Kaymer bleibt im Rennen
Sandwich, England: Trotz äußerst schwieriger Wetterbedingungen geht Martin Kaymer von Position sieben in den Finaltag der Open Championship. Die Führung verteidigt Darren Clarke, der mit fünf unter Par das Feld anführt. Einen Schlag dahinter folgt der Amerikaner Dustin Johnson.
Darren Clarke, der 42 Jahre alte Profi aus Dungannon in Nordirland, steht nach dem Moving Day weiterhin an der Spitze des Leaderboards. Der Mann mit 13 Titeln auf der European Tour meisterte die ersten Löcher bei Dauerregen und heftigen Windböen bravourös, ehe er bei stetig besser werdendem Wetter eine solide 69 ins Clubhaus brachte. Mit 205 Schlägen (68+68+69) hat Clarke einen Zähler Abstand auf den langen Amerikaner Dustin Johnsson. Bei zwei unter Par folgen Rickie Fowler und Thomas Björn.
Kaymer geteilter Siebter
Martin Kaymer startete unbeeindruckt vom Regen in den dritten Tag. Die ersten zwei Löcher spielte der 26-jährige PGA Champion sehr souverän, traf Fairways und Grüns. Doch nach einem gut geretteten Bogey auf der langen Drei, dem 240 Yards langen Par 3, fehlte dem Deutschen plötzlich der Touch. Mehrfach verfehlte er vom Tee das kurzgemähte Gras, seine Pitches und Chips blieben zumeist etwas zu weit vor der Fahne liegen – und die Putts wollten nicht fallen.
Doch als man den Rheinländer schon abschreiben wollte, drehte er endlich auf. Birdies auf den Löchern 13 und 14 brachten Kaymer wieder in die Top Ten, ehe er auf der 15. Spielbahn einen langen Bounce beim Approach ins Grün erwischte und sein fünftes Bogey kassierte. Die drei Schlusslöcher absolvierte Kaymer schließlich mit drei Pars und unterzeichnete eine 73er Runde, die ihn auf Level Par zurückfallen ließ.
"Mein Gefühl um die Grüns herum war nicht so gut wie an den letzten beiden Tagen", berichtete die Nummer drei der Welt im Anschluss an die Runde. "An der Sechs und Sieben habe ich leider zwei Riesenfehler gemacht: Erst einen Drei-Putt aus acht, neun Metern. An der Sieben war es ein schwerer Chip. Aber den spielt man aufs Grün und gibt sich die Chance auf das Birdie. Wenn nicht, macht man eben die 5 und es geht auf das nächste Loch (Kaymers Chip rollte zurück ins Vorgrün, dann benötigte er drei Putts; Anm. d. Red.) Das waren zwei Fehler, die ich mir wirklich hätte sparen müssen. Spielerisch war es nicht ganz so gut, aber es war auch schwieriger zu spielen. Aber ich habe mich nicht aus dem Turnier rausgeschossen."
Und wie sieht es mit den Chancen auf den Sieg aus? "Es ist noch keiner davongelaufen. Fünf Schläge sind wirklich nicht viel. Wenn das Wetter so bleibt wie heute, kann man mit einer 67 oder 68 ganz vorne stehen."
In Lauerstellung auf die Claret Jug gehen Miguel Angel Jiménez (66+71+72/T5) und Phil Mickelson (71+70+69/T7) in den Finaltag. Beide sind erfahren genug, um in einem spannenden Schlusstag die Nerven zu behalten.
The Open Championship 2011 - Moving Day
Folwer und Johnson glänzen
Die beste Runde des Moving Days gelang Rickie Fowler. Der 22-Jährige aus Kalifornien trotze dem windigen Royal St George’s eine glänzende 68 ab und verbesserte sich auf dem Leaderboard unter die Top 5. "Wir hatten viel Spaß dort draußen", sagte der junge Amerikaner, der in seiner Amateurkarriere beim Walker Cup mehrfach erfolgreich auf Links Courses spielte. "Mir war klar, dass es nicht einfach wird, aber ich habe das beste daraus gemacht. Ziel war es, keine hohen Nummern zu schießen. Dass es nur wenige Birdies geben würde, war mir von vornherein bewusst." Fowler glückten auf seinen letzten sechs Löchern – als sich die Wetterbedingungen deutlich verbessert hatten – drei Birdies. Insgesamt benötigte die auf der amerikanischen PGA Tour noch sieglose US-Hoffnung nur 27 Putts und rettete mehrfach mit spektakulären Annäherungen seinen Score.
Neben Fowler notierte nur noch Landsmann Johnson eine 68. Clarke blieb als dritter Spieler an diesem schwierigen Tag unter Par. Der Rest des Feldes lag größtenteils weit über dem Platzstandard von 70 Zählern.
Heftige Windböen, hohe Scores
Titelverteidiger Louis Oosthuizen sagte nach seiner 74: "Die Vier hat sich heute wie ein Par 5 gespielt. Ich habe Driver, Rescue gespielt und hatte immer noch 50 Yards ins Grün. Auf der 16 schlug ich ein 4er Eisen, obwohl es gerade einmal 140 Meter waren." Der Südafrikaner wechselte auf seinen 18 Löchern vier Mal den Handschuh und hatte gleich mehrere Schlägertücher im Bag.
Eine erstklassige Vorstellung lieferte Tom Watson ab, der zeigte, warum er als der vielleicht beste Regenspieler seiner Zeit galt. Der 61-Jährige brachte unter den schwierigen Bedingungen am Vormittag eine 72 ins Clubhaus und geht mit vier über Par von Position 25 in den Finaltag der 140. Open Championship. "Par war heute ein sehr gutes Ergebnis", meinte der fünffache Open-Champion im Anschluss. Am Freitag war ihm ein Hole-in-one geglückt, diesmal freute sich der Amerikaner über 29 Putts: "Mein Putten war heute voll auf der Höhe. Zwar waren meine Abschläge heute nicht so gut, aber zumindest habe ich mich nicht in allzu schlechte Lagen manövriert. Schließlich hat mich mein Putter gerettet."
tsz



