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Family-Golf als Marketing-Instrument
Petra Himmel |
Die Amerikaner tun sich seit Jahren schwer mit dem Golfsport. Die Sportart schrumpft, die Zahl der Neuanfänger wächst nicht mehr, vor allem die Anzahl jener, die wieder aufhören mit dem Hobby, macht der United States Golf Association zu schaffen. Die Wirtschaftskrise hat diese Tendenz noch verschlimmert. Golfen auf Greenfeebasis kann sich so mancher Amerikaner nicht mehr leisten, Reisen sind zu teuer geworden und Golfen wird oftmals durch preisgünstigere Aktivitäten ersetzt.
Immerhin: Der Markt steuert mit kreativen Werbemaßnahmen entgegen. Beispiel: Die Inseln Kiawah Island und Hilton Head Island im Staate South Carolina. Beide als High-End-Golf-Destinationen bekannt. Wer dieser Tage dort als Familie aufkreuzt, stößt in zahlreichen Proshops auf die Alternative Family-Golf. "Um das Spiel mit Kindern und Jugendlichen zu fördern, haben wir das Programm Family-Golf eingeführt“, heißt es zum Beispiel im Shipyard Golf Club.
Ab 16 Uhr nachmittags zahlen Kinder nur 15 Dollar pro neun Löcher, Erwachsene sind mit 30 Dollar im Rennen. Im benachbarten Palmetto Dunes verzichtet man bei den Jugendlichen gänzlich auf das Greenfee, die Erwachsenen zahlen 50 Dollar für 18 Löcher. In Old South spielen Familien ganztags zu vier Personen für 119 Dollar. In Kiawah Island schließlich öffnet man nachmittags ebenfalls einen Platz, auf dem extra Family-Tees deutlich vor den roten Tees installiert wurden, um für den Nachwuchs das Spiel attraktiv und für die Eltern erschwinglich zu machen.
Geschadet ist damit niemandem, denn nachmittags sind die Plätze in der Regel ohnehin leer. Der Club holt auf diese Weise wenigstens noch ein paar Dollar Greenfee rein, die Familien kommen vielleicht einmal mehr zum Golfen, weil die Runde zu viert auf diese Weise eben deutlich erschwinglicher wird.
Ein Marketing-Instrument, das womöglich auch für so manchen deutschen Golfclub interessant sein könnte, der auf diese Weise Familien im Sommerurlaub oder Daheimgebliebene für sich als Gäste gewinnen kann. In München zumindest bietet der Münchener Kreis seit Jahren für Kinder in den Sommerferien ein Greenfee von fünf Euro an. Auch das eine Initiative, mit der man den Nachwuchs auf die Golfplätze bekommt. Wer angesichts dieser mäßigen Einnahmen mit dem Kopf schüttelt, sollte nicht vergessen, dass die Jugendlichen von heute die Vollzahler von morgen sind. Und die sind dann meistens doch sehr begehrt.

Die Autorin
Petra Himmel, 42 Jahre alt, ist als freiberufliche Journalistin auf den Bereich Golf spezialisiert, hat mehrere Bücher veröffentlicht und arbeitet für zahlreiche große Tagezeitungen wie die Süddeutsche Zeitung (inkl. Golf Spielen) oder den Zürcher Tagesanzeiger. Zum Golf kam sie selbst eher zufällig vor 16 Jahren, inzwischen hat die Münchnerin, die im GC Olching spielt, es auf Handicap 3,5 gebracht.
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