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Ohne Deutsche geht es ins Wochenende

 
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Blackpool, England: Marcel Siem kommt am zweiten Tag der 141. Open Championship mit einer Even-Par-Runde ins Clubhaus, Martin Kaymer gelingt die 69. Dennoch scheitern beide Deutschen am Cut und bereiten sich nun auf die Turniere in den USA vor.

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"Zumindest am zweiten Tag habe ich deutlich besser gespielt", fasst Martin Kaymer seine 69 Schläge am Freitag zusammen. Er habe nur einen einzigen schlechten Schlag gemacht, dieser hat ihn aber gleich zwei Schläge gekostet: Vom dritten Abschlag landet sein Ball im ersten Fairwaybunker auf der linken Seite. Er trifft zu viel Sand vor dem Ball und befördert ihn nicht, wie gehofft, zurück auf die Spielbahn, sondern muss aus dem nächsten Sandhindernis, nur wenige Meter näher zur Fahne, weiterspielen. Nahe an der Bunkerkante liegend, hat er keine andere Wahl, als vorzulegen. Nachdem der Pitch aus 60 Metern auf der Linie verhungert, nimmt der Putt zum Bogey zuviel Break an. Es wird das Doppelbogey und der schnelle Rückfall auf neun über Par. "Auf einer Open Championship darf man sich nicht einen schlechten Schlag erlauben. Er kann am Ende über Sieg und Niederlage entscheiden." Oder, wie im Fall von Martin Kaymer, über die Teilnahme am Wochenende oder eine längere Vorbereitung auf die nächsten Turniere.



Danach merkt man ihm an, dass er die Birdies erzwingen möchte, aber stets auf den Grüns scheitert. "Ich habe extrem viele Fairways getroffen und auch meine Schläge ins Grün waren deutlich besser", doch mit dem Putter kann er sich die ganze Runde über scheinbar nicht anfreunden. Die Birdieversuche laufen reihenweise nur knapp am Loch vorbei. Das Gefühl auf den Grüns ist da, einzig das berühmte Quäntchen Glück fehlt. "Die Grüns sind schwer zu lesen", sagt auch Marcel Siem über die anspruchsvollen kurzgemähten Flächen. "Es gibt so viele versteckte Breaks, dass man manchmal einfach hoffen muss, dass der Ball das macht, was man gesehen hat."

Auf den zweiten Neun zeigt Kaymer, was er kann
"Auf den hinteren Neun hatte ich mindestens drei Putts, wo ich sehr gute Chancen aufs Birdie hatte", erinnert sich Kaymer an die hervorragenden Annäherungen auf den Löchern 12, 13 und 17, aus denen der Deutsche kein Kapital schlagen konnte. Ohnehin kann man die zweite Halbrunde von Kaymer als durchaus gelungen bezeichnen. Trotz der verpassten Möglichkeiten gelingen dem 27-Jährigen drei Birdies. Auf der Elf, einem 550 Meter langen Par 5 trifft er das Grün mit dem zweiten Schlag und verpasst das Eagle nur um Millimeter. Die Fahne des 405 Meter langen 14. Lochs greift er mit einem kurzen Eisen an und lässt sich nur einen Zwei-Meter-Putt zur nächsten Verbesserung. Und auch das abschließende Par 4 spielt Kaymer sauber zu Ende. Vor den gefüllten Tribünen der 18 versenkt er zum Abschluss noch einmal einen Putt aus gut fünf Metern. Mit einem Gesamtergebnis von +6 fehlen ihm dann aber doch drei Schläge auf die Runden drei und vier.

"Mein langes Spiel war nahezu perfekt", kann Kaymer, trotz des verpassten Cuts beim dritten Major des Jahres, noch etwas Positives an der Woche finden. "Jetzt geht es in die USA zum Bridgestone Invitational und der PGA Championship." Einen Gedanken an den Ryder Cup verliert er dabei nicht. "Den Fehler habe ich 2008 gemacht. Ich habe ständig auf die Rankings geschaut und dabei den Fokus auf das Wesentliche verloren: das anstehende Turnier."

Open Championship 2012 - Runde zwei in Lytham

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Siem hofft lange auf den Sprung in die Finalrunden
"Drei über Par wird glaube ich auf jeden Fall reichen", schätzte Marcel Siem die Entwicklung der Ergebnisse am Nachmittag ein. "Damit ich es ins Wochenende schaffe, müsste sich das Wetter schon deutlich verschlechtern." Er warf einen Blick aus dem Pressezelt und rief den Verantwortlichen mit einem verschmitzten Grinsen zu: "Sorgt doch mal dafür, dass es richtig stürmt." Nach Runden von 74 und 70 lag Siem zur Mittagszeit auf dem geteilten 100. Rang, doch der Platz spielte sich deutlich schwieriger als noch in Runde eins und es bestand die Möglichkeit, dass sich der Cut noch nach oben korrigieren. Am Ende des Tages behielt er recht und der Sprung ins Wochenende führt über ein Ergebnis von +3 oder besser.

