" aufgestickt sein darf.

Die Annahme von Leistungen ist so lange nicht verboten, wie auf diese Tatsache nicht in der Öffentlichkeit hingewiesen wird, denn erst dann tritt der Werbeeffekt ein.
6-3. Persönliches Erscheinen
Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf diese Erfahrung oder das Ansehen nicht dazu nutzen, direkt oder indirekt Bezahlung, Vergütung, persönliche Vergünstigung oder irgendeinen finanziellen Vorteil für persönliches Erscheinen zu erlangen.

Ausnahme: Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf Erstattung der tatsächlichen Aufwendungen in Zusammenhang mit persönlichem Erscheinen annehmen, wenn damit weder ein Golfwettspiel noch eine Golfveranstaltung bzw. -vorführung verbunden ist.
 
6-4. Rundfunk-, Fernseh- und Autorentätigkeit
Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf Bezahlung, Vergütung, persönliche Vergünstigung oder finanziellen Vorteil durch Rundfunk- bzw. Fernsehtätigkeit oder Autorentätigkeit erhalten, vorausgesetzt:

a) die Produktion oder Autorentätigkeit ist Teil seiner eigentlichen Beschäftigung oder Laufbahn und Unterweisung im Golfspiel darin nicht enthalten (Regel 5); oder
b) falls die Produktion oder Autorentätigkeit nebenberuflich geschieht, der Spieler ist tatsächlich der Autor des Kommentars, Artikels oder Buchs und Golfunterweisung ist nicht darin enthalten.

Anmerkung: Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf in einer Reportage, einer Stellungnahme, einem Bericht, einem Artikel oder einem Buch keine Verkaufsförderung oder Werbung für irgendetwas betreiben. (siehe Regel 6-2)
 
6-5. Ausbildungsbezogene Beihilfen und Stipendien
Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf die Vorteile von ausbildungsbezogenen Beihilfen und Stipendien annehmen, deren Regelungen und Bedingungen vom DGV vorab genehmigt wurden.

Der DGV hat das Recht, das Ausmaß und die Bedingungen für die ausbildungsbezogenen Beihilfen und Stipendien im Voraus festzulegen.

Erhält ein Golfamateur eine ausbildungsbezogene Beihilfe oder Stipendium (siehe Regel 6-5), oder könnte er ein solches Stipendium in der Zukunft beantragen, so hat er sich mit dem DGV und/oder der jeweiligen Ausbildungsstelle in Verbindung zu setzen, um sicherzustellen, dass Verträge und/oder Vereinbarungen mit Dritten (Regel 2-2b) oder jegliche Auslagenerstattung (Regel 4-2) nach den jeweiligen Regelungen für Stipendien zulässig sind.
 
6-6. Mitgliedschaft
Ein Golfamateur mit Golferfahrung oder Ansehen im Golfsport darf ein Angebot für eine vergünstigte Mitgliedschaft im Vergleich zum üblichen Entgelt für eine Mitgliedschaft dieser Kategorie annehmen, sofern das Angebot nicht als Anreiz dient, für den Verein zu spielen.

Viele Golfclubs haben eine separate Kategorie "Mannschaftsspieler" in der Beitragsordnung eingeführt, um diesen Spielern auf zulässige Art und Weise einen eigenständigen geringen Beitrag berechnen zu können. Dieser muss dann für alle Mannschaftsspieler gleich sein. Es darf vor allem keine besondere Vergünstigung für einen Vereinswechsel eines Spielrs gewährt werden.
7-1. SONSTIGE VERSTÖSSE GEGEN DAS AMATEURSTATUT
Golfwidriges Verhalten
Ein Golfamateur darf sich nicht in einer Weise verhalten, die sich gegen die wohlverstandenen Belange des Amateur - Golfs richtet.


Hierzu zählt insbesondere der Versuch, diese vorgenannten Bestimmungen zu umgehen.
7-2. Verhalten, das nicht mit den Zielen dieser Regeln vereinbar ist
Ein Golfamateur darf sich nicht in einer Weise verhalten, Spiel um Wetteinsätze eingeschlossen, die mit den Zielen dieser Regeln unvereinbar ist. (Spiel um Wetteinsätze: siehe Anhang)


Beispiel: Das so genannte "Zocken" um sehr hohe Beträge kann einen solchen Sachverhalt darstellen.
8-1. VERFAHREN ZUR EINHALTUNG DER REGELN
Feststellung eines Verstoßes
Erhält der Amateurstatut-Ausschuss Kenntnis von einem möglichen Verstoß gegen die Regeln einer Person, die beansprucht, Golfamateur zu sein, entscheidet der Amateurstatut-Ausschuss, ob ein Verstoß gegen die Regeln vorliegt. Jeder Fall ist soweit aufzuklären, dass der Amateurstatut-Ausschuss auf Grundlage des ermittelten Sachverhalts eine sachgerechte Entscheidung treffen kann. Die Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses ist endgültig, unterliegt jedoch der Überprüfung gemäß 8-3


