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Türkei, Paris und die abschließende Leistungsdiagnostik
Lara Katzy |
Nach der Deutschen Einzelmeisterschaft in Gleidingen neigt sich die lange Golfsaison langsam dem Ende zu. Begonnen hatte sie bereits Ende Januar mit den Internationalen Amateurmeisterschaften von Portugal. Nun standen noch drei Reisen bzw. Turniere in meinem Kalender. Zu den Inaternationalen Amateurmeisterschaften der Türkei sind wir mit einer großen Gruppe gefahren, da im Oktober 2012 dort die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Es ist von großem Vorteil, den Turnierplatz schon mal unter Zählspielbedingungen gespielt zu haben und somit die Drucksituationen auf dem Platz bereits zu kennen. Leider fanden wir keinen so gut präparierten Platz vor, wie wir uns es gewünscht hatten. Die Grüns waren gerade erst bearbeitet worden und verlangten uns viel Geduld und Nervenstärke ab. Doch während es in Deutschland bereits kälter wurde, hatten wir noch einmal die Chance, bei 25 Grad zu spielen und zu trainieren.
Denn genau das ist grundsätzlich ein Nachteil, den wir gegenüber anderen Nationen wie zum Beispiel Spanien haben. Der kalte Winter bei uns schränkt uns in unseren Trainingsmöglichkeiten sehr ein. Das „Bälle schlagen“ bei Minusgraden ist kaum länger möglich als zwei Stunden und das auch nur von Matten. Das kurze Spiel kommt natürlich erheblich zu kurz. Auf den verschneiten Grüns ist es teilweise gar nicht möglich zu putten und zu chippen. So haben wir die Woche in der Türkei noch einmal genutzt um bei sommerlichen Temperaturen den Schläger zu schwingen.
Anschließend ging es nach Paris zu den Internationalen Amateurmeisterschaften von Frankreich. Leider war es hier schon erheblich kälter und auf Grund von starkem Regen musste sogar die vierte Runde abgesagt werden. Nach einer langen Saison mit ca. 22 Turnieren hat man sich zwar auf das vorletzte Turnier in Paris gefreut, doch man hatte auch „endlich“ ein Ende in Sicht. Wir wussten, dass wenn wir nach Hause kommen, es nicht mehr lange dauert, bis wir die Golfschläger - zumindest für ein paar Tage - in die Ecke stellen dürfen. Die Zeit in Frankreich haben wir bereits genutzt, um mit unserem Trainer Marcus Neumann ein Gespräch über den Verlauf der Saison und die Planung der nächsten Saison zu führen. Hierbei wurde über die erfüllten bzw. nicht erfüllten Ziele der jetzigen Saison gesprochen, aber eben auch Dinge, die in der nächsten Saison anders laufen sollen bzw. welche Ziele man sich für die nächste Saison stecken könnte. Dass man nicht jedes Ziel in einer Saison erreichen kann ist sicherlich klar. Gerade wenn es zu viele sind gibt man sich selbst nicht die Möglichkeit, sich auf jedes Ziel optimal vorbereiten zu können. Oft hilft es, seine Ziele klar zu benennen und zu definieren und somit nicht viele, aber feste Höhepunkte in einer Saison zu setzen.
Nach dem Turnier in Paris legte sich die Aufmerksamkeit auf einen anderen Teil des Trainings. Das Athletiktraining rutscht jetzt am Ende der Turniersaison wieder mehr in das Blickfeld. Währende des Winters haben wir einfach mehr Erholungsphasen und somit die Möglichkeit, unseren Krafttrainingsplan voll durchzuführen. Im Anschluss an Frankreich bin ich nach St. Leon-Rot gefahren. Hier habe ich zu einem Ann-Kathrin Lindner besucht und zum anderen konnte ich schon hier ein bisschen mit unserem Atheltiktrainer Christian Marysko arbeiten. Ebenso habe ich die Woche auch genutzt, um mich mit unserem Sportpsychologen Heiner Langenkamp zu treffen und über Saisonziele und Saisonplanung zu sprechen.
