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Rough als Vorgrün
In den letzten Wochen hat sicherlich jeder von uns einen Ball im hohen Rough auf seinem Heimatplatz verloren. Wer die US Open und auch die BMW International Open bei Köln live vor Ort oder im TV mitverfolgt hat, der hat gesehen, dass die Profis sich noch mit einer verschärften Variante des Roughs auseinandersetzen müssen. Dichtes Semirough um die Grüns herum. Eine der wirksamsten Varianten, das gesamte Spiel der Pros nachhaltig zu beeinflussen. Nicht nur, dass das kurze Spiel - und hier besonders das Chippen - schwer zu kontrollieren ist, auch das Grünanspiel wird erschwert. Grüntreffer werden noch wichtiger. Ein verfehlen des Grüns wird härter bestraft als im normalen Vorgrün.
Das schwere am Grünanspiel ist aber, dass der Ball deutlich höher geschlagen werden muss, um mit viel Spin schnell auf dem Grün liegen zu bleiben. Höher bedeutet aber, dass ein Schläger mit viel Loft genutzt werden muss. Was wiederum bedeutet, dass der Ball vom Tee näher an das Grün geschlagen werden muss, um kürzere Distanzen zur Fahne Meistern zu müssen. Der Druck erhöht sich also durch ein dickes Semirough als Vorgrün für jeden Schlag. Besonders einem langen und geraden Drive kommt nun eine immense Wichtigkeit zu. Eine nicht ganz leichte Kombination und auch für die besten der Welt wird das Spiel so noch einmal deutlich schwerer.Im kurzen Spiel wird die Variabilität deutlich eingeschränkt, da der Ball fast nur noch mit einem Sandwedge zu spielen ist. Der Ball liegt fast immer tief in dichtem Gras und ist dadurch sehr schwer in Distanz und Präzision zu kontrollieren.Alleine durch diese Änderung im Platz-Set-up erhöht sich also der Schwierigkeitsgrad jedes Kurses und verlangt den Pros alles in Hinsicht auf Schlagpräzision und Platz- und Spielstartegie ab. Das sogenannte Bombe and Gouge (den Ball vom Tee möglichst weit nach vorne zu schlagen, ohne auf eine große Präzision zu achten und dann über das kurze Spiel den Ball aus jeder Lage nah an die Fahne zu schlagen) ist auf diesem Set-up nicht möglich. Fairway-Treffer und gute Lagen für den Schlag ins Grün sind aus den oben genannten Gründen (hohe Schläge mit viel Spin) Gold wert.Jetzt wünsche ich Ihnen, dass das Rough bald wieder gemäht wird und auch verzogene Schläge nicht direkt mit einem verlorenen Ball und Strafschlägen bestraft wird. Und uns allen eine Spannende Irish und British Open, die wiederum ein ganz anderes Spiel - Chip and Run - erfordern.IhrFabian Bünker
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Die Autoren
Fabian Bünker (31) ist Akademie- und sportlicher Leiter sowie Trainer der AK 14 Mädchenmannschaft des Golf Club St. Leon-Rot. Bünker verfügt über den A-Trainerschein des DGV und eine "G1"-Graduierung der PGA of Germany. Außerdem ist er Mitglied des Coach-Teams der PGA of Germany und im DGV-Lehrteam.
Marco Schmuck betreibt seine Golfschule im GC Olching bei München und betreut dort unter anderem die Bundes- ligamannschaften der Herren und Damen. Daneben hat sich der 37-Jährige vor allem als Spezialist im Bereich der Videoanalyse (Scope) einen Namen gemacht. Der geborene Leverkusener betreut zahlreiche deutsche Spitzenamateure sowie den Playing Professional Daniel Wünsche.
Die Münchnerin Martina Eberl-Ellis wechselte mit 21 Jahren zu den Profis und gewann in ihrer Karriere vier Turniere auf der Ladies European Tour. Seit ihrem Rückzug vom Profigeschäft Ende 2012 betreibt sie die "Martina Eberl Golfakademie" (Eröffnung 2011) im Münchner Golf Eschenried, in der sie täglich anzutreffen ist.
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