Punkt für Punkt – So wird gezählt
Ganz egal, ob Sie Ihr Handicap verbessern wollen oder ein Turnier spielen – das Zählen der Punkte gehört dazu. Hier erfahren Sie, was es mit Stableford-Punkten, Lochspiel und anderen Varianten auf sich hat.
Nur ein „paar“ Schläge – das Par
Par ist die zu
erreichende Anzahl der Schläge, die für ein Loch festgelegt wurde. So muss ein
Par-5-Loch in fünf Schlägen gespielt sein, wenn man – brutto gerechnet – ein Par
erzielen will. Die Summe der Pars der Löcher ist das Par des Platzes. Ein
18-Löcher-Platz mit vier Par-3-, zehn Par-4- und vier Par-5-Löchern hat also ein
Par von 72. Wer, vereinfacht dargestellt, auf diesem Platz immer seine Runde mit
nur 72 Schlägen schafft, hat ein Handicap von 0. Ein Anfänger mit Vorgabe -54
erhält zusätzlich zu den 72 Schlägen weitere 54 „Extraschläge“. Mit 126
tatsächlich gemachten Schlägen haben Sie also netto betrachtet den Platz „Par“
gespielt.
Drunter & drüber – wie aus Schlägen
Stableford-Punkte werden
Bei der Stableford-Zählweise wird Ihre Vorgabe auf die einzelnen
Löcher verteilt, bei Handicap -54 sind das also drei Vorgabenschläge pro Loch.
Man darf demnach beispielsweise für ein Par-5-Loch acht Schläge brauchen und
spielt immer noch sein Par. Hier spricht man vom Netto-Par – und das entscheidet
über die Punktevergabe. BrauchenSie für eine Bahn nach Abzug der Vorgabenschläge
genau so viele Schläge wie das Par des Lochs, bekommen Sie zwei
Stableford-Nettopunkte. Spielen Sie das Loch mit einem Schlag unter Par, sind es
drei, benötigen Sie zwei Schläge weniger, haben Sie vier Stableford-Nettopunkte
erspielt. Liegt Ihre Schlagzahl dagegen einen Schlag über dem Netto-Par, ist das
immer noch einen Stableford-Nettopunkt wert. Bei zwei Schlägen oder mehr haben
Sie leider keinen Punkt erreicht. Übrigens: Bei der Prüfung zur DGV-Platzreife
müssen Sie mindestens zwölf Stableford-Nettopunkte auf neun Löchern
erspielen.
Runter oder rauf ? Was passiert mit Ihrer
Vorgabe?
Haben Sie insgesamt 36 Nettopunkte erreicht, haben Sie Ihr Handicap
gespielt. Bei mehr als 36 Nettopunkten werden die Punkte nach einem bestimmten
Schlüssel auf das Handicap angerechnet und Sie reduzieren Ihre Vorgabe. Bei
weniger als 36 Nettopunkten steigt das Handicap dann wieder an. Doch davon
müssen Sie sich als Anfänger nicht abschrecken lassen, denn nicht jede Runde
bringt einen Anstieg der Vorgabe. Sie erfolgt erst ab einer bestimmten
Punktzahl. So steigt die Vorgabe eines Spielers erst ab 31 oder weniger
Stableford-Nettopunkten wieder an. Der Bereich von 36 Nettopunkten (da hätte er
sein Handicap gespielt) bis 32 Nettopunkten ist der so genannte „Schonbereich“.
Da passiert nichts.
Weitere Spielvarianten
Neben dem Spiel nach Stableford
gibt es noch weitere offizielle Varianten, wie das Zählspiel oder das Lochspiel.
Auch andere Spielformen wie der Scramble sind verbreitet. Beim Zählspiel addiert
man alle Schläge. Gewinner ist, wer auf der Runde die wenigsten Schläge
gebraucht hat. Um die Leistungen von Spielern unterschiedlicher Spielstärken
beispielsweise in einem Wettspiel zu vergleichen, kann auch hier die Vorgabe
berücksichtigt werden. Um für diesen Fall das Nettoergebnis zu erhalten, wird
die Vorgabe des Spielers von der Gesamtschlagzahl abgezogen.
Im Lochspiel spielen zwei Golfer direkt und Loch für Loch gegeneinander. Die Runde ist zu Ende, wenn einer der Spieler mehr gewonnene Löcher Vorsprung hat als noch zu spielen sind. Wird mit Vorgabe („Netto“) gespielt, erhält der Spieler mit der höheren („schlechteren“) Vorgabe die Anzahl Schläge als Vorgabe, die der Differenz zur Vorgabe des besseren Spielers entsprechen. Beim Scramble spielen mehrere Spieler in einem Team, und es wird auch zusammen gewertet. Nach dem Abschlag suchen Sie sich den am besten platzierten Ball aus und schlagen von dessen Stelle aus Ihren nächs-ten Schlag. Dies wird mit den folgenden Schlägen bis zum Einlochen wiederholt. Es gibt viele Varianten dieser Spielform.
Dr. Frank Stableford war Arzt und Mitglied des Wallasey Golf Club in England. Hier traten oft starke Windböen auf, die das Spiel nach der bisherigen Zählweise erschwerten. Die Idee zu seiner Zählweise kam Stableford beim Training am zweiten Fairway. Das erste Stableford-Turnier wurde 1932 ausgetragen und war ein großer Erfolg. Der Wallasey Golf Club existiert noch heute und für viele Golfer ist es ein Erlebnis, in der Heimat der Stableford-Zählweise eine Runde zu spielen und vor oder nach dem Spiel das Portrait Stablefords zu bewundern, das bis heute im Clubhaus hängt.
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