Jeder Spieler, dem ein Verstoß vorgeworfen wird, erhält die Gelegenheit, sich zu der Sache zu äußern. Üblicherweise hilft hier eine offene und schnelle Antwort weitaus mehr als Schweigen und Verzögern. Erhält der Ausschuss keine Antwort, muss auf Basis des bekannten Sachverhalts entschieden werden.
8-2. Verfahren, Sanktionen
Auf Feststellung, dass eine Person gegen die Regeln verstoßen hat, kann der Amateurstatut-Ausschuss eine Verwarnung aussprechen, die Person zur Unterlassung bestimmter Verhaltensweisen verpflichten, der Person zur Auflage machen, ein bestimmtes Verhalten einzustellen oder die Amateureigenschaft aberkennen.

Bei der Verhängung von Sanktionen berücksichtigt der Amateurstatut-Ausschuss insbesondere die Schwere des Verstoßes, das Ausmaß eines Verschuldens, das anschließende Verhalten des Betroffenen und die Auswirkungen der Sanktion auf den Betroffenen. Mehrere Sanktionen können miteinander verbunden werden. Der Amateurstatut-Ausschuss gibt dem Betroffenen die Entscheidung unter Angabe der Gründe schriftlich bekannt und kann über die Entscheidung betroffene DGV-Mitglieder und Landesgolfverbände unterrichten.

Der Verstoß gegen das Amateurstatut zieht also nicht notwendigerweise den Verlust des Amateurstatuts nach sich. Dies stellt nur die "schärfste" Sanktion dar.
8-3. Überprüfungsverfahren
Jeder Person, die durch eine Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses beschwert ist, ist die Möglichkeit der Überprüfung dieser Entscheidung durch den Kontroll- und Schlichtungsausschuss des DGV eröffnet.

Wird eine Überprüfung der Entscheidung begehrt, muss die Schrift, mit der die Überprüfung begehrt wird, unter Angabe der Überprüfungsgründe innerhalb von zwei Wochen (nach Zugang der Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses beim Betroffenen) beim Kontroll- und Schlichtungsausschuss eingereicht werden. Anderenfalls wird das Begehren auf Überprüfung als unzulässig zurückgewiesen.
Für das Verfahren gemäß Ziffer 8 gilt ergänzend die DGV-Rechts- und Verfahrensordnung (RVfO).

Regelungen zum Kontroll- und Schlichtungsausschuss finden sich in §23 der DGV-Satzung.
9-1. Allgemeines
Der Amateurstatut-Ausschuss entscheidet, vorbehaltlich des in den Bestimmungen festgelegten Rechts des betroffenen Spielers, eine Überprüfung der Entscheidung vornehmen zu lassen, über die Wiedereinsetzung, Dauer der Wartefrist oder Verweigerung der Wiedereinsetzung einer Person in den Stand des Amateurs auf Antrag des Betroffenen.

Ein Antrag auf eine Reamateurisierung kann nur behandelt werden, wenn der Spieler Mitglied oder Spielberechtigter in einer dem DGV angeschlossenen Golfanlage ist. Ohne diese Mitgliedschaft ist die Zuständigkeit des DGV-Ausschusses nicht gegeben.
9-2. Antrag auf Wiedereinsetzung
Jede Entscheidung über die Wiedereinsetzung einer Person als Amateur wird auf Grund einer Abwägung der Umstände im Einzelfall getroffen, wobei regelmäßig folgende Regeln zugrunde gelegt werden:

a) Grundlagen zur Wiedereinsetzung
Amateur- und Professional-Golf sind zwei verschiedenartige Formen des Spiels, die unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen, die nicht jeweils einen Vorteil in sich tragen würden, wenn ein Statuswechsel vom Professional zum Amateur zu einfach ist.

Zudem muss es eine abschreckende Wirkung haben, gegen die Regeln zu verstoßen. Aus diesen Gründen muss sich der Bewerber zur Wiedereinsetzung in den Stand des Amateurs einer durch den Amateurstatut-Ausschuss festgelegten Wartefrist unterziehen.

