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Das Monster von Sawgrass
15.05.2012 | 11:35 Uhr
Sicherlich haben auch Sie am Sonntagabend mit Kevin Na mitgelitten und sich für Matt Kuchar gefreut, der zum ersten Mal die Players Championship gewinnen konnte. Allerdings sind die Sieger heute nicht mein Thema. Heute dreht es sich um ein Loch dieses außergewöhnlichen Platzes.
Es begann mit einer Fehlplanung des weltberühmten Golfplatzarchitekten Pete Dye. Ursprünglich war die 17. Bahn in Sawgrass als Par 3 mit einem Teich oder See geplant. Da jedoch der Sand der Spielbahn an vielen anderen Stellen des Platzes benötigt wurde, entstand aus dem Teich eine See - und ganz am Ende gab es das „Island Green“.
Jedes Jahr findet auf dem Stadium Course von Sawgrass die Players Championship statt. Für viele ist es das inoffizielle fünfte Major des Jahres, da die komplette Weltelite an den Start geht, was sicherlich an dem nicht ganz unwesentlichen Preisgeld, aber auch an der Historie dieses seit 1974 ausgetragenen Events liegt. Die Tatsache, dass die „Players“ dazu noch jedes Jahr auf demselben Platz ausgetragen wird, tut sein übriges. Spieler wie Zuschauer haben die Triumphe und Dramen der letzten Jahre im Kopf, was die Spannung deutlich erhöht.
Jeder Spieler kennt das. Wasser scheint Golfbälle magisch anzuziehen. Und wenn wir uns die „Players“ - und dann besonders die Bahn 17 - einmal anschauen, dann scheint dies auch bei Profis der Fall zu sein. Obwohl nur etwas mehr als 120 Meter lang, ist es auch für die Profis ein Monster. Am vorletzten Loch baut sich noch einmal ein besonderer Druck auf, da es keine Möglichkeit mehr gibt, einen Ausrutscher auszugleichen. Der Schlag auf das Grün fliegt nur über Wasser. Der Druck, treffen zu müssen, steigt also noch einmal. Selbst Phil Mickelson sagt, dass er versucht, das Loch bis zum 17. Abschlag auszublenden. Ein Zeichen also, dass selbst die besten der Welt sich beeindrucken lassen und Nerven zeigen.
Woran liegt es aber nun, dass bei der Players Championship im Jahr 2007 insgesamt 93 Bälle im Wasser landeten? Eine Quote, die man sonst nur vom Monatsbecher aus seinem Golfclub kennt?
Dies hat mehrere Gründe:
- Wie schon erwähnt, lässt sich ein Ausrutscher an der Bahn 17 nicht mehr ausgleichen. Der Druck ist hoch.
- Das Loch lässt keinen Spielraum für Fehler. Obwohl die meisten Pros nur ein Pitching Wedge oder Eisen 9 schlagen und das Grün so groß ist, dass die Spieler unter normalen Umständen dieses bei zehn Versuchen mindestens neun Mal treffen würden.
- Der wichtigste Punkt: Das Wasser und die mögliche Konsequenz eines hohen Scores lässt den Fokus von dem Schlag zu einem möglichen (gewünschten oder ungewünschten) Ergebnis wandern. Damit kommt das Bewusstsein ins Spiel. Der Schwung läuft nicht mehr natürlich ab. Der Wunsch der Schlagkontrolle übernimmt die Herrschaft über den Schwung und damit ist der komplette natürliche Ablauf dahin. Dies gilt auch für Profis.
Was kann nun der Hobbygolfer daraus lernen? Einmal ist es sicherlich beruhigend, dass auch vermeintliche Superstars Nerven zeigen. Viel wichtiger ist es aber, die Gedanken immer bei dem gerade zu spielenden Schlag zu sammeln und nur an das mögliche Ziel und nicht an mögliche Konsequenzen zu denken. Wer das schafft, wird befreiter aufspielen und damit mehr Spaß an seinem Golfspiel haben.
Wer sich das 17. Loch des Stadium Courses einmal aus der Perspektive der Pros anschauen möchte, um erahnen zu können, was die Jungs vor dem Schlag denken, sollte diesen Link nutzen.
Zwei interessante Fakten zum 17. Loch des TPC:
- Fred Couples schaffte es als einziger in der Geschichte der Players Championship nach einem Wasserschlag mit einem Hole-in-one ein Par zu spielen.
- Der Meister des 17. Lochs ist Tom Lehman mit 54 Versuchen ohne Wasserkontakt. Sein Durchschnittscore: unglaubliche 2,76 Schläge.
Mein Tipp zum Schluss: Bleiben Sie fokussiert!
Ihr
Fabian Bünker
Schlagwörter: Wasser • Players Championship -
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Der Griff des Champions
08.05.2012 | 11:34 Uhr
Endlich ist es vollbracht. Rickie Fowler gewinnt sein erstes Turnier auf der US-Tour. Warum das so außergewöhnlich ist? Nun, Fowler hat im Jahr 2010 bereits im Ryder Cup mitgewirkt und gilt als eines der größten Talente im weltweiten Golfsport. Jetzt gewann er ein Stechen gegen Rory McIlroy und D.A. Points in beeindruckender Manier. Wir können uns also auf das in dieser Woche startende „Players“ in Sawgrass freuen, bei der auch Martin Kaymer wieder starten wird.
