• Schwunganalyse Dominic Foos


    Dominic Foos hat vor zwei Wochen die Deutsche Lochspiel Meisterschaft im Frankfurter GC gewonnen. Was daran so besonders ist?

    Nun, Dominic ist erst 14 Jahre, lag im Finale gegen den für den GC Neuhof spielenden Benedict Gebhardt nach 9 Löchern 4 Down und hat am 1. Extraloch gewonnen.

    Eine Wahnsinnsleistung für einen 14-Jährigen, der für sich als erklärtes Ziel hat, Profi zu werden und sich dort in der Weltspitze zu etablieren. Spricht man mit Trainern und Fachleuten, dann findet man keinen, der Dominic das Zeug für diesen Schritt abspricht. Den Grundstein dafür legt Dominic mit seinem beeindruckenden und vorbildlichen Trainingsfleiß und seiner immensen Zielfokussierung. Trotz des intensiven Trainings in allen Bereichen und einem Wettkampfkalender mit rund 25 Turnieren, die er weltweit bestreitet, ist er ein Schüler mit Noten im 1-2er Bereich. Auch auf diesem Gebiet ist er also einer der Besten.

    Neben seiner mentalen Stärke, ist seine Technik ein Hauptfaktor für seine konstanten Leistungen auf hohem Niveau.


    Schon im Setup ist erkennbar, dass sein Schwung sehr natürlich und dynamisch abläuft. Seine Körperwinkel sind in einem optimalen Verhältnis und die Spannung in den Beinen lässt die enorme Power erkennen, die er im Impact entwickeln kann.


    Sein Takeaway zeigt eine ideale Verbindung von Schläger, Armen und Schultern. Die Hüfte rotiert in diesem Moment noch fast gar nicht. Ein wichtiger Faktor, um viel Spannung zwischen Ober- und Unterkörper im Rückschwung aufbauen zu können, die wiederum zu einer hohen Schlägerkopfgeschwindigkeit führt.


    Auch im höchsten Punkt des Rückschwunges kann man die Spannung in seinem Körper erkennen. Der linke Arm ist komplett gestreckt und erzeugt viel Radius des Schlägers zum Ball. Die Schultern sind 90 Grad und mehr gedreht, die Hüfte fast gar nicht. Dominic baut so die Spannung und Kraft auf, die er für seine Drives von 240 Metern und mehr benötigt. Allerdings sieht man auf diesem Bild, dass dieses scheinbar mühelos gelingt. Ein Zeichen seiner Grundathletik, die er über mehrmals pro Woche stattfindendes Krafttraining erhält und ausbaut.


    In der sogenannten 9 Uhr Position im Abschwung kann man eine erste und die meiner Meinung nach einzige Schwachstelle des Schwunges erkennen. Der rechte Fuss steht schon fast komplett auf der Spitze. Aus meiner Sicht würde mehr Kontakt des Fusses zum Boden für noch mehr Stabilität im Abschwung führen. Schön erkennbar ist aber, dass die Hüfte sich schon Richtung Ziel gedreht hat und die Schulterlinie rechts vom Ziel zeigt. Ein weiteres Zeichen für lange Drives und ein ideales Timing.


    Dasselbe im Impact: Die Hüftdrehung ist größer als die Schulterdrehung. Dadurch haben die Arme Platz schnell zu schwingen und die Hände können konstant durch den Impact arbeiten, ohne eine Ausgleichsbewegung der Schlagfläche herbeiführen zu müssen. Wer Dominic kennt, weiß, dass er fast jedes Fairway trifft und als einer der konstantesten Driver in Deutschland bekannt ist. Ein Ergebnis dieser Position.


    Im Follow through und in der Endposition ist erkennbar wie gut der Schwung von Dominic wirklich ist. Jetzt passiert alles nur noch unbewusst und bedingt durch die hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit. Hüfte und Schultern drehen weiter, die Arme strecken sich durch den Impact und übertragen die Geschwindigkeit auf den Ball und kommen in eine stabile Position am Ende des Schwunges.


    Dominics Schwung ist ein Beispiel für viel Natürlichkeit, Dynamik und Athletik im Golfschwung und kann fast ohne Einschränkung als Abziehbild für einen idealen Golfschwung herangezogen werden.

    Mehr zu Dominic erfahren Sie auf seiner Homepage: http://dominicfoos.com/

    Dominic wünsche ich nun eine erfolgreiche Saison mit vielen positiven Ergebnissen und Ihnen viel Spaß auf dem Golfplatz!

    Ihr
    Fabian Bünker




    Schlagwörter: Domenic Foos Fabian Bünker
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Die Autoren

Fabian Bünker

Fabian Bünker (31) ist Akademie- und sportlicher Leiter sowie Trainer der AK 14 Mädchenmannschaft des Golf Club St. Leon-Rot. Bünker verfügt über den A-Trainerschein des DGV und eine "G1"-Graduierung der PGA of Germany. Außerdem ist er Mitglied des Coach-Teams der PGA of Germany und im DGV-Lehrteam.

Marco Schmuck

Marco Schmuck betreibt seine Golfschule im GC Olching bei München und betreut dort unter anderem die Bundes- ligamannschaften der Herren und Damen. Daneben hat sich der 37-Jährige vor allem als Spezialist im Bereich der Videoanalyse (Scope) einen Namen gemacht. Der geborene Leverkusener betreut zahlreiche deutsche Spitzenamateure sowie den Playing Professional Daniel Wünsche.

Martina Eberl-Ellis

Die Münchnerin Martina Eberl-Ellis wechselte mit 21 Jahren zu den Profis und gewann in ihrer Karriere vier Turniere auf der Ladies European Tour. Seit ihrem Rückzug vom Profigeschäft Ende 2012 betreibt sie die "Martina Eberl Golfakademie" (Eröffnung 2011) im Münchner Golf Eschenried, in der sie täglich anzutreffen ist.