US PGA Tour

K.J. Choi triumphiert auf der 17

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Ponte Vedra Bech, Florida: K.J. Choi gewinnt die Players 2011 im Stechen auf dem Inselgrün der 17 gegen David Toms. Sein achter und größter Erfolg auf der US PGA Tour - und der erste mit eigenem US-Fanclub.

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Wer sich in diesen Tagen auf dem TPC Sawgrass bewegte, der konnte die Bekanntschaft mit einer Gruppe US-Amerikaner aus Tennessee machen, die in schwarzen T-Shirts ihrem Lieblingsgolfer folgten. Sie waren nicht so laut und unbeherrscht wie andere Gruppen, laut wurde es lediglich für Jubel und Anfeuerungen. Auch sonst war das Sextett ein wenig anders. Die jungen und junggebliebenen Männer waren nicht wegen Phil Mickelson gekommen, sind keine Bubba-Jünger und keine verspäteten Tiger-Anhänger, die verpasst haben, dass Woods nicht mehr dabei ist. Die Choi’s Bois haben eine Nummer eins: K.J. Choi. Ihm folgen sie über den Kurs, ihn feuern sie an. Und am Finalsonntag der Players 2011 hatten sie viel anzufeuern – und viel zu feiern.

Der Südkoreaner war am frühen Sonntagmorgen noch im Windschatten der Spitze unterwegs - still, wie es seine zurückhaltende Art ist. Nur wenige begleiteten den Flight Chois, die schwarzen T-Shirts waren jedoch schon um kurz vor Acht mit ihm auf dem Kurs. Als die Führenden zum Ende der dritten Runde am Sonntagmittag mit Wasserhindernissen zu kämpfen hatten und Bogeys notierten, schlich sich K.J. Choi nach vorne. Dort blieb er bis zum Schluss, an der 17 setzte er sich mit einem starken Birdie erstmalig alleine an die Spitze. An der 72. Bahn lag er somit plötzlich vorne, einen Schlag Vorsprung hatte er bei 13 unter Par. Dann kam David Toms, lochte einen starken Putt aus knapp sechs Metern zum Birdie - und K.J. Choi war seine alleinige Führung gleich wieder los.

Players Championship - Finalrunde

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So ging es an die 17 und ins Stechen um den Sieg beim inoffiziellen fünften Major und die Siegprämie von 1,71 Millionen US Dollar. Eines der berühmtesten Löcher der Welt war Schauplatz für das Finale des bestdotierten Turniers der Welt (9,5 Millionen US Dollar). K.J. Choi und Toms brachten ihre Bälle aufs Inselgrün, keine leichte Aufgabe unter dem Eindruck mehrerer tausend Zuschauer im Stadion und der vielen Zahlen auf dem Siegerscheck. Für K.J. Choi war es gar das erste Stechen auf der US Tour. Beide platzierten ihre Bälle ähnlich solide. Alles sah nach einer Verlängerung aus. Auch Choi war in Gedanken schon am nächsten Loch. Dann legte David Toms, 44, seinen Par-Putt aus gut einem Meter neben das Loch – eine Szene, die er so schnell nicht vergessen wird.

Seit 2006 ist Toms, PGA-Champion 2001, ohne Sieg auf der US Tour, seither wurde er fünfmal Zweiter. Es sollte ein weiterer zweiter Platz hinzukommen. Sein Sohn stand am Rand und vergrub das Gesicht auf der Schulter seiner Mutter. Es war vorbei, der Weg war frei für K.J. Choi. Der 40-Jährige lochte seinen Putt zum Par sicher. Er ballte die Faust, zog den Visor vom Kopf, kämpfte mit den Emotionen – und im Hintergrund schrien die Choi’s-Bois. Am Mittag hatte der Golfer seine Fans kennengelernt, nun hat die Verbindung ihren ersten großen Erfolg.

