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Morgen muss es deutlich besser werden

 
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Blackpool, England: In Runde eins der 141. Open Championship gibt es weder von Seiten Martin Kaymers noch Marcel Siems gute Neuigkeiten zu berichten. Beide starten mit Runden deutlich über Par und müssen am Freitag eine niedrige 60er-Runde abliefern, um den Sprung ins Wochenende zu schaffen.

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"Eine solche Runde ist frustrierend", findet Martin Kaymer keine passenderen Worte, um seine ersten 18 Löcher auf dem Royal Lytham & St. Annes Golfclub zu beschreiben. Und auch seine Körpersprache verrät, dass er nicht so recht weiß, was er mit dem Ergebnis von 77 Schlägen (+7) anfangen soll. Der erste Schlag der Runde war noch vielversprechend, danach aber schien nichts mehr zusammen zu funktionieren: Aus gut 190 Metern trifft der Deutsche das Grün und hat zumindest die theoretische Chance auf ein Birdie. Doch statt dessen geht Kaymer mit drei Putts und dem ersten Bogey vom Grün. Es sollte nicht das einzige des Tages bleiben.



Zuerst lässt ihn der Putter im Stich, ...
"Wenn man von Anfang an einem Bogey hinterherläuft, ist es immer schwierig", sagt Kaymer über den Fehlstart. Doch statt dass er auf den nächsten Löchern kontert, kämpft er auf jedem Grün mit dem Putter. Das lange Spiel scheint auf den ersten noch Bahnen zu funktionieren. Zwar laufen seine Abschläge oft vom Fairway, aber selbst aus dem First Cut kann er den Ball gut kontrollieren. Von der Eins bis zur vier trifft Kaymer jeweils das Grün "in regulation", geht aber - nach dem Bogey auf dem ersten Loch - nur mit Pars zum nächsten Abschlag. Die Putts wollen nicht fallen.

Auf der Fünf kommt dann der erste Stressschlag: Das knapp 200 Meter lange Par 3 verfehlt Martin Kaymer lang links, und muss aus einem der zahlreichen Pott-Bunker seine Athletik beweisen. Der Stand ist unbequem, er muss ihn mehrfach korrigieren, und der nasse Sand macht es nicht einfacher, die kurz gesteckte Fahne anzuspielen. Zwar gelingt ihm ein guter Kontakt, doch der Ball hat zu wenig Spin und läuft gute drei Meter übers Loch. Das zweite Bogey des Tages wandert auf die Scorekarte. "Es ist ermüdend, wenn man die ganze Zeit versucht, sich zurück zu kämpfen, und dann ein Bogey nach dem anderen kassiert", erklärt ein sichtlich gezeichneter Kaymer, der nicht so recht zu verstehen scheint, warum ihm bei eigentlich idealen äußeren Bedingungen eine Sieben-über-Par-Runde unterlaufen ist. "Auf der Driving Range und den Proberunden spiele ich gut, meine Schläge landen im Ziel. Aber ich kann es zur Zeit einfach nicht auf den Platz übertragen."

... dann fehlt die Präzision bei den langen Schlägen
Nach weiteren Bogeys auf den Löchern sechs und sieben beginnt Kaymer mit 38 Schlägen auf dem Konto die hinteren Neun. Zu diesem Zeitpunkt liegt der Führende bereits bei dem selben Ergebnis unter (!) Par. Nachdem er mit Pars auf den Bahnen acht bis zwölf scheinbar Ruhe in sein Spiel gebracht hat, pullt er den Abschlag am 330 Meter kurzen 13. Loch mit dem Eisen 3 in den Fairwaybunker. "Ich habe heute meine langen Eisen einfach nicht gut genug getroffen", ärgert sich der Deutsche über die auf einem Links-Platz so wichtigen Schläge. Das halbe Wedge aus dem Sand trifft Kaymer fett, den anschließenden Chip aus 20 Metern toppt er übers Grün und muss das nächste Bogey notieren. Nach 18 birdiefreien Löchern - mit zwei weiteren Schlagverlusten auf der 15 und 18 muss er am Freitag schon eine Runde in den niedrigen 60ern auf den Platz zaubern, um eine Chance aufs Wochenende zu haben. Mit den Worten "Ich gehe jetzt nochmal trainieren" verabschiedet sich Martin Kaymer vom aktuell 150. Rang bei +7 auf die Driving Range. Man kann nur hoffen, dass er eine Möglichkeit findet, die gute Form von der Trainingseinrichtung auf den Platz zu bringen.

