Ausweiskennzeichnung: Pro & Contra
1.3.2010 - Für einen Beitrag in der DGV-Info 5/2009 hatte der DGV mit einigen Mitglieder über ihre Erfahrungen mit der freiwilligen Ausweiskennzeichnung für DGV-Ausweise mittels Hologrammen gesprochen. Zwei dieser Interviews wurden an dieser Stelle im Wortlaut veröffentlicht - versehen mit dem Hinweis, dass weitere Meinungen zum Thema herzlich willkommen sind. Inzwischen hat die Redaktion VIER WEITERE INTERVIEWS zur Veröffentlichung erhalten.
Unterschiedliche Reaktionen auf Golfanlagen
Auf den Golfanlagen hat die neue Ausweiskennzeichnung unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Viele Golfer sind glücklich und stolz, wenn sie einen DGV-Ausweis mit goldenem R/vS-Hologramm vorzeigen können und dadurch bessere Greenfee-Konditionen oder den Vorzug bei Startzeiten erhalten. Manche Spieler wundern sich allerdings auch über Fragen in anderen Clubsekretariaten, weil sie vom eigenen Club nicht über die Kennzeichnung und ihre Bedeutung informiert wurden. Für diese Spieler wird es vor allem dann ärgerlich, wenn das gastgebende Sekretariat schlecht geschult ist und bei einem silbernen R-Hologramm fragt, ob der Inhaber vielleicht seinen Clubbeitrag noch nicht bezahlt habe. Hier zeigt sich, dass es mit der Kennzeichnung der Ausweise alleine nicht getan ist. Die Entscheider in den Golfclubs müssen die von der Golfanlage gewünschten Regelungen mit den eigenen Sekretariatsmitarbeitern besprechen, damit diese als kompetente Ansprechpartner den Gastspielern die Preisgestaltung kommunizieren und begründen können.
Bonus-Regelung findet mehr Akzeptanz
Dabei findet eine Preispolitik bei Gastspielern eher Akzeptanz, die mit einer Bonus-Regelung (R/vS-Ausweisinhaber bekommt Greenfee-Rabatt), statt einer Malus-Regelung (ohne Kennzeichnung Preisaufschlag) einhergeht. Außerdem sollte differenziert geregelt werden, wie mit ausländischen Mitgliedschaften (zum Beispiel britischer Staatsbürger oder nur billige Fern-Mitgliedschaft in England) im Vergleich mit einem DGV-Ausweis ohne Hologramm umgegangen werden soll.
Preispolitik transparent gestalten
Mit der Preispolitik einer Golfanlage sollte der Gastspieler möglichst nicht erst im Clubhaus konfrontiert werden. Das ist vor allem bei den Golfanlagen wichtig, auf denen ein Golfer aufgrund einer fehlenden Kennzeichnung gar nicht oder nur zu bestimmten Zeiten spielen darf und diese Regelung auch anreisende Gruppen betrifft. Diese wichtige Information kann bereits Bestandteil der clubeigenen Website und des Golfguide auf www.golf.de sein. Dort pflegt der Club selbst die Preise und Konditionen über das Intranet-Informationssystem ein. DGV-Mitglieder nutzen die Ausweiskennzeichnung, um die eigenen Voll-Mitgliedschaften besser zu vermarkten. Wer sich im Club für eine höherwertige, volle Mitgliedschaft entscheidet, bekommt den DGV-Ausweis mit goldenem R/vS-Hologramm ausgehändigt und genießt damit auf vielen gastgebenden Anlagen den rabattierten Greenfee-Preis. Das kann sich für den Club (Mitgliedsbeiträge) und für den Spieler (Mitgliedsbeitrag und Greenfee-Ausgaben) rechnen.
Interviews* im Wortlaut:
1. Gerd Rothfuchs, Geschäftsführer im GSC Rheine/Mesum Gut Winterbrock: „Wir halten die Richtung, die mit der Ausweiskennzeichnung eingeschlagen wird, für falsch. Für uns gibt es nur Golfer und Nichtgolfer.“ mehr
2. Michael Kronenberg, Clubmanager im GC Varmert: „Wir betrachten die Kennzeichnung als Qualitätsmerkmal. In unserem Club befürchtet man, dass zu sehr die „Billigschiene“ gefahren wird und die Clubs langsam ausbluten.“ mehr
3. Ulrich Lischka, Geschäftsführer Golfpark Winnerod: „Wieso muss man in Deutschland immer alles reglementieren?" mehr
4. Friedrich Schröder, Präsident GC Am Deister: "Unsere Mitglieder zeigen allgemein Verständnis für die Ablehnung der Ausweiskennzeichnug." mehr
5. Jürgen Berger, pers. haftender Gesellschafter Golfanlage Iffeldorf KG: "Unsere Marktausrichtung konzentriert sich auf Mitglieder, die auf unserer Anlage die Gastronomie, die Golfschule und den Proshop auch nutzt und damit Mehrwert bringt.Die Klassifizierung „R“ entspricht damit genau unseren Zielen." mehr
6. German Riedl, Vizepräsident GC Lechfeld: "Wir nehmen an der freiwiliigen Kennzeichnung teil, um unsere traditionelle Ausrichtung zu kennzeichnen." mehr
NEU 7. Rudolf Hack, Vizepräsident GC Sagmühle e.V. Bad Griesbach: "Unsere Mitglieder meiden Plätze, die aufgrund der Nichtkennzeichnung ein höheres Greenfee verlangen." mehr
DGV-Mitglieder (also Golfclubs/Golfanlagen), die ihre Erfahrungen mit der freiwilligen Ausweiskennzeichnung ebenfalls gerne teilen möchten, können dazu diese Vorlage verwenden. Bitte beantworten Sie die Fragen schriftlich und senden Sie diese an Oliver Falch (IT-Abteilung), entweder per E-Mail an falch@dgv.golf.de oder per Fax an die 0611-990 20 161.
Ihr Feedback werden wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen.
*Die Interviewpartner wurden zufällig ausgewählt; neben ihren Aussagen sind auch die Eindrücke von zahlreichen weiteren Gesprächen mit Golfclubmitarbeitern in diesen Artikel eingeflossen.
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