European Tour

Andere müssen es richten

 
  • A
  • A
  • Schriftgröße

Pulheim, Deutschland: Martin Kaymer scheitert bei level Par am Cut; Bernhard Langer, Marcel Siem und Alex Cejka sind die einzigen drei von anfangs 15 gestarteten Deutschen, die bei der BMW International Open den Sprung ins Wochenende schaffen. 

  1. 45 Kommentare
  2. 43 Bilder

Pulheim, Deutschland: Am Freitagmorgen sah die Welt auf Gut Lärchenhof noch heil aus. Die Bedenken, dass BMW-Markenbotschafter Martin Kaymer nach seiner 71er Auftaktrunde eventuell am Cut scheitern könnte, schienen schnell aus der Welt zu sein. Der 27-jährige Major-Champion und Turniersieger von 2008 schaffte auf Gut Lärchenhof einen Blitzstart mit vier Birdies in Folge. Jetlag und Müdigkeit schienen verflogen. Ein Doppel-Bogey an Loch 5 brachten dem Lauf des Hoffnungsträgers aber ein jähes Ende. Und das "negative Break" wollte nicht vergehen. Es folgten drei Bogeys an den Löchern 9, 11 und 12 - und nach einem kurzen Lichtblick an Loch 13 ein weiteres Dreiputt-Bogey an Loch 17, das Kaymer mit 73 Schlägen am Cut scheitern ließ.



"Das war eine Kombination aus sehr gutem Spiel am Anfang und nicht sehr gutem Spiel", reüssierte Kaymer sichtlich enttäuscht seine Eins-über-Par-Runde am Freitagnachmittag. "Mir fiel es nach dem Doppel-Bogey sehr schwer, Birdies zu machen. Generell waren meine Schläge nicht gut genug - gerade auf den zweiten Neun." Bei den schweren Bedingungen mit viel Wind und gegen Nachmittag immer schlechter werdenden Grüns streute der Mettmanner immer mehr und verzweifelte zusehends an den Putts. An Loch 17 puttete er vom Vorgrün zu aggressiv übers Loch und verfehlte den wichtigen Rückputt aus zwei Metern knapp. An der 18 wollte ein weiterer Putt nicht fallen, wo sich Freund und Flight-Partner Marcel Siem schon zum Jubel ansetzte. Siem wusste, dass es um das Weiterkommen ging.

"Ich finde es sehr schade - gerade für die Fans im Umkreis -, dass ich am Wochenende nicht mehr dabei bin. Hoffentlich werden sie Marcel nach vorne pushen, dass er um den Sieg mitspielt." Ausreden will er aber keine vorschieben, es habe alles eben nicht zusammengepasst. Zu wenig Vorbereitungszeit nach der US Open und zu viele Verpflichtungen im Umfeld der International Open könnten mögliche Ursachen für das Scheitern sein. Auch dass ihm die Schuhe am Morgen aus dem Locker geklaut wurden, sei kein Abbruch gewesen, "schließlich habe ich ja gleich gute Birdies zu Beginn geschafft." Am Ende müssen es drei andere Deutsche richten.

Siem leidet mit und freut sich auch über sein Gelingen
"Die Putts gingen zwar nicht rein, aber ich habe besser gespielt als gestern", so Marcel Siem nach seiner 71er Runde, die den 31-jährigen Ratinger in eine gute Ausgangsposition bei fünf unter Par brachte. "Ich habe am Anfang aus ein paar unglücklichen Lagen blöde Bogeys kassiert, wo Pablo (Larrazabal, -4) und Martin ja gleich wie Raketen abgingen und ich hinterher hing." Nach einem Birdie an der Eins unterliefen ihm drei Bogeys an den Löchern 4, 6 und 11. Im Finish zahlte sich seine Geduld aus, Siem wendete das Blatt mit wertvollen Birdies an den Löchern 12, 13 und 16 zu 71 Zählern und insgesamt fünf unter Par. "Es war nicht ganz einfach heute, ich war da schon mächtig stolz, dass ich cool blieb und die letzten Neun geduldig war und nicht die Birdies zu schnell erzwingen wollte."

Zum knappen Scheitern seines Freundes meinte der geteilte 21. mitfühlend: "Es ist natürlich schade fürs Turnier, dass Martin nicht mehr dabei ist - sehr schade. Ich war echt happy, dass ich bei dem Wind dennoch meine Birdies gemacht habe. Martin wollte natürlich Druck machen, da er eben an der Cut-Linie lag. Dann kommen schnell die Bogeys. Klar habe ich mitgelitten. Ich freue mich tierisch aufs Wochenende, wenn das ganze Rheinland für mich cheeren wird und viele Freunde kommen."

BMW International Open 2012 - Runde vier

Fotostrecken »
Zum Öffnen der Fotostrecke bitte auf eines der Bilder klicken!


Langer vom Feinsten
Bernhard Langer war mit frühen Birdies nach einer 72er Auftaktrunde zwischenzeitlich auf sechs unter Par gegangen und kam mit 67 Schlägen ziemlich zufrieden zurück ins Clubhaus: "Das war vom Allerfeinsten", so die Worte des 54-Jährigen, der mit Siem Rang 21 teilt. Hier der Link zum ausführlichen Interview. 

Auch Cejka im Hauptfeld
Nach seiner 68er Auftaktrunde kam Alex Cejka sichtlich gedämpft mit 75 Zählern von Runde zwei. Dem 41-Jährigen unterliefen Bogeys an der 9, 10 und 15 sowie ein Doppelbogey an der 16 bei nur zwei Birdies von der 11 und 18. "Ich weiß nicht, was los war. Eigentlich fühle ich mich zur Zeit echt gut, irgendwie lief aber nichts zusammen", so Cejka, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher im Hauptfeld war. "Der Platz spielte sich für mich heute ziemlich lang, an der 9 und 18 musste ich das Eisen 3 ins Grün schlagen. An der 18 ging das dann auch in die Hose, ich musste mit Strafschlag droppen."

Die Bedingungen wurde im Lauf des Tages schlechter. Cejka kletterte auf Rang 58 und kam mit seinen insgesamt eins unter Par als dritter Deutscher gerade noch so ins Hauptfeld. Zwölf Deutsche scheiterten am Cut: Marcel Schneider (73+72), Moritz Lampert (71+74), Daniel Wünsche (69+76), Bernd Ritthammer (71+76), Dennis Küpper (74+73), Marcel Haremza (75+75), Max Kramer (75+76), Stephan Gross (76+77), Benjamin Miarka (74+83), Anton Kirstein (81+77), Björn Stromsky (81+78) - und eben auch Martin Kaymer, der 71 und 73 Schläge notierte. 

Sjöholm vor Quartett
Sympathieträger Joel Sjöholm, der zuletzt bei einer Austragung in München durch viel zu schnelles Fahren mit einem geliehenen BMW Negativschlagzeilen geschrieben hatte, kam mit zwei Eagles auf 66 Zähler und führt das Feld bei elf unter Par zwei Zähler vor Chris Wood (65+70), Paul McGinley (65+70), Fabrizio Zanotti (64+71) und Danny Willett (65+70) ins Wochenende. "Ich wollte heute einfach die 18 Löcher spielen und abwarten, was passiert“, meinte Sjöholm nach der Runde. Das hätte Martin Kaymer vielleicht auch tun sollen.

sbw




Facebook Twitter
Artikel drucken Artikel senden

Gewinnen Sie tolle Preise!


Abseits des Turniergeschehens