Die Wartefrist beginnt regelmäßig mit dem Tag, an dem letztmalig gegen die Regeln verstoßen wurde. Der Amateurstatut-Ausschuss kann den Beginn der Wartefrist auch
(I) auf den Tag festsetzen, an dem er vom letzten Verstoß Kenntnis erhielt; oder
(II) einen anderen angemessenen Zeitpunkt festsetzen.

b) Wartefrist
(I) Berufsgolf
Bei der Festsetzung einer Wartefrist ist regelmäßig die Dauer des Verstoßes gegen die Regeln in Betracht zu ziehen. Ungeachtet dessen wird regelmäßig kein Antragsteller in den Stand des Amateurs wieder eingesetzt, der sich nicht mindestens ein Jahr entsprechend den Regeln verhalten hat.

Bei der Festsetzung einer Wartefrist orientiert sich der Amateurstatut-Ausschuss insbesondere an folgenden Regelwartezeiten:

Dauer des Verstoßes: Dauer der Wartefrist:
unter 6 Jahre: 1 Jahr
6 Jahre oder darüber: 2 Jahre

Die Regelwartefrist könnte jedoch verlängert werden, wenn der Bewerber umfangreich um Preisgeld gespielt hat. Bei der Beurteilung, ob die Wartefrist angemessen verlängert werden sollte, hat der Amateurstatut-Ausschuss zu berücksichtigen, welches Niveau die Wettspiele hatten und mit welcher Leistung der Bewerber hieran teilgenommen hat.

In allen Fällen ist es dem Amateurstatut-Ausschuss vorbehalten, die Wartefrist angemessen zu verlängern oder zu verkürzen.

(II) Andere Verstöße gegen das Amateurstatut
Die Dauer der Wartefrist beträgt regelmäßig ein Jahr. Der Amateurstatut-Ausschuss kann die Wartefrist im Fall eines schwerwiegenden Verstoßes nach Ermessen verlängern.

c) Anzahl möglicher Wiedereinsetzungen
Eine Person kann im Regelfall nicht mehr als zweimal in den Stand des Amateurs wieder eingesetzt werden.

d) Spieler mit nationalem Ansehen
Spieler mit nationalem Ansehen, die mehr als fünf Jahre gegen die Regeln verstoßen haben, werden im Regelfall nicht wieder in den Stand des Amateurs eingesetzt.

e) Status während der Wartefrist
Während der Wartefrist muss sich der Antragsteller wie ein Amateurgolfer an die Regeln halten. Er darf nicht als Amateur an Wettspielen teilnehmen. Er darf jedoch auf der Golfanlage, dessen Mitglied oder sonst Spielberechtigter er ist, zu rein internen Wettspielen zugelassen werden und darin auch Preise gewinnen. Er darf jedoch nicht gegen Mannschaften anderer DGV-Mitglieder aufgestellt werden, es sei denn, die betroffenen anderen DGV-Mitglieder und/oder die Spielleitung des Mannschaftswettspiels stimmen im Vorhinein zu.

Ein Antragsteller auf Wiedereinsetzung als Amateur darf während der Wartefrist als solcher ohne Auswirkung auf seinen Antrag an Wettspielen teilnehmen, die nicht auf Amateure beschränkt sind, sofern die Wettspielbedingungen dies vorsehen. Er muss vor der Teilnahme am Wettspiel auf sein Recht auf ein Preisgeld in dem Wettspiel verzichten und darf keinen Preis für Amateurgolfer annehmen (Regel 3-1).
Bei anderen Verstößen (Preis über der Wertgrenze) richtet sich die Wartezeit u. a. nach dem Wert des Preises und nach dem Bemühen des Spielers, bei der Klärung des Falles zu helfen.
9-3. Antragsverfahren zur Wiedereinsetzung
Der Antrag auf Wiedereinsetzung als Amateur ist schriftlich an den Amateurstatut-Ausschuss zu stellen und muss alle grundlegenden, für eine Entscheidung notwendigen Informationen enthalten. Der Amateurstatut-Ausschuss kann weitere Informationen anfordern.


Es gibt ein Formular, mit dem die Wiedereinsetzung bei der DGV-Geschäftsstelle beantragt werden. Dieses kann beim DGV als Datei angefordert werden.
9-4. Verfahren zur Überprüfung
Einer Person, die durch eine Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses im Rahmen der Wiedereinsetzung in den Stand des Amateurs beschwert ist, steht die Möglichkeit zur Überprüfung der Entscheidung durch den Kontroll- und Schlichtungsausschuss des DGV zu.

Für die Wiedereinsetzung gemäß Regel 9 gilt ergänzend die Rechts- und Verfahrensordnung des DGV (RVfO).

Genau wie gegen die Aberkennung des Amateurstatusses kann ein Spieler gegen eine seiner Ansicht nach zu lange Wartefrist beim Kontroll- und Schlichtungsausschuss Beschwerde einlegen.
10-1. Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses
Erklärungen
Der Amateurstatut-Ausschuss ist innerhalb des DGV für Angelegenheiten in Zusammenhang mit den Regeln des Amateurstatuts zuständig, soweit das Amateurstatut dies vorsieht.

