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Tanzen für eine trockene Open
Auf den ersten Blick sieht es gar nicht mal so schlimm aus. Okay, die Straßen haben einen spiegelnden Wasserfilm und die Grasflächen, Sträucher und Bäume erscheinen in einem satten Grün. Aber dass die Verantwortlichen im Vorfeld der 141. Open Championship Angst davor haben, das dritte Major nicht nach dem Zeitplan starten zu können, das scheint übertrieben ... bis man auf die örtlichen Parklätze einbiegt.
Die Reifen des Mietautos finden kaum Halt auf dem vollgesogenen Fußballfeld, das als "Yellow Parking Area" ausgewiesen ist. Die Rasenfläche gleicht schon am Mittwoch mehr einer Matsch-Landschaft denn einem Platz, auf dem bis vor wenige Tage noch die Kinder mit dem runden Leder kicken konnten. Und die ersten Schritte auf dem Weg zum Shuttle-Bus bestätigen die Bedenken und machen die Befürchtungen der Offiziellen verständlich. Die Region Lancashire verträgt keinen Regen mehr. Es wird Zeit für einen "Anti-Regen-Tanz".
Die Wetterfrösche geben Entwarnung
Zwei der meistgefragtesten Männer an den Tagen vor der Open Championship im Royal Lytham & St. Annes Golfclub sind Robin Thwaytes und Chris Bulmer. Sie sind die Meteorolgen des ältesten Majors und werden fast stündlich um neue Updates zur Wettersituation gebeten - immer mit der Hoffnung auf eine gute Nachricht. Und die beiden lehnen sich zumindest so weit aus dem Fenster, dass sie eine Open Championship ohne Verzögerungen prognostizieren. "Das Wetter sollte für die Spieler keine unlösbare Aufgabe sein", sagt Thwaytes, der bereits in seinem sechsten Jahr als Open-Meteorologe tätig ist. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag soll es zwar noch einmal einige Schauer geben, aber für die Turniertage ist dann gutes Wetter vorhergesagt - zumindest im Vergleich zu den vergangenen Wochen. "Seit Mai haben wir hier [in der Gegend um Blackpool] schreckliches Wetter. So etwas habe ich in meiner Zeit noch nicht erlebt."
Auch der Wind läßt nach
Zu der extremen Nässe gesellt sich zu allem Überluss noch ein solch starker Wind, der bei früheren Opens zum Abbruch geführt hätte. Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern hätten in den verganenen Austragungen dazu geführt, dass die Bälle von den Grüns gerollt wären. In diesem Fall ist der stetige Regen ein Segen. Denn nur dank der aufgewichten Grüns bleiben die Bälle liegen. Und die Bedingungen für die Turniertage versprechen auch im Hinblick auf die Windverhältnisse Besserung. Während sich von Montag bis Mittwoch die Fahnen nur mit Mühe dem Wind standhalten konnten, soll es von Donnerstag bis Sonntag - für englische Verhältnisse - windstill werden. Böen von bis zu 25 Stundenkilometern scheinen machbar und sollten zu einer fairen Open beitragen.
Einziger Unsicherheitsfaktor ist und bleibt also der Regen. Was können wir tun? Bringt Opfergaben an den Wettergott - vorzugsweise SONNENblumenkerne- und tanzt den "Anti-Regen-Tanz". Video-Mitschnitte können gerne an redaktion@golf.de geschickt werden. Wir lassen uns auch ein Dankeschön für die besten Tänze einfallen. Versprochen!
Bis dahin fragt sich jeder auf der Anlage von Royal Lytham & St. Annes nur das eine: "Wo ist nur all das schöne Wetter hin? Wo der Sonnenschein, die Hitze und die harten Fairways von Hoylake 2006 und St. Andrews 2010?"
Schlagwörter: Bunker • Open Championship • Wasserhindernis
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