Open Championship 2012 - Runde eins in Lytham

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Siem von Anfang an unter Druck
"Wenn man auf den Platz geht und sieht, dass die Führenden bei sechs unter Par liegen, ist man von Anfang an in Zugzwang", erklärt Marcel Siem seine Gedanken vor dem ersten Abschlag. "Man weiß, dass man drei oder vier unter spielen muss, um vorne mitzumischen." Und so verwundert es nicht, dass der zweite Deutsche im Feld der 141. Open Championship aggressiv in Richtung der Fahnen spielt. "Der Platz ist weich und die Eisen beißen schnell", sagt Siem nach der Runde.

Das 450 Meter lange Par 4, Loch zwei, absolviert Siem nach einem perfekten Drive in drei Schlägen und kann sich direkt auf ein Ergebnis unter Par verbessern. Doch es soll nicht lange dabei bleiben. Zwei Bogeys auf den anschließenden Löchern werfen ihn zurück auf +1 und auch der Birdie-Konter auf der Fünf bringt nicht wirklich Ruhe ins Spiel. "Wenn man einmal unter Par liegt, ist alles viel einfacher. Man ist relaxter. Doch wenn man ständig um Par liegt, scheint es nie so richtig voran zu gehen." Auf der Elf zeigt sich dann der erste Ärger über seine fehlende Leistung auf den Grüns. Aus knapp zwei Metern läuft ein wieterer Putt knapp am Loch vorbei und der Ratinger stößt den ersten kurzen Fluch in Richtung Golfgott aus. "Mit dem Putter lief es den ganzen Tag wieder nicht", ist das ernüchternde Fazit von Siem.

Dumme Fehler aus dem rechten Rough
Aber nicht nur im kurzen Spiel sucht der Deutsche nach Verbesserungspotential. "Meine Drives waren heute so schlecht wie noch nie in dieser Saison." Gerade einmal acht der 14 Fairways trifft Siem vom Abschlag aus und muss so zu oft auf gute Lagen in dem so schweren Rough hoffen. "Ein Eisen 8 oder 9 kann man noch raushacken. Alles andere ist eher ein Glücksspiel." Auf der 13 donnert Siem dann seinen Drive direkt Richtung Grün. Doch der Ball schafft es nicht ganz über den kurzen Rough-Streifen zwischen dem vorgelagertem Bunker und der Puttfläche. Fast fünf Minuten muss nach dem Ball gesucht werden, bevor ein Helfer auf den Ball tritt. "Ich muss mich bei ihm bedanken, dass er das zugegeben hat", sagt Siem über den ehrlichen Helfer. "Viele andere glauben, wir wären ihnen böse, wenn sie auf den Ball steigen. Dabei helfen sie uns damit." Denn so bekommt der Deutsche einen straffreien Drop und kann, nach einem Flop-Shot aus dem dicken Gras, das Birdie notieren. Die Erleichterung ist ihm anzusehen. Die Faust wird geballt und der Schritt beschleunigt sich in Richtung des nächsten Abschlags.

"Auf den letzten fünf Bahnen dann noch vier Schläge zu verlieren, ist einfach nur dumm", ärgert sich Marcel Siem über das schwache Finish. "Auf der 16 kann man den Ball links verfehlen und dennoch das einfache Up-and-Down zum Birdie machen. Aber ich verfehle ihn rechts. Von da geht mal einfach gar nichts." Doch der geblockte Drive nach rechts ist der Standard-Fehler von Siem am ersten Tag. "Mir fehlte der Rhythmus und ich bin nicht durch den Ball gegangen. Daran muss ich jetzt noch unbedingt arbeiten." Mit drei abschließenden Bogeys fällt Siem auf ein Gesamtergebnis von vier über Par und den geteilten 117. Platz zurück. Die Devise für die zweite Runde, die für Siem bereits um 7.14 Uhr Ortszeit beginnt, ist klar: "Morgen muss ich richtig niedrig scoren."

adk




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