Marcel Schneider im Interview

"Möchte unter die Top 25 der Welt"

 
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7.2.2012 – Mit hervorragendem Golf, großer Moral und enormer Nervenstärke hat Marcel Schneider bei der Australien Amateur Championship den ersten internationalen Titel seiner Karriere gewonnen. Und das, obwohl dem Stuttgarter das Lochspiel bisher gar nicht so lag, wie er im Gespräch mit dem DGV erzählt. 

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Schon mit der zurückliegenden Saison konnte Marcel Schneider als Sieger der DGV-Rangliste zufrieden sein – auch wenn ihm dabei kein Titelgewinn vergönnt war. Jetzt startete der seit Montag 22-Jährige direkt voll durch. Bei der Australien Amateur Championship auf dem Woodlands Golf Club in Melbourne, an der die DGV-Nationalspieler im Rahmen ihres Trainingslehrgangs in Australien teilnahmen, besiegte der Spieler vom GC Schloss Monrepos in einem spannenden Finale Lokalmatador Daniel Nisbet am ersten Extraloch.

Marcel, Du hast in Australien den ersten internationalen Titel gewonnen. Wie hast Du die Woche in Melbourne erlebt?
Es lief natürlich insgesamt sehr gut. Wobei der Start in die Qualifikation mit einer Runde von +6 nicht besonders gelungen war. Die zweite Runde war dann mit +1 schon deutlich besser. Und in den Lochspielen lief es auch von Anfang an sehr gut. Obwohl das Lochwettspiel eigentlich gar nicht so mein Ding ist, ich mag das Zählspiel lieber (lacht). Die Gegner in den ersten beiden Runden habe ich deutlich geschlagen. In der dritten Runde traf ich dann auf den Gegner, der zuvor Sebastian Kannler rausgeschmissen hatte. Basti meinte, der Typ seine eine „Maschine“ und würde keine Fehler machen. Ich bin dann schon mit Respekt in das Match gegangen, habe aber so gut gespielt [6 unter Par nach sieben Löchern, Anm. d. Red.], dass ich mich klar mit 5&4 durchgesetzt habe. Und diese Form konnte ich dann bis zum Ende des Turniers bewahren, auch wenn ich im Finale keinen guten Start hatte. Aber ich habe mich trotz eines zwischenzeitlichen Rückstands von 4 down nicht entmutigen lassen, sondern habe immer weiter an meine Chance geglaubt. Und als es mir dann auf den zweiten Neun gelungen ist, alles abzurufen, was ich kann, mich dann mit einer wirklich guten Leistung auf den zweiten Neun wieder rankämpfte, wurde Daniel Nisbet auch langsam nervös. Ich habe gehofft, dass ich noch ein Stechen erzwingen könnte und das hat dann ja auch tatsächlich geklappt. Und dann habe ich die Chance zum Glück genutzt!

Eine Woche später hättest Du bei der Lake Macquarie Men's Amateur Championship fast den zweiten Coup folgen lassen. Du bist als Führender in die Schlussrunde gestartet.
Ja, auch dort habe ich drei Tage lang richtig gut gespielt. In der letzten Runde habe ich dann aber leider Probleme mit dem Wind gehabt und bin auch nicht so richtig ins Spiel gekommen. So hat es dann nicht mehr zu einem Podestplatz gereicht.

Was hat Dir der Lehrgang in Australien abgesehen von Deinem ersten internatioanlen Titel gebracht?
Sehr viel. Wir haben sehr intensiv trainiert und ich habe viel gelernt. Der Schwerpunkt lag ganz klar auf dem Training, das wir mit mehreren Turnierteilnahmen kombiniert haben, so dass wir manche Dinge aus dem Training gleich in der Praxis umsetzen konnten. Ergebnisse standen dabei gar nicht im Vordergrund, auch wenn es bei mir so gut geklappt hat (lacht).

Ihr wart insgesamt vier Wochen lang unterwegs – eine lange Zeit.
Ja, das stimmt. Allerdings ist die Zeit wahnsinnig schnell vergangen, weil wir so viel gemacht haben und uns untereinander sehr gut verstehen. Ich bin dem DGV sehr dankbar, dass er uns einen so intensiven und wertvollen Lehrgang ermöglich hat.

„So kann es weitergehen“, hast Du nach Deinem Sieg in Melbourne gesagt. Was sind denn Deine weiteren Ziele für die Saison 2012?
Ursprünglich war mein Ziel, unter die Top 50 der Amateurweltrangliste zu kommen. Jetzt bin ich bereits 33. und peile einen Platz in den Top 25 an. Ansonsten stehen neben dem erneuten Gewinn der DGV-Rangliste natürlich alle großen Wettspiele in Deutschland ganz oben auf meiner Liste, allen voran die IAM und die Deutsche Meisterschaft. Und ich würde gerne noch einmal die BMW Open spielen, das war schon ein Erlebnis im vergangenen Jahr. Außerdem habe ich durch meinen Sieg bei der Australien Amateur Championship eine Einladung zur Australien Open erhalten.

Um Dich dann mit einer erfolgreichen WM aus dem Amateurlager zu verabschieden…
Das wäre natürlich fantastisch. Überhaupt für die WM nominiert zu werden, wäre schon großartig. Und es ist richtig, dass ich Ende des Jahres die Qualifying School spielen möchte.

Und was steht nun als nächstes an?
Am Freitag [10. Februar, Anm. der Red.] reise ich mit Benedict Staben, Moritz Lampert und Max Krämer zur Portuguese Amateur Championship. 

Wir wünschen dort und natürlich für den Rest der Saison viel Erfolg und alles Gute!

- Die Fragen stellte Christian Göttker - 

Marcel Schneider - Australien Amateur Championship

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