Wer am Wochenende das Turnier in Quail Hollow verfolgt hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass Rickie Fowler mittlerweile cross-handed puttet. Dabei liegt bei einem Rechtshänder die linke Hand unter der rechten Hand am Griff. Beide Daumen liegen oben auf dem Griff und der Griff selber läuft durch die Handflächen. Beide Handrücken sind parallel zueinander.
Jim Furyk, Alexander Noren und Fred Couples sind weitere cross-handed-Putter. Auch Sergio Garcia puttet zeitweise cross-handed, hat aber auch schon alles andere versucht.
Der Cross-handed-Griff hat folgende Vorteile:
- Die linke Hand liegt tiefer als die rechte Hand, wodurch der linke Arm gestreckt ist und die Schultergelenke aus der frontalen auf einer Höhe sind.
- Die rechte Hand liegt nur noch zur Stabilisierung am Griff und greift nicht mehr aktiv in die Bewegung ein.
- Beides ermöglicht ein stabiles Führen des Putters, da sich Schaft und linker Arm in einer Linie befinden und als eine Einheit arbeiten und die Handgelenke blockiert sind.

Besonders kurze Putts sind dadurch nicht mehr so anfällig für Bewegungsfehler. Der Putter kann stabiler auf einer geraden Bahn geführt werden. Lange Putts dagegen sind aus meiner Erfahrung schwerer zu dosieren, da häufig die Stärke und die Geschwindigkeit schwer einzuschätzen sind.
Auffällig ist allerdings, dass sich dieser Griff trotz des Vorteiles für kurze Putts bei den Profis nicht durchgesetzt hat. Die meisten Spieler bevorzugen den klassischen Griff. Häufig wechseln Spieler, die Probleme mit dem Putten haben, auf cross-handed.
Der Griff ist dennoch einen Versuch Wert, besonders um kurze Putts stabiler zu spielen. Auch für das eigene Putt-Training sollte der Griff einmal probiert werden. Wer danach wieder auf den klassischen Puttgriff wechselt wird merken, dass die rechte Hand dominanter in der Bewegung den Putter führt.
Jetzt wünsche ich uns eine spannende Players Championship und Ihnen viele gute Putts!
Ihr
Fabian Bünker
Schlagwörter: Rickie Fowler • cross-handed • Putten -
Regentipps von Fabian Bünker
Sie kennen das. Sie fahren zum Golfplatz und die Sonne scheint. Pünktlich zum Start ziehen graue Wolken auf und es fängt an zu regnen. Die Gewitterzeit in Deutschland steht kurz vor der Tür - und damit auch starker Regen.
Profis haben dabei einen großen Vorteil: Der Caddie sorgt dafür, dass das Material trocken bleibt und der Spieler sich auf seinen Score konzentrieren kann. Diesen Vorteil können Sie wahrscheinlich für sich nicht in Anspruch nehmen.
Trotzdem ist Regen kein Grund, sein Spiel negativ beeinflussen zu lassen, wenn man ein paar einfache Regeln befolgt. Neben einer guten Regenkleidung kann ich folgendes empfehlen:- nutzen Sie einen Trolley mit Regenschirmhalter.
- nutzen Sie einen großen Tourregenschirm, der auch bei starkem Wind nicht umknickt.
- mehrere Handschuhe sollten Sie immer im Bag haben.
- drei oder vier Handschuhe (rechte und linke!) sollten am Regenschirm hängen, um schnell greifbar zu sein und immer trocken zu bleiben.
- ein großes Handtuch hängt am Schirm und ein großes Handtuch sollte sich direkt bei den Schlägern befinden, um Schläger und Griffe trocken zu halten.
- das Bag sollte durch eine Regenhaube komplett geschützt werden.
- eine Kappe sorgt dafür, dass das Gesichtfeld trocken bleibt. Idealerweise haben Sie sogar eine Pudelmütze (bei Kälte) über die Schirmmütze gezogen.
- ein kleines Handtuch am Gürtel unter der Regenhose sorgt dafür, dass die Hände trocken bleiben.
- evtl. sogar Winterhandschuhe (Fäustlinge), um die Hände trocken und warm zu halten.
- Dustin Johnson hat seine Handschuhe an den Regenschirm geklettet.
- Rickie Fowler mit Schirmmütze, Regenanzug und Winterhandschuhen, um die Hände warm und trocken zu halten.
- Zach Johnson mit einem Handtuch am Schirm. An seinem Bag sieht man deutlich den Regenschutz für die Schläger.
- Auch der Caddie von Masters-Champion Bubba Watson hält mehrere Handtücher bereit.
Die Routine sollte also vom inhaltlichen und zeitlichen Ablauf gleich bleiben. Dann werden Sie auch bei Regen entspannt weiter spielen.
Ich wünsche Ihnen viele Runden bei herrlichem Sonnenschein und nur wenig Regen auf dem Golfplatz.
Ihr
Fabian Bünker
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Der Autor
Fabian Bünker (31) ist Akademie- und sportlicher Leiter sowie Trainer der AK 14 Mädchenmannschaft des Golf Club St. Leon-Rot. Bünker verfügt über den A-Trainerschein des DGV und eine "G1"-Graduierung der PGA of Germany. Außerdem ist er Mitglied des Coach-Teams der PGA of Germany und im DGV-Lehrteam.
Schlagwörter
Bubba Watson • cross-handed • Hook • Luke Donald • Masters • Players Championship • Putten • Rickie Fowler • Schwunganalyse • Taktik • Wasser