Der Beginn der Trainingssaison wird natürlich mit einer Leistungsdiagnostik gesetzt. Hierzu haben sich alle Spielerinnen des Mädchen- und Damenkaders in Köln am Olympiastützpunkt getroffen (auf dem Foto unten seht ihr, dass Ann-Kathrin Lindner sogar beim Laufen noch Spaß mit unserem Trainer Marcus Neumann hat ;-). Neben Sprint-, Sprung-, Lauf- und Wurftests fand dieses Mal auch noch ein dynamischer Sehtest statt. Ebenso wie auch jegliche medizinische Sportuntersuchungen. Unsere Leistungen werden alle ausgewertet und in einer Tabelle mit denen der Leistungsdiagnostik im Frühjahr verglichen. Das Ziel über die Saison sollte es sein, seinen Leistungsstand, den man im Frühjahr hatte zumindest zu halten. Sprich über die Saison nicht an Kraft oder Ausdauer zu verlieren. Das Ziel von der Leistungsdiagnostik im Winter bis zur nächsten im Frühjahr ist es natürlich, sich in jedem Bereich zu steigern und somit von Saison zu Saison fitter zu werden.
Nun ist für die meisten die Turniersaison beendet, doch in meinem Kalender stand noch „The Spirit“ in Texas Anfang November. Einen ausführlichen Bericht unserer Kapitänin Alexandra Philipp über die interessante und erfolgreiche Woche dort findet ihr ebenfalls hier in meinem Blog (einfach etwas runterscrollen!).
Ihr werdet von mir hören,
Eure Lara
Schlagwörter: Leistungsdiagnostik -
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Fantastischer Platz, gutes Golf und sehr viel Spaß!
Lara Katzy |
Alexandra Philipp (Foto oben, Mitte), Golfjournalistin und selbst aktive Spielerin in der Damenmannschaft des GC Hanau-Wilhelmsbad, hat das deutsche Team als Kapitänin zu „The Spirit“ begleitet. Über die Woche in Texas berichtet sie hier in Laras Blog:
Wir hatten eine ganz tolle Woche in Texas. Viele internationale Freundschaften mit Spielerinnen und Spielern aus aller Welt entstehen im Camp Olympia. Nach den Turniertagen treffen sich alle Teams zum Essen im Camp, anschließend werden heiße Matches am Billard-Tisch, der Ping Pong-Platte auf dem Basketball-Feld oder beim Karaoke auf der Bühne ausgetragen. Es ist eine ganz tolle Erfahrung für alle Teams. Im Vordergrund steht aber natürlich „The Sprit“ auf einem unglaublich tollen Golfplatz. Extrem ondulierte, blitzschnelle Grüns mit viel Grain und Fahnenpositionen zum Niederknien.
Sophia Popov sagte dazu: „Ich habe noch nie auf so fantastischen Grüns gespielt, außer vielleicht in Arizona!“ Die 18 Bahnen in Whispering Pines sind perfekt in die Landschaft eingebettet und verleihen dem Turnier eine ganz besondere Atmosphäre.
Stark motiviert sind wir am Mittwoch in die erste Runde gestartet. Marcel begann direkt mit drei Birdies auf den ersten drei Löchern und nach neun lagen wir mit -8 weit in Führung. Wie ein „Lightning“ (Blitz) sind wir an die Spitze geschossen (Zitat der amerikanischen Kapitänin Ally Jarrett). Leider kassierten wir auf den zweiten Neun dann einige Bogeys und schlossen den ersten Tag etwas niedergeschlagen mit -4 insgesamt ab.
Vom geteilten 11. Platz sind wir dann am Donnerstag in die zweite Runde gestartet. Eisige Temperaturen und starker Wind aus Nordosten machten diese zweite Runde zu einer echten Herausforderung. Mit einer sehr soliden Leistung an diesem Tag bei extrem schweren Bedingungen spielten wir uns auf den siebten Platz (-5) vor und konnten einige Teams überholen. Der dritte Tag wurde dann am Ende sehr tragisch. Nach 16 (Herren) bzw. 17 Löchern (Damen) kamen wir auf einen Tagesscore von -12 und einem Totalscore von -17, womit wir kurzzeitig wieder in Führung lagen.
Bene und Marcel kassierten dann auf dem 17. Loch ein Doppelbogey, was uns auf -15 zurückfallen ließ und als ich zur 18 kam um die Mädels zu empfangen, erzählte mir der Scorer, dass beide Spielerinnen einen Wasserball hatten. Die schwierige Fahnenposition bescherte uns dann am Ende sogar noch das Triplebogey. Wir verloren fünf Schläge auf den letzten beiden Löchern und fielen mit -12 auf den sechsten Rang zurück. Niedergeschlagen und enttäuscht verließen die vier das 18. Grün.
Nach einem anständigen Lunch, ein paar Gesprächen und etwas Spaß am Abend waren die Wogen wieder geglättet. Am Finaltag war die Luft leider trotzdem etwas raus…nach drei Spitzentagen, an denen wir jedes Mal am Ende eingebrochen waren, fiel es dem Team etwas schwer, sich ein weiteres Mal so zu motivieren.
