Lampert und Schwind neue Meister
9.9.2012 – Die Deutschen Meisterschaften 2012 standen ganz im Zeichen des sehr selektiven Niedersachsen-Courses im Golfresort Hardenberg mit seinen sehr schnellen und extrem ondulierten Grüns – und im Zeichen des GC St. Leon-Rot. Karolin Lampert und Sebastian Schwind (beide St. Leon-Rot) haben sich die Titel gesichert.
Bildergalerie I (89 Bilder vom Finaltag)
Bildergalerie II (123 Bilder von Siegern und Siegerehrung)
Bei den Damen landeten Lamperts Club-Kolleginnen Ann-Kathrin Lindner und Nina Holleder auf den Plätzen 2 und 3. Alexander Matlari, ebenfalls aus St. Leon-Rot, sicherte sich bei den Herren die Silbermedaille. Beinahe hätte der SLR alle sechs Medaillen abgeräumt. Nur Benedict Gebhardt vom GC Neuhof brach in die Phalanx der Kurpfälzer ein und sicherte sich nach der Silbermedaille der Deutschen Lochspielmeisterschaft nun die Bronzemedaille.
Nach Kartenstechen belegte der Hesse den Podestplatz, weil er innerhalb der beiden Schlussrunden genau einen Schlag besser war als Jonas Kugel vom Stuttgarter GC Solitude, der damit auf den undankbaren 4.Platz kam.
Den Meistertitel sicherte sich zum zweiten Mal nach 2010 Sebastian Schwind. Der Spieler vom GC SLR landete dabei einen Start-Ziel-Sieg, denn vom ersten Tag an lag der lange Spieler in Front, am ersten Tag noch gemeinsam mit Moritz Lampert, ab dem zweiten Tag alleine. In die Schlussrunde war er mit fünf Zählern Vorsprung auf Alex Matlari und Moritz Lampert gegangen. Für den erfolgsverwöhnten Internationalen Deutschen Amateurmeister verlief die Finalrunde allerdings nicht so gut und so fiel „Mo“ mit einer 77 noch auf den 5.Platz zurück.
Im Kampf um den Meistertitel wurde es aber trotzdem noch einmal spannend, weil Alex Matlari heute einen guten Tag erwischt hatte. Der 18-Jährige kam heute mit einer 70 vom Platz und spielte damit bei den Herren die einzige Tagesrunde unter Par überhaupt.
Dabei sah es am Anfang noch gar nicht danach aus, denn schon auf der Eins musste der Leimener einen Bogey notieren. Auf den ersten vier Bahnen hatte Matlari drei Dreiputts, wobei darunter auch ausgelassene Eaglechancen waren. „Die Fahnen waren heute so anspruchsvoll gesteckt“, haderte Matlari damit nicht.
Nach Birdies auf 6 und 7 lag er erstmals unter Par.
Ab Bahn 14 spitzte sich der Meisterkampf noch einmal zu. Matlari hatte seinen langen Schlag ins Grün zum Tap-In an die Fahne gelegt und spielte ein sicheres Birdie.
Sebastian Schwind war nicht viel schlechter gelegen und lochte seinen Putt aus vier Metern ebenfalls zum Birdie. Danach hielt er immer sicher sein Par und blieb ganz ruhig, auch als Matlari mit zwei weiteren Birdies auf 15 und 16 verkürzen konnte.
Matlari war mit der heutigen Runde rundum zufrieden: „In den letzten Tagen habe ich zu viele Schläge liegen lassen. Es geht absolut in Ordnung, dass Schwindi gewonnen hat. Das war verdient!“
Auch Alex Matlari hatte bei einer Deutsche Meisterschaft schon einmal auf dem Treppchen gestanden: mit 14 hatte er Bronze gewonnen.
Der neue Meister war mit seiner Leistung ebenfalls sehr zufrieden.
„ Die Fahnen waren heute extrem schwer gesteckt, sodass kaum Möglichkeiten da waren, Birdies zu spielen. Dieser zweite Titel bei einer DM bedeutet mir sehr viel. Für mich war das Jahr 2011 nicht so gut verlaufen und da ich in diesem Jahr auf die Tour-School gehen werde, war dies hier eventuell für mich der krönender Abschluss der Amateurkarriere,“ kommentierte der neue Champion die Tage am Hardenberg.
