Majors

Für Adam Scott war schon Sonntag

 
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Blackpool, England: Mit einer 64 in Runde eins der 141. Open Championship übernimmt Adam Scott die Führung bei sechs unter Par trotz eines verlorenen Schlags auf der 18. Tiger Woods, Ernie Els und Graeme McDowell liegen nur drei Schläge zurück. Die Deutschen sind abgeschlagen über Par.

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"In den vergangenen Majors habe ich stets einen schwachen Start hingelegt. Das wollte ich in dieser Woche unbedingt vermeiden", erklärt Adam Scott nach der ersten Runde der Open Championship. "Also bin ich raus gegangen und habe gespielt, als ob es kein Morgen gibt. Für mich war heute schon Sonntag." Trotz eines Bogeys auf seinem dritten Loch - nach zwei Pars auf den Eröffnungsbahnen - ließ sich der Australier nicht aus der Ruhe bringen. "Es gab keinen Grund, in Panik zu geraten. Bei einer Open Championship kann man schnell einmal über Par liegen", sagt Scott über den nicht ganz idealen Start. "Es war nur wichtig, danach schnell zurück zu kommen." Nach einem perfekten Abschlag auf dem 360 Meter kurzen vierten Loch klappte plötzlich alles wie von selbst. "Ab da habe ich einen guten Schlag nach dem anderen gemacht. Es hat sich angefühlt wie eine Proberunde. Es war einfach toll."



Die Löcher vier bis 16 absolvierte Scott dann in rekordverdächtigen acht unter Par und war auf Kurs zu einer neuen besten Runde bei einer Open Championship im Royal Lytham & St. Annes Golfclub - mit 64 teilt er am Ende diesen Rekord mit Tom Lehman (1996). Zudem hätte ihn ein weiterer Schlaggewinn auf der 17 oder 18 in die Geschichtsbücher gebracht. "Als ich auf dem Weg zur 17 die Toiletten aufgesucht habe, habe ich einen Blick auf das Leaderboard geworfen und ich wusste, dass es noch nie eine 62 in einem Major gab." In diesem Moment habe sich etwas an seiner Einstellung geändert. "Es ist nie gut, über das Endergebnis nachzudenken", weiß Scott, "aber ich konnte mich nicht dagegen wehren." Der Lauf war plötzlich beendet, und statt mit einem Birdie, beendete Scott die erste Runde mit einem Bogey auf der 18. "Ich habe einfach einen schlechten Schlag mit dem Eisen 2 gemacht", rekapituliert der Australier. "Danach habe ich versucht, intelligent zu spielen, und habe nur aufs Fairway gechippt. Aber mein dritter Schlag war einfach zu schlecht und ich habe mir unnötig Arbeit gelassen." Mit einer 64 in Runde eins führt Adam Scott mit einem Schlag vor Paul Lawrie, Zach Johnson und Nicolas Colsaerts.

Der Belgische Bomber bleibt bescheiden
Nicolas Colsaerts beginnt seine Runde mit einem Feuerwerk, will aber noch nicht zu weit nach vorne denken. "Auf der Eins habe ich schon direkt in Richtung Fahne geschlagen, aber nur das Par gespielt. Auf der Zwei dann das selbe, nur dieses Mal ist der Ball halt im Loch verschwunden", erklärt der Belgier ganz cool sein Eagle auf dem knapp 450 Meter langen Par 4. "Ich habe mit Rückenwind ein Eisen 8 geschlagen. Es war der perfekte Auftakt in die Runde." Doch dass er nach der 65 am Donnerstag Siegchancen haben soll, davon will Colsaerts nichts wissen. "Es ist doch erst die erste Runde. Davon kann man sprechen, wenn ich auch am Sonntag noch oben stehe."

Einen kuriosen Start erwischt auch Paul Lawrie, der ebenfalls eine 65 ins Clubhaus bringt und das, "obwohl ich am Anfang keine guten Schläge gemacht habe." Dennoch lag der Schotte nach fünf gespielten Löchern bei drei unter Par. "Zwei Chip-Ins und ein gelochter Putt vom Vorgrün", staunt Lawrie selbst über sein Glück auf der ersten Halbrunde. "Danach habe ich angefangen, gute Schläge zu machen und einen guten Score ins Clubhaus gebracht." Für die nächsten Tage will sich aber auch Lawrie noch nicht als Favorit festnageln lassen. "Es kann sich alles von einem Tag auf den anderen ändern. Viel wird hier vom Wetter abhängen."

Open Championship 2012 - Runde eins in Lytham

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Die größten Namen nur drei Schläge zurück
Auf dem geteilten sechsten Platz bei drei unter Par folgt schließlich das Who is Who des internationalen Golfsports. Neben dem amtierenden Masters-Champion Bubba Watson gelingen auch Graeme McDowell, Ernie Els, Steve Stricker, Rory McIlroy und dem 14-fachen Major-Champion Tiger Woods eine Runde von 67 Schlägen.

"Am Ende ging mir das Gefühl auf den Grüns verloren", ärgert sich Woods über sein schwaches Finish, nachdem er bereits nach sieben Löchern bei vier unter Par lag. Das einzige Bogey des Tages kassiert Woods auf dem 15. Loch, nachdem sein Abschlag im tiefen Rough auf der linken Seite landet. "Ich habe eigentlich nur versucht, 70 Meter gut zu machen. Das hätte gereicht, um den Bunker vor mir aus dem Spiel zu nehmen. Leider hat das Gras nicht nur das Hosel umschlungen, sondern gleich den ganzen Schaft." Die Folge war ein flacher Ball, der kaum 20 Meter überbrückt hat. Dennoch: "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis. Ich habe kaum Fehler gemacht und fühle mich gut vorbereitet für die nächsten drei Runden."

McIlroy und Els komplettieren das starke Verfolgerfeld
Auch Rory McIlroy war, trotz einer wilden zweiten Halbrunde mit vier Birdies bei einem Bogey auf der Zehn sowie einem Doppelbogey auf der 15, mit seiner Leistung mehr als zufrieden. "Ich habe nur wenig schlechte Schläge gemacht", die dann aber direkt bestraft wurden. "Ich fühle mich sehr wohl mit der Position, mit der ich in die zweite Runde starte", sagt McIlroy nicht zu Unrecht über die gerade einmal drei Schläge Rückstand auf den Führenden. "Wir hatten am Nachmittag die schwierigeren Bedingungen. Mal abwarten, was die nächsten Tage bringen."

"Man kann das Turnier am Donnerstag nicht gewinnen, aber man kann hoffnungslos weit zurückfallen", beruft sich Ernie Els auf einen Klassiker unter den Golfsprüchen. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Runde." Die 67 sei ein Ergebnis, das er vor der Runde blind genommen hätte. "Sie gibt mir das nötige Selbstbewusstsein für den Rest der Woche. Ich wünschte, ich hätte etwas Geld auf mich gesetzt. Die Wettquoten sind bestimmt nicht schlecht", scherzt Els zum Abschluss des Tages.

Die beiden Deutschen dürften dagegen eher weniger zum Scherzen aufgelegt sein. Mit Runden von 74 (Marcel Siem) und 77 Schlägen (Martin Kaymer) haben sich beide eine schwierige Aufgabe für den Freitag gelassen, um das Wochenende der Open Championship noch als Teilnehmer zu erleben.

Einen ausführlichen Bericht über die beiden Runden von Siem und Kaymer finden Sie hier.

adk




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