Nach einem schlechten Start der Herren kam auf den zweiten neun Löchern aber noch einmal eine Wende zum Positiven. Marcel fand an diesem Tag zwar insgesamt nicht wirklich in sein Spiel, machte aber einige Saves. Benedict hingegen spielte sehr solide und erkämpfte sich auch einige Birdies. Die Damen waren sehr stark gestartet, mussten aber zwischenzeitlich ein kleines Tief bewältigen, konnten sich gegen Ende aber wieder motivieren. Ein schwieriger letzter Tag mit einer soliden Leistung am Ende erbrachte uns einen geteilten 5. Platz und machte uns zum besten europäischen Team!
Medaillen für Sophia und Benedict rundeten die Woche ab. Insgesamt waren wir aber schon etwas enttäuscht, da so viel mehr drin war…
Trotzdem eine geniale Woche für uns alle fünf! Toller Teamspirit, fantastischer Platz, gutes Golf und sehr viel Spaß!“
Schlagwörter: The Spirit -
Zwei Vizemeisterschaften machen Lust auf mehr…
Lara Katzy |
Nach der tollen Erfahrung bei der Universiade in China finden nun am Ende der Saison die nationalen Highlights statt. Am Wochenende habe ich zum vierten Mal in Folge die Clubmeisterschaften gewonnen. Nach einer Saison mit vielen Up and Down´s war es für mich und mein Selbstvertrauen wichtig, dass ich über die drei Runden eine gute und konstante Leistung abrufen konnte. Ich habe Runden von 71,72 und 68 Schlägen gespielt. Keine Runde über Par und ein Ergebnis von -5 insgesamt haben mir dieses Selbstvertrauen gegeben, das ich nun mitnehmen kann nach Hannover zu den Deutschen Meisterschaften.
Nun bin ich auf dem Weg nach Gleidingen, wo zum zweiten Mal in Folge die Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren ausgetragen werden. Leider sind schon viele Spielerinnen in den USA zurück und haben ihr Studium wieder aufgenommen, wodurch die Deutschen Meisterschaften wie jedes Jahr nicht optimal besetzt sein können.
Der Platz in Gleidingen ist nicht besonders lang, doch sind die Grüns stark onduliert und der Wind beeinflusst das Spiel auf diesem flachen Land sehr. Ich freue mich auf das Turnier in Deutschland, zu dem man auch mal mit dem Auto reisen kann und das lästige fliegen umgeht!;)
Ich bin zusammen mit drei weiteren Spielern aus Berlin-Wannsee angereist und wir spielen am Mittwoch unsere Proberunde. Im letzten Jahr bin ich Vize-Meisterin geworden, wie auch im Jahr davor in Stuttgart. Natürlich macht das Lust auf mehr, endlich den Titel zu gewinnen.
Letztes Jahr lagen die Scores deutlich unter Par und es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf den letzten Löchern. Somit war es wichtig, in der Vorbereitung den Schwerpunkt auf die Putts zwischen zwei und vier Metern zu legen. Wir nennen das die „Birdie-Range“. Natürlich ist das immer der Teil vom Spiel, der den Score am meisten beeinflusst. Doch gerade bei so deutlichen Ergebnissen unter Par ist diese Entfernung ausschlaggebend.
In der Proberunde am Mittwoch müssen wir uns so gut wie möglich an die Grüns in Gleidingen gewöhnen und anpassen. Und ab Donnerstag heißt es dann „Birdie-hungrig“ zu sein!;)
Natürlich ist das Turnier wieder live auf der Website des DGV mitzuverfolgen.
Ihr hört von mir :)
Eure Lara
Schlagwörter: DM • Clubmeister
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Die Autorin
Nationalspielerin seit 2007, Team-Europameisterin 2009, DGV-
Ranglistensiegerin 2010. Keine Frage: Die Berlinerin Lara Katzy (Handicap +3,5) zählt zu den derzeit besten Amateurgolferinnen in Deutschland und Europa. Ihre internationalen Topleistungen haben Lara im April 2010 zur Aufnahme in die Sportfördergruppe der Bundeswehr verholfen - als erste Golferin überhaupt! Ganz "nebenbei" absolviert die 21-jährige Spielerin des G&LC Berln-Wannsee auch noch ein Fernstudium „Sport und angewandte Trainingslehre“. Trotzdem findet Lara, die über ihren jüngeren Bruder zum Golfsport kam, noch Zeit, um an dieser Stelle von ihrem Leben als Spitzensportlerin zu berichten.
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