• Zweite Marokko-Station


    Tourleben  | 

    Salam wa ali kom liebe Leser,

    ich melde mich von der zweiten Serie unserer "Marokko-Rundreise", die nun nach 22 Tagen zu Ende gegangen ist. Rundreise aus dem Grund, da wir innerhalb der 22 Tage drei Städte gesehen und gespielt haben, was einen ziemlichen Reiseaufwand darstellte. Den Weg zwischen den Turnieren wurde mit Bussen bewältigt, was aber immer zwischen 1,5 bis 3,5 Stunden dauerte, aber lasst mich eins nach dem anderen erzählen.

    Angekommen am 6.4. in Casablanca, ging es mit dem Bus in das südlich gelegene El Jadida an der Atlantikküste. Im Grunde ein herrlicher Ort, aber die Bauten ließen, zumindest das was ich gesehen habe, zu wünschen übrig. Der Golfplatz lag wunderbar in das etwas hügelige Gelände mit viel Wald hineingebaut, was den Platz sehr schwierig und attraktiv machte. Die erste Runde beendete ich mit Level Par und war damit ordentlich vorne platziert. Die Abschläge kamen gut, und auch einige Putts vielen an dem Tag.

    Nicht so an Tag zwei. Bei meiner morgentlichen Startzeit hatte ich Schwierigkeiten, in mein Spiel zu finden. So passierten mir einige Bogeys und wenige Birdies. Nach der Runde stand eine 78 auf meiner Scorekarte. Innerlich hatte ich bereits mit dem Cut abgeschlossen. Doch an diesem Tag war der Nachmittagsdraw nicht gut auf das Wetter zu sprechen - und der Cut ging hoch auf +8. Ich war also noch um einen Schlag drin. Das überraschende, positive Gefühl konnte ich dann mit in den letzten Tag nehmen. Ich spielte konzentiert und sehr stabil, konnte von Schlag zu Schlag denken - und mich am Ende des Tages mit einer 69er Schlussrunde von Platz 33 auf Platz elf vorarbeiten. Der Lohn dafür: 560 Euro.

    Am nächsten Tag ging es gleich weiter mit dem Bus (drei Stunden) an Casablanca vorbei nach Rabat, einer schönen Stadt. Dort eingecheckt, fuhren wir mit dem Bus täglich eine halbe Stunde zum Golfplatz, was das organisatorische Aufwärmen vor der Runde verlängerte. Im Royal Golf dar es Salam warteten schwierige Bedingungen mit einem langen und windigen Course, welcher durch schmale Grüns verschärft wurde. Leider hat es hier nicht für mich ins Geld gereicht, was mich trotz einer guten mentalen Einstellung demotivierte. Scheitern ist immer eine blöde Sache, davon darf man sich nicht runterziehen lassen.

    Nach dem Finaltag hieß es für uns wieder Koffer packen und ab in den Bus. Nächstes Reiseziel: Larache, eine Stunde südlich von Tanger. Nach einer Busfahrt von drei Stunden kamen wir an einer Bauruine an, mit einigen Appartments am Golfplatz, die extra für uns hergerichtet wurden, da das Resort erst Ende des Jahres fertig sein soll. Da es nur eine begrenzte Anzahl an Appartments gab, hieß es für uns, sich mit anderen Spielern zu arrangieren.

    Nach dem normalen Ankommensstress ging es für mich gleich für nrun Loch auf den Platz, und ich war vom ersten Loch an begeistern von dem Lixus Course. Die sehr ondulierten Grüns und der Wind, der täglich drehte, machte das anspielen auf bis zu 45 m langen Grüns sehr schwierig und verlangte gute Schläge. Wobei dann das Par noch längst nicht sicher war.

    Mit einem ordentlichen Spiel lag ich nach 27 Löchern sehr gut im Rennen, dummerweise kam mein zweiter Schlag an der 14 zu weit nach links und war dann um einen Meter im Aus. Danach machte ich noch weitere vier Schläge und musste an diesem Loch eine Sieben notieren. Auf den Schlusslöchern gelang mir kein Birdie mehr - und somit hieß es am Ende: "Missed the Cut by 1".

    Bisher geht das Jahr 2012 noch nicht so rund für mich und nach der Zwischenzeit der Turniere, liege ich auf einem 55 Rang. Aber was noch nicht ist, wird noch. Ich werde dran bleiben und weiter an sich glauben und arbeiten. Nun heißt es für mich: Koffer packen und zurück nach Casablanca zum Flughafen. Endlich geht es nach Hause. Nach drei Wochen Reisestress und Durchfall ist man froh, wieder nach Hause zu kommen.

    Bleibt dran! ;)

    Euer Max



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Die Autoren

Maximilian Tschinkel

Maximilian Tschinkel, 23, aus Ottobrunn bei München spielt seit 2010 auf der EPD Tour. Sein großes Ziel für dieses Jahr: die Karte für die Challenge Tour zu holen. Seine beste Platzierung bislang war Platz zwei bei der Open Mogador.

Auf diesem Blog berichtet er von den Reise-Strapazen der dritten Liga, dem Messen mit anderen Nachwuchsspielern und ersten Erfolgen bei internationalen Turnieren.

 

Stefan Wiedergrün

Stefan Wiedergrün, 27, aus Waiblingen bei Stuttgart spielt seit Mai 2011 auf der egolf Professional Tour in den USA. Sein großes Ziel für dieses Jahr: das Ticket für die Nationwide- oder gar die US PGA Tour zu lösen. Seine bislang beste Platzierung war Platz 15 bei den HGM Hotels Classic in Rock Barn. Sein größter Erfolg zwei Qualifikationen zu den Nationwide-Events in Ohio und Tennessee.

Auf diesem Blog berichtet er von dem Wohnortwechsel in die Staaten, dem Leben aus dem Koffer, dem Messen mit anderen Nachwuchsspielern der dritten Liga und ersten kleinen wie großen Erfolgen.


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