Entscheidung des Amateurstatut-Ausschusses
Entscheidungen des Amateurstatut-Ausschusses sind endgültig, mit Ausnahme der Überprüfung gemäß Bestimmung 8-3 und 9-4.
 
10-2. Zweifelsfälle
Erklärt der Amateurstatut-Ausschuss, dass auf Grundlage der Regeln nicht zweifelsfrei über einen Sachverhalt entschieden werden kann, ist er berechtigt, vor einer Entscheidung die Auslegung der Regeln im betroffenen Einzelfall durch das Amateur Status Committee des R&A vornehmen zu lassen.
 
ANHANG – SPIEL UM WETTEINSÄTZE
Allgemeines
Ein Golfamateur, gleich ob er Golf wettspielorientiert oder Entspannung spielt, ist jemand, der Golf wegen der sich bietenden Herausforderung und weder als Beruf noch zur finanziellen Bereicherung spielt.

Finanzielle Anreize im Amateurgolf, die sich aus bestimmten Formen von Wetten oder Glücksspiel ergeben, können einen Anreiz geben, die Regeln sowohl in Bezug auf das Spiel als auch auf die Vorgaben zum Nachteil der Integrität des Spiels zu missbrauchen.

Es ist zu unterscheiden zwischen dem Spiel um Preisgeld (Regel 3-1), Glücksspiel oder Wetten, die den Zielen der Regeln widersprechen (Regel 7-2) und Formen von Glücksspiel oder Wetten, die an sich nicht gegen die Regeln verstoßen. Ein Golfamateur oder die Spielleitung eines Golfturniers für Amateurgolfer sollten sich mit dem DGV in Verbindung setzen, wenn es irgendeinen Zweifel hinsichtlich der Anwendung der Regeln gibt. Ohne eine solche Beratung wird zur Sicherstellung der Einhaltung der Regeln empfohlen, keine Geldpreise auszugegeben.
 
Zulässige Formen von Glücksspiel
Gegen formlose und gelegentliche Glücksspiele oder Wetten zwischen Einzel- oder Mannschaftsspielern anlässlich des Spiels ist nichts einzuwenden. Es ist nicht möglich, informelles Glücksspiel oder Wetten genau zu beschreiben, aber die Merkmale, die solche Glücksspiele oder Wetten charakterisieren, schließen u. a. mit ein:
- die Spieler kennen sich im Allgemeinen;
- die Teilnahme an der Wette oder dem Glücksspiel ist freiwillig und auf die Spieler beschränkt;
- die einzige Quelle des von den Spielern zu gewinnenden Geldes sind die Spieler; und
- der zur Verfügung stehende Geldbetrag wird im Allgemeinen nicht als übermäßig angesehen.

Deshalb sind informelle Glücksspiele oder Wetten hinnehmbar, vorausgesetzt der wesentliche Zweck besteht darin, Golf zum Spaß zu spielen und nicht um einen finanziellen Gewinn zu erzielen.
 
Unzulässige Formen von Glücksspiel
Andere Formen von Glücksspiel oder Wetten, bei denen es den Spielern zur Auflage gemacht wird, teilzunehmen (z. B. Pflichtlotto) oder bei denen sie die Möglichkeit haben, beträchtliche Geldbeträge zu setzen oder bei denen Spieler bzw. Mannschaften „versteigert“ werden, sind unzulässig.

Andererseits ist es schwierig, unzulässige Formen des Glücksspiels oder von Wetten genau zu beschreiben, aber die Merkmale, die solche Glücksspiele oder Wetten charakterisieren, schließen u. a. mit ein:
- die Teilnahme an dem Glücksspiel oder den Wetten ist auch für andere Personen als die Spieler möglich; und
- der in Frage kommende Geldbetrag wird als beträchtlich angesehen.

Die Teilnahme eines Golfamateurs an nicht zugelassenen Glücksspielen oder Wetten kann als den Zielen der Regeln (Regel 7-2) widersprechend angesehen werden und kann seinen Amateurstatus gefährden.

Weiterhin sind organisierte Veranstaltungen untersagt, die dazu dienen oder es fördern, Geldpreise zur Verfügung zu stellen. Von Spielern, die an solchen Veranstaltungen teilnehmen und nicht vorab unwiderruflich auf ihr Recht auf Preisgeld verzichtet haben, wird angenommen, dass sie um Preisgeld spielen und gegen Regel 3-1 verstoßen.

Anmerkung: Das Amateurstatut gilt nicht für Wetten oder Glücksspiele von Golfamateuren auf die Ergebnisse eines Wettspiels, das auf Berufsgolfer beschränkt oder für diese veranstaltet wird.