Größter Erfolg seit 1999
Für K.J. Choi ist es der achte Titel auf der US PGA Tour, seit er 1999 über Qualifying School die erste Liga erreichte. Dieser Sieg wird jedoch sicherlich als der größte in seine bisherige Sammlung eingehen. Und als einer, der vor einem Jahrzehnt nicht möglich gewesen wäre. "Als ich in die USA kam, hätte ich diesen Kurs nicht unter Par spielen können. In Südkorea haben wir keine Ranges im Freien. Also habe ich immer ohne Wind trainiert. Als ich dann in Jacksonville (eine knappe Stunde entfernt) gewohnt habe, war ich täglich hier. Aber das hat ihn nicht wirklich einfacher gemacht", erklärte K.J. Choi in einer großen Dankbarkeit, die er auf koreanisch - wie fast die gesamte Pressekonferenz - vor allem an Gott richtete.

Und den sechs Jungs der Choi's Bois. "Sie fliegen tausende Kilometer nur, um einen bestimmten Spieler zu sehen. Das ist sehr besonders, das zu sehen. Ich wollte sie nicht enttäuschen." Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. An der 13 hatte er noch zwei Schläge hinter David Toms gelegen. Nein, in diesem Moment habe er nicht an den Sieg geglaubt. "Ich bin ins Turnier gegangen mit dem Ziel Top 15. An jedem Tag haben wir dieses Ziel ein wenig nach oben korrigiert", lachte Choi. Der Südkoreaner ist der erste Asiate, der die Players gewinnt, zudem der siebte Internationale in den vergangenen zehn Jahren.

Auch David Toms konnte kurz nach seinem verlegten Putt schon wieder lachen. Als er den Journalisten gegenübersaß, hatte sich der Mann aus Louisiana bereits wieder gefangen - zumindest hatte er seine Emotionen im Griff. "Ich war sehr glücklich, wie ich die gesamten 31 Löcher, die ich heute zu spielen hatte, immer vorne in der Spitzengruppe, wie ich das gemeistert habe", sagte Toms. "Manchmal war ich schon sehr nervös. An der 16, als ich gesehen habe, dass K.J. vorlegt - da hätte ich das auch tun sollen. Aber ich dachte, so kann ich mit einer Zwei-Schlag-Führung auf die 17." Es kam anders. Toms' Annäherung landete im Wasser neben dem Grün, er notierte das Bogey und fiel neben Choi auf -12 zurück. Der Rest ist bekannt.

Donald zieht an Kaymer vorbei
Auf Platz drei ging Paul Goydos (69) bei elf unter Par vom Kurs, Luke Donald (71) und Nick Watney (71) teilen sich Position vier. Luke Donald zieht mit diesem Ergebnis an Martin Kaymer vorbei auf Position zwei in der Weltrangliste (hier geht es zum Bericht über Martin Kaymers Finalrunde). Zwischen Goydos und Watney liegt ein Rang, dennoch waren die Empfindungen äußerst unterschiedlich. Der 46-jährige Goydos sprach von "großer Zufriedenheit", der 16 Jahre jüngere Nick Watney von einer "großen Enttäuschung". Watney hatte am Donnerstag und auf Runde drei zwischenzeitlich geführt, ein Wasserschlag an der 14 am Sonntagmorgen brachte ihn vom Sieg-Kurs ab.

Ähnlich erging es Graeme McDowell: Nach Loch 17 in Runde drei hatte der US Open Champion noch mit drei Schlägen geführt, 19 Bahnen später beendete er die Players als 33. Nach einem Birdie an der Fünf der Finalrunde, spielte er sechs Bogeys und ein Doppelbogey an der 17 - ein schwarzer Sonntag für den Nordiren, der damit die Geschichte der unglücklichen Spitzenreiter vor dem Players-Finale fortschreibt. "Diesen Tag habe ich mir wirklich anders vorgestellt", bilanzierte McDowell. Seit 2006 hat es nunmehr kein Spieler geschafft, die Players zu gewinnen, wenn er nach 54 Löchern geführt hatte.

Garcia glänzt
Weniger historisch, dennoch herausragend, war der Final-Auftritt von Sergio Garcia. Der Spanier hatte in den vergangenen Jahren lange mit einer Krise zu kämpfen gehabt, hatte eine Auszeit genommen und war nun im Frühjahr immer besser über den Kurse der Tour gekommen. Nun darf er sich über den bisherigen Höhepunkt seines Comebacks freuen. Mit einer beeindruckenden 65 (beste Runde des Tages) verbesserte er sich um 39 Plätze auf Position zwölf. Damit war er dennoch nicht bester Spanier: Alvaro Quiros beendete die Players auf Rang sechs bei neun unter Par.

fpf





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