"Ich wollte gewinnen, und es hat funktioniert."
12.7.2012 - Mit sechs Schlägen Vorsprung gewann Nationalspieler Moritz Lampert am Mittwoch die Bayreuth Open auf der European Professional Development Tour (EPD-Tour). Am Rande der gerade in seinem Heimatclub GC St. Leon-Rot stattfindenden EMM der Mädchen haben wir mit ihm über seinen Erfolg beim ersten Start auf der EPD-Tour 2012 gesprochen.
Moritz, wie kam es überhaupt zu deinem Start auf der EPD-Tour?
Ich habe das Turnier mitgespielt, um zu sehen wie gut ich bin im Vergleich zu den Profis, die den Sprung auf die Challenge Tour oder die European Tour schaffen wollen. Vor zwei Wochen habe ich BMW International Open der European Tour auf Gut Lärchenhof mitgespielt, und da habe ich gesehen, okay, hier reicht es vielleicht noch nicht ganz. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich, wenn ich weiterhin so trainiere, auch ganz oben mitspielen kann. Zudem wollte ich den Rhythmus der Turniere beibehalten. Jetzt kommen wichtige Wettkämpfe wie die IAM der Herren nächste Woche, die Bundesliga, die Einzel-EM und dann die WM im Oktober.
Wie sind die Bayreuth Open für dich verlaufen?
Ich habe am Montag gleich sehr gut angefangen und mit sechs unter die geteilte Führung übernommen. Am Dienstag habe ich mit sieben unter den Platzrekord gespielt und mit insgesamt vier Schlägen Vorsprung geführt. Dann frischte der Wind auf und die Bedingungen wurden etwas schwieriger, also etwa so wie hier im Augenblick. Aber ich habe noch eine 70 gespielt und so mit sechs Schlägen Vorsprung gewonnen.
Konntest du denn aufgrund deines Vorsprungs die Finalrunde etwas entspannter angehen?
Mein Ziel war schon, das Turnier nicht nur zu gewinnen, sondern das auch mit einem Vorsprung von sechs, acht, zehn Schlägen zu machen. Oft ist das Problem an einem großen Vorsprung, dass man defensiv wird, sich mit Pars zufrieden gibt und nicht mehr auf Birdies spielt. Genau dann schleichen sich Fehler ein, und deswegen habe ich von Anfang an versucht weiterhin auf Birdies zu spielen, was auf dem Platz auch möglich war. Ja, und das hat dann auch funktioniert.
Wenn du mit dem Ziel in das Turnier gehst, als Nummer eins rauszukommen, und dann kommst du als Nummer eins raus, machst du dann mental einfach nur einen Haken oder freust du dich auch schon noch darüber?
Im Moment ist es wirklich eher so, dass ich sage: „Gut, Ziel erfüllt.“ Aber in ein paar Tagen werde ich sicher merken, was ich da eigentlich erreicht habe. Das dauert immer ein bisschen. Ja, es ist eine Sache zu sagen: „Ich will gewinnen.“ Mit diesem Druck dann umzugehen und wirklich zu gewinnen ist schon besonders.
Hat dieser Sieg deine Pläne für die sportliche Zukunft beeinflusst?
Nein. Ich will nach wie vor Ende des Jahres die Qualifying School spielen. Je nachdem wie das ausgeht werde ich dann Profi oder hänge noch ein Jahr als Amateur dran.
Neben uns findet gerade der dritte Tag der EMM der Mädchen statt. Was wünscht du dir für das Turnier?
Erst einmal dass die Mädels heute Mittag den 2:0-Rückstand aufholen, was auf jeden Fall möglich ist. Die sind gut genug, und das wissen sie auch. Und dann, dass ich morgen und übermorgen weiterhin meine Schwester und das ganze deutsche Team unterstützen kann.
Moritz, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
Das Gespräch führte Felix Naumann.
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