Dass er von Anfang an in Front lag und letztlich auch den Titel geholt hat, analysiert Schwind ganz nüchtern: „Mit meiner Schlaglänge hatte ich hier vielleicht einige Vorteile und da ich mich recht schnell auf die sehr schnellen Grüns eingestellt hatte, bin ich gut mit den Putts zurecht gekommen.“
Dreifach-Triumph für SLR bei den Damen
Bei den Damen gab es einen rein vereinsinternen Kampf um den Titel. Ann-Kathrin Lindner war als Führende mit einem komfortablen Vorsprung von vier Schlägen auf Karolin Lampert in den Tag gegangen. Dritte Spielerin im Leaderflight war Isabell Gabsa. Nach eine Berg- und Talfahrt auf den ersten fünf Bahnen war die Spielerin des GC Ulm noch bis Mitte der Backnine zumindest im Medaillenrennen. Insgesamt waren die drei Doppelbogeys auf den Bahnen 1, 5 und 15 aber nicht zu kompensieren, so dass sich Gabsa am Ende mir Rang 4 begnügen musste.
Gabsa hatte dabei nur einen Schlag Rückstand auf die Bronzemedaillengewinnerin Nina Holleder, die sich mit ihrer soliden 74 noch vorbei schieben konnte. Die Nationalspielerin aus dem Kader von Bundestrainer Marcus Neumann spielte heute wieder sehr geduldig und war nachher vor allem zufrieden, weil sie trotz der schwierigen Bedingungen den Score zusammengehalten hatte. Insgesamt lag Holleder am Ende bei +12. 10 dieser 12 Schläge über Par hatte sich Nina Holleder alleine am zweiten Tag eingefangen, als ihr auf den Grüns gar nichts gelingen wollte.
Der Kampf um den Titel war von einer ganz ruhig und praktisch fehlerfrei agierenden Karolin Lampert auf der einen Seite sowie von einer heute glücklosen Ann-Kathrin Lindner geprägt. „Anka“ wollte heute kein einziges Birdie gelingen. Ganz im Gegenteil: die Vizemeisterin von 2011 musste insgesamt sechs Bogeys notieren. Am Ende war ihr Gesamtscore damit +8.
Trotzdem behielt Lindner bis zur Bahn 9 die Führung. Mit ihrem Bogey auf der letzten Bahn der Frontnine bei gleichzeitigem Birdie für Karolin Lampert wechselte die Führung. Und diese baute die Sandhausenerin sukzessive weiter aus. Nach Birdies auf den Bahnen 12 und 13 war die Entscheidung gefallen. Das Momentum war klar auf Seiten der Schülerin, die in diesem Jahr schon die Mädchen-IAM und auch die Internationale Spanische Amateurmeisterschaft gewonnen hatte.
Mit drei Schlägen Vorsprung kam „Karo“ auf das letzte Grün und beendet das Turnier im Stile einer großen Championesse: mit einem Birdie.
Am Ende hatte die Meisterin dann fünf Schläge weniger gebraucht als Ann-Kathrin Lindner, die passend zu ihrer Finalrunde auch auf dem letzten Grün noch einen Bogey notieren musste.
Siegerehrung
DGV-Präsident Hans Joachim Nothelfer, der am 18.Grün zu den ersten Gratulanten der neuen Meister zählte, bedankte sich im Rahmen der Siegerehrung bei Carl Graf von Hardenberg. Der Hausherr hatte sich als perfekter Gastgeber für diese Meisterschaft gezeigt – und mit ihm das gesamte Team im Golfressort Hardenberg.
Das Clubmanagement war ebenso stets um das Wohl der Teilnehmer bemüht wie die sehr gute Gastronomie. Besonders hervor hob Nothelfer die Arbeit des Greenkeeperteams, das den Platz in einen hervorragenden Zustand gebracht hatte. Einer Deutschen Meisterschaft absolut würdig.
Wenn am Ende von vier Tagen Zählspiel nur der Deutsche Meister der Herren und sein Vizemeister einen Gesamtscore unter Par haben, darf dies durchaus als Indiz gewertet werden, dass der Platz bei den Aktiven mächtig Eindruck hinterlassen hat.
stebl´
Deutsche Meisterschaften 2012 - Sieger und Siegerehrung
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