Bereits am Donnerstag hatte Siem gesagt, dass er "richtig niedrig scoren" möchte, um sicher im Wochenende dabei zu sein. "So kann ich jetzt noch nicht sagen, ob ich am Wochenende dabei bin", sagte er direkt nach der Runde. "Wenn ich jetzt aber in der nächsten Stunde auf den 110. Platz zurück falle, werde ich meine Sachen packen." Doch auch wenn die 141. Open Championship jetzt für ihn erledigt ist, so fand er doch auch eine positive Seite an der verfrühten Heimreise. "Jetzt kann ich wenigstens mit meinen Kumpels den Sieg in Frankreich nachfeiern." Dafür hatte er in den letzten Wochen keine Zeit gefunden. "Fünf Turniere in Folge zu spielen ist schon sehr anstrengend. Das weiß ich jetzt", sagte ein sichtlich gezeichneter Marcel Siem nach der zweiten Runde.

Der Tag beginnt noch in der Nacht
Einen nicht minder großen Anteil an der Müdigkeit von Siem hatte mit Sicherheit auch seine frühe Startzeit am Freitag. Bereits um 7.14 Uhr ging es für den Deutschen auf den Platz. Das bedeutete, dass ihn der Wecker um 4.00 Uhr aus dem Schlaf gerissen hat, denn "ich stehe immer drei Stunden früher auf, um richtig wach zu werden." Vor Runde zwei der Open half ihm dabei zusätzlich sein Physio Rolf Klöttschen, der "mit mir alle Muskeln aktiviert und noch einmal alle Wirbel eingerenkt hat. Das hat so 40 Minuten gedauert", beschrieb Siem die frühmorgendliche Vorbereitung.

"Auf den ersten drei Löchern musste ich richtig kämpfen", sagte Siem über den schweren Auftakt, der sich am Freitagmorgen noch dazu gegen den Wind spielte. "Und dann verhaue ich die einfache Vier." An dem kurzen Par 4 brachte Siem den Ball auf eine entspannte Wedge-Entfernung, wurde dann aber von einem der Marshalls im Hintergrund irritiert. "Normalerweise machen die einen guten Job, aber der Typ hat mich aufgeregt." Auf die Bitte, stehen zu bleiben, winkte der Offizielle nur freundlich und ging weiter. "Ich hätte mich davon nicht ablenken lassen", wusste es Siem nach der Runde besser. Aber in dem Moment warf es ihn aus der Bahn. Das Ergebnis war ein gepushter Ball in einen der Pott-Bunker und das erste Bogey des Tages. "Dass ich das Eisen 2 auf der nächsten Bahn dann pulle, das kann passieren. Aber es waren eigentlich zwei unnötige Schlagverluste."

Am Ende müssen Birdies her
Zwar gelangen Siem dann zur Halbzeit seiner zweiten Runden Birdies auf den Löchern neun (er locht einen Putt über fünf Meter) und zwölf (nach einem glücklichen Bounce versenkt er den Ball aus gut sechs Metern), doch der Schlagverlust auf der 14 brachte ihn in Zugzwang. "Auf den letzten Löchern habe ich dann deutlich aggressiver geputtet. Ich musste einfach Birdies spielen." Leider gelang ihm dies lediglich auf der 16. Das 305 Meter lange Par 4 erreichte er vom Abschlag aus und zweiputtet zum Birdie.

Auf dem abschließenden Par 4 verzog er dann noch einmal seinen Drive ins Rough auf der rechten Seite - am zweiten Tag traf er lediglich 50 Prozent der Spielbahnen. "Den Chip wollte ich dann unbedingt lochen, doch der Ball hat nicht so viel Break angenommen, wie ich gedacht habe", erklärte Siem kurze Zeit später. Ein langer Arbeitstag, der früh begonnen hatte, endete mit der Einsicht, dass ihm heute auf den Grüns etwas das Glück fehlte und "die R&A uns einfach ärgern will." Denn die Fahnenpositionen waren in der zweiten Runde so schwierig gesteckt, dass man die Löcher "kaum angreifen konnte. Die haben die immer auf kleine  Hügel gesteckt, dass wenn man zu kurz ist, der Ball weit zurück spinnt, und wenn man nur etwas zu lang ist, er einen unmöglichen Bounce nach vorne bekommt." Die Hoffnung für die mögliche Teilnahme am Wochenende war noch da, und wurde erst mit den letzten hereinkommenden Flights zerstört.

"Jetzt freue ich mich auf die USA. Ich spiele da immer sehr gerne", schaute Siem auf das WGC in zwei Wochen und die anschließende PGA Championship voraus. "Danach geht es zurück nach Gleneagles und nach Holland, bevor der Ryder Cup ansteht", für den Siem immer noch hofft, sich qualifizeiren zu können. "Mit einem weiteren Sieg wäre ich sicher dabei." Na